Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

infam

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung in-fam
formal verwandt mitInfamie
Wortbildung  formal verwandt mit: Infamie
Herkunft aus īnfāmislat ‘berüchtigt, verrufen, schmachvoll’ < fāmalat ‘Gerede, öffentliche Meinung, Ruf’ (Fama)
eWDG

Bedeutung

abwertend
1.
schändlich, niederträchtig, schuftig
Beispiele:
das ist eine infame Behauptung, Hetze, Heuchelei, Lüge
hier liegt ein infamer Betrug, Trick, ein infames Spiel, Manöver vor
dieser infame Bengel, Lügner, Wüstling!
jmdn. auf infame Weise, infam verleumden, hintergehen
Eine so infame Kreatur durfte sie also duzen [ KolbSchaukel159]
veraltet ehrlos
Beispiel:
Es verbietet der König hierdurch allen Offizieren von der Kavallerie bei infamer Kassation, sich … vom Feinde attackieren zu lassen [ Th. Mann11,76]
2.
abscheulich, fürchterlich
Beispiele:
die abscheuliche Dürre des Jahres und das infame Unwetter von vorgestern [ ZuchardtSpießrutenlauf293]
Durch eine infame Architektur um einen lohnenden Ausblick gebracht [ GrassBlechtrommel62]
Aber während vorn die Mieter schimpften … woher das so infam röche [ G. HermannKubinke83]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

infam · Infamie
infam Adj. ‘niederträchtig, abscheulich, ehrlos’. Gegen Ende des 17. Jhs. wird lat. īnfāmis ‘berüchtigt, verrufen, schmachvoll’ (im 15. Jh. mit anrüchig, s. d., übersetzt) in die Rechtssprache entlehnt und erhält die Bedeutung ‘bürgerlich ehrlos’, die sich später zu ‘schlecht, schändlich’ weiterentwickelt (Einfluß von frz. infâme ‘ehrlos, schändlich’ ist anzunehmen). Lat. īnfāmis, gebildet zu lat. fāma ‘Gerede, öffentliche Meinung, (guter oder schlechter) Ruf’ (s. Fama) mit negierendem in- (s. in-2), bezeichnet eigentlich den, ‘der keine fāma hat’, bedeutet also ‘ohne Nachrede’ (inschriftlich bezeugt), meist aber ‘ohne guten Ruf, verrufen’ (s. oben). Seiner Bildung nach ist lat. īnfāmis ein Gegenwort zu lat. fāmōsus, das mit dem Suffix -ōsus den charakterisiert, ‘der fāma in Fülle hat’, daher ‘viel (gut oder schlecht) besprochen’ ist (s. famos). – Infamie f. ‘Niederträchtigkeit, Schändlichkeit’ (18. Jh.), frz. infamie.

Thesaurus

Synonymgruppe
arglistig · boshaft · bösartig · böswillig · infam · mit finsteren Absichten · niederträchtig · übelgesinnt · übelwollend  ●  maliziös  bildungssprachlich · dolos  fachspr., juristisch · üblen Sinnes  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
boshaft · bösartig · böse · fies · garstig · gehässig · gemein · hinterfotzig · hundsgemein · niederträchtig · perfid · perfide · ruchlos · schuftig · schurkisch · schäbig · schändlich · verabscheuenswert · verabscheuungswürdig · übel  ●  hundig  österr. · verrucht  veraltend · infam  geh. · mies  ugs. · schofel  ugs. · über Leichen gehend  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›infam‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›infam‹.

Verwendungsbeispiele für ›infam‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es ist infam, wenn Politiker davon sprechen, das man dem "Druck der Straße" nicht nachgeben soll. [Die Zeit, 08.12.2011 (online)]
Alles andere wäre ja infam, zu züchtigen, mit einem Wort. [Süddeutsche Zeitung, 17.12.2001]
Ich halte es trotzdem für politisch dumm, menschlich infam und juristisch unmöglich. [Salomon, Ernst von: Der Fragebogen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1951], S. 37]
Wo vorn und hinten war, hatte er in einer infamen Weise kaschiert. [Tucholsky, Kurt: Bei Stadtzauberers. In: Kurt Tucholsky, Werke – Briefe – Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918]]
Ihn zu einem Gegner oder auch nur einem halbherzigen Förderer dieser Politik zu machen, sei ebenso absurd wie infam. [Die Zeit, 28.02.1972, Nr. 09]
Zitationshilfe
„infam“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/infam>.

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