infantil

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungin-fan-til
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›infantil‹ als Grundform: ↗Infantilismus · ↗Infantilität · ↗infantilisieren
eWDG, 1969

Bedeutung

kindlich
Beispiele:
er hat typisch infantile Gesichtszüge
ihr Benehmen ist noch infantil
Es wird uns so bekräftigt, daß das Unbewußte des Seelenlebens das Infantile ist [FreudVorlesungen215]
abwertend kindisch, unentwickelt
Beispiele:
es ist ihm gelungen, in seiner Musik einen kindgemäßen Ton zu treffen, ohne infantil zu sein
aber in jedem Tuch blieb er unverkennbar der alte Judejahn, ein infantiler Typ [KoeppenTod19]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

infantil · Infantilismus
infantil Adj. ‘kindlich, kindisch, unentwickelt’ (19. Jh.), aus lat. īnfantīlis ‘Kindern gehörig, kindlich, noch klein’, zu lat. īnfāns (Genitiv īnfantis) ‘stumm, noch sehr klein’ (eigentlich ‘nicht sprechend’, mit negierendem in-, s. ↗in-, verbundenes Part. Präs. zu lat. fārī ‘sprechen’), substantiviert ‘kleines Kind’. Dazu der medizinische Terminus Infantilismus m. ‘abnorme körperliche Unterentwickeltheit, Verharren auf einer kindlichen Wachstumsstufe’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
albern · infantil · ↗kindhaft · ↗kindisch · ↗kindlich · ↗kindsköpfig · ↗naiv · ↗unentwickelt · ↗unreif  ●  puerilistisch  selten · ↗pueril  fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abhängigkeit Amnesie Anarchismus Bedürfnis Erwachsene Freude Gemüt Gequatsche Hilflosigkeit Humor Lust Narzißmus Omnipotenzphantasie Phantasie Regression Sehnsucht Sexualität Spaß Spieltrieb Stadium Stolz Trotz Vergnügen Wunsch Zug anmutend geradezu primitiv unreif verhalten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›infantil‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sondern man kann es sich leisten, den infantilen Gelüsten endlich ungehemmt nachzugehen.
Die Welt, 06.01.2003
Sylvia blieb dadurch im ganzen Leben in infantilen Schuhen stecken.
Eberlein, Gisela: Autogenes Training für Fortgeschrittene, Düsseldorf: Wien Econ Verlag 1974, S. 80
Die Tiere konnten keine zusätzlichen Erfahrungen machen und blieben auf infantilem Niveau stehen.
Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 259
Es ist um so schwerer, sich mit einer so infantilen und vorausberechenbaren Haltung abzufinden, als Amanda nicht müde wird, ihre Umgebung zu provozieren.
Becker, Jurek: Amanda herzlos, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1993 [1992], S. 14
Wohl haben die Künstler, je mehr sie nach innen gingen, auf den infantilen Spaß an der Nachahmung des Auswendigen verzichten gelernt.
Adorno, Theodor W.: Minima Moralia, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1971 [1951], S. 277
Zitationshilfe
„infantil“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/infantil>, abgerufen am 17.02.2019.

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