inkommodieren

Grammatik Verb · inkommodiert, inkommodierte, hat inkommodiert
Aussprache 
Worttrennung in-kom-mo-die-ren
Herkunft Latein
eWDG, 1969

Bedeutung

veraltend jmdn. belästigen, stören, jmdm. Unannehmlichkeiten machen
Beispiele:
Ich hoffe, daß ich dich nicht inkommodiert habe [Wasserm.Wahnschaffe1,215]
Aber ich inkommodiere nicht länger, nein, bei Gott, Frau Konsulin, ich inkommodiere nicht länger [Th. MannBuddenbrooks1,97]
sich inkommodieren
Beispiel:
Da mußte schon viel los sein in Kummerow und in der übrigen Welt, bevor Vater Kattentitt sich inkommodierte [WelkGrambauer8]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kommod · Kommode · inkommodieren
kommod Adj. ‘bequem, angenehm’ (heute nur noch öst. und mundartlich), im 18. Jh. entlehnt aus gleichbed. frz. commode, das auf lat. commodus ‘entsprechend, zweckmäßig, bequem’ (eigentlich ‘mit, nach Maß’, zu lat. modus ‘Maß’, s. ↗Modus) zurückgeht. Bereits im 17. Jh. in dt. Texten bezeugtes commode beruht auf direkter Übernahme des Adverbs lat. commodē. Kommode f. ‘bequem, handlich eingerichtetes Möbelstück mit Schubfächern’ (18. Jh.), Entlehnung von gleichbed. frz. commode, dem substantivierten Fem. des Adjektivs. inkommodieren Vb. ‘belästigen, stören’ (17. Jh.), aus gleichbed. frz. incommoder (lat. incommodāre ‘unbequem sein, lästig fallen, beeinträchtigen’, zu lat. incommodus ‘unangemessen, unbequem’).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) Umstände machen · Unbequemlichkeiten bereiten · ↗ablenken · ↗behelligen · ↗belästigen · in Anspruch nehmen · ↗irritieren · ↗unterbrechen  ●  ↗(jemanden) stören  Hauptform · inkommodieren  geh., lat. · ↗molestieren  geh., veraltend, lat. · ↗nerven  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›inkommodieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Später kamen noch andere Umstände hinzu, die geeignet gewesen wären, seine Stellung unbehaglich zu machen, die ihn offenbar aber weiter nicht inkommodiert haben.
Richter, Alfred: Aus Leipzigs musikalischer Glanzzeit, Erinnerungen eines Musikers. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 43871
Aber der scheint, siehe, Aufgabenkatalog, wiederum den Bundesinnenminister nicht inkommodieren zu wollen.
Die Zeit, 26.02.1973, Nr. 09
Es entspricht der so genannten "Salisbury Rule" des Oberhauses, Regierungen vor allem nicht bei Vorhaben zu inkommodieren, die sie dem Wahlvolk bereits offen deklariert hatten.
Die Welt, 28.10.1999
In jedem Zeitschriftenartikel lauern schon sprachliche Abgründe, sobald ein Autor nur gewillt ist, Rezipienten durch hypertrophe Tropen zu inkommodieren.
C't, 1997, Nr. 1
Laurenz Meyer, Generalsekretär der CDU, spricht von Nationalkonservativen in seiner Partei, die ihr Wesen treiben sollten, ohne von einem wie Hohmann inkommodiert zu werden.
Die Welt, 14.11.2003
Zitationshilfe
„inkommodieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/inkommodieren>, abgerufen am 02.07.2020.

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