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infantil

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung in-fan-til
Wortbildung  mit ›infantil‹ als Erstglied: Infantilist · infantilisieren  ·  mit ›infantil‹ als Grundform: Infantilismus · Infantilität
Herkunft zu īnfantīlislat ‘Kindern gehörig, kindlich, noch klein’ < īnfānslat ‘stumm, noch sehr klein’, eigentlich ‘nicht sprechend’ < in‑lat ‘un-’ (in-) + fārīlat ‘sprechen’
eWDG

Bedeutung

kindlich
Beispiele:
er hat typisch infantile Gesichtszüge
ihr Benehmen ist noch infantil
Es wird uns so bekräftigt, daß das Unbewußte des Seelenlebens das Infantile ist [ FreudVorlesungen215]
abwertend kindisch, unentwickelt
Beispiele:
es ist ihm gelungen, in seiner Musik einen kindgemäßen Ton zu treffen, ohne infantil zu sein
aber in jedem Tuch blieb er unverkennbar der alte Judejahn, ein infantiler Typ [ KoeppenTod19]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

infantil · Infantilismus
infantil Adj. ‘kindlich, kindisch, unentwickelt’ (19. Jh.), aus lat. īnfantīlis ‘Kindern gehörig, kindlich, noch klein’, zu lat. īnfāns (Genitiv īnfantis) ‘stumm, noch sehr klein’ (eigentlich ‘nicht sprechend’, mit negierendem in-, s. in-2, verbundenes Part. Präs. zu lat. fārī ‘sprechen’), substantiviert ‘kleines Kind’. Dazu der medizinische Terminus Infantilismus m. ‘abnorme körperliche Unterentwickeltheit, Verharren auf einer kindlichen Wachstumsstufe’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
albern · infantil · kindhaft · kindisch · kindlich · kindsköpfig · naiv · unentwickelt · unreif  ●  puerilistisch  selten · pueril  fachspr.

Typische Verbindungen zu ›infantil‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›infantil‹.

Verwendungsbeispiele für ›infantil‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Ton seiner Briefe ist lustvoll infantil, es regiert in ihnen der Diminutiv. [Die Zeit, 29.03.1996, Nr. 14]
Sie haben die Phase der "infantilen" Experimente überwunden und die Freiheit der Entscheidung in ihrem Medium erreicht – die Freiheit der Kunst. [Die Zeit, 06.03.1995, Nr. 10]
Aber der Patient ist über sein infantiles Stadium längst hinaus. [Die Zeit, 01.12.1989, Nr. 49]
Die meisten bleiben ihr Leben lang erwachsene Kinder, unreif, infantil. [Süddeutsche Zeitung, 01.10.1999]
Sylvia blieb dadurch im ganzen Leben in infantilen Schuhen stecken. [Eberlein, Gisela: Autogenes Training für Fortgeschrittene, Düsseldorf: Wien Econ Verlag 1974, S. 80]
Zitationshilfe
„infantil“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/infantil>.

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