innen

GrammatikAdverb
Aussprache
Worttrennungin-nen
Wortbildung mit ›innen‹ als Erstglied: ↗Innenanstrich · ↗Innenantenne · ↗Innenarbeit · ↗Innenarchitekt · ↗Innenarchitektur · ↗Innenaufnahme · ↗Innenausbau · ↗Innenausschuss · ↗Innenausstatter · ↗Innenausstattung · ↗Innenbahn · ↗Innenbeleuchtung · ↗Innenbereich · ↗Innenbezirk · ↗Innenbremse · ↗Innendienst · ↗Innendruck · ↗Innendurchmesser · ↗Inneneinrichtung · ↗Innenfläche · ↗Innenhandel · ↗Innenhof · ↗Innenkante · ↗Innenlager · ↗Innenleben · ↗Innenmantel · ↗Innenminister · ↗Innenministerium · ↗Innenohr · ↗Innenpolitik · ↗Innenpolitiker · ↗Innenraum · ↗Innenressort · ↗Innenrolle · ↗Innensechskantschraube · ↗Innenseite · ↗Innenstadt · ↗Innensturm · ↗Innentasche · ↗Innentemperatur · ↗Innentoilette · ↗Innenverhältnis · ↗Innenwand · ↗Innenwelt · ↗innenpolitisch · ↗inwärts
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
an der inneren Seite, im Innern
Gegenwort zu außen
Beispiele:
der Becher ist innen vergoldet
das Haus ist seit Jahrzehnten weder innen noch außen renoviert worden
mit Präposition
in Verbindung mit »nach«
Beispiele:
die Füße nach innen setzen
die Tür geht nach innen auf
die abgeschabte Seite des Stoffes nach innen nehmen
übertragen
Beispiel:
es blieb mir nur die Erinnerung an sonderbar kleine, nur nach innen wirksame Erlebnisse [HesseGertrud2,55]
in Verbindung mit »von«
Beispiele:
von innen die Tür schließen
ich kenne das Haus auch von innen
sich [Dativ] das Gebäude von innen betrachten
das Geräusch kam von innen
übertragen
Beispiele:
die Sache auch von innen (her) kennen
die Kulturpolitik muss von innen (her) erneuert werden
2.
österreichisch drin, drinnen
Gegenwort zu draußen
Beispiel:
innen bleiben, warten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

in · inne · innewerden · innehaben · innehalten · innewohnen · innen · inner · Innereien · innerhalb · innerlich · inmitten · inständig · indem · indessen
in Präp. der räumlichen und zeitlichen Lage, Richtung; vielfach übertragen (vgl. in Eile, in tiefer Trauer, im Namen des Gesetzes). Ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. aengl. engl. mnl. nl. in, anord. ī, schwed. i, got. in setzen mit griech. en (ἐν), lat. in, lit. ị̃, iñ(g), aslaw. , vъ(n)-, russ. v (в) ie. *en, *eni voraus. Im Dt. wird in häufig mit folgendem dem zu im (mhd. imme aus in deme) verschmolzen (im Haus), mit folgendem das zu ins (ins Haus). in ist häufig erstes Glied von Komposita (Inbegriff, Inbrunst, Ingrimm, Insasse), wird mhd. vor starktoniger Silbe zu en- abgeschwächt (z. B. mhd. enzwei, s. ↗entzwei). Zum Adverb ahd. mhd. īn (mit sekundärer Längung aus in), nhd. ein und entsprechenden Komposita s. ↗ein Adv. inne Adv. ‘darin, innen’, Adverbialbildung zur vorgenannten Präposition, ahd. inne (8. Jh.), mhd. inne, asächs. inna, mnd. inne, aengl. inne, anord. inni, schwed. inne, got. inna; dazu die Verbalkomposita innewerden ‘gewahr werden, merken’, mhd. inne werden; innehaben ‘in seiner Gewalt haben, (ein Amt, eine Stelle) bekleiden’, mhd. inne haben, frühnhd. auch inhaben; vgl. ahd. innehabēn ‘(im Körper) behalten’ (um 1000); innehalten ‘stoppen, zurückhalten, aufhören’, auch ‘enthalten, besitzen’ (s. ↗Inhalt), mhd. innehalten; innewohnen ‘enthalten sein’ (18. Jh.). innen Adv. ‘darin, im Inneren’, ahd. in(n)an Adv. Präp. ‘im Innern, innerlich, ins Innere, in’ (8. Jh.), mhd. innen, asächs. aengl. anord. innan, got. innana ‘hinein’; dazu s. ↗binnen. inner Adj. ‘innen liegend, darin befindlich’, älter auch Präp. ‘innerhalb’ (vgl. obd. inner den Grenzen), heute unüblich, ahd. innaro Adj. ‘inner, tief’ (8. Jh.), Komparativbildung zu ahd. inne (s. oben), mhd. inner Adj. ‘inwendig, im Innern liegend’, Präp. ‘innerhalb’; dazu s. ↗erinnern. Davon abgeleitet Innereien Plur. ‘Gedärme, eßbare Tiereingeweide’ (20. Jh.); innerhalb Präp. ‘im Inneren, binnen’, ahd. innarūnhalb ‘innerhalb’ (um 1000), eigentlich ‘auf der inneren Seite’ (zu ahd. halba ‘Seite, Richtung’, s. ↗-halb, ↗-halben), mhd. innerhalbe ‘im Inneren’. innerlich Adj. ‘im Inneren befindlich, seelisch tief veranlagt’, mhd. innerlich. inmitten Präp. ‘in der Mitte von etw.’, ahd. in mitten (8. Jh.), mhd. enmitten(t). inständig Adj. ‘beharrlich, dringlich’ (um 1500), wohl unter dem Einfluß von lat. īnstanter Adv. ‘mit großer Heftigkeit, leidenschaftlich, dringlich’, zu lat. īnstāns (Genitiv īnstantis) ‘gegenwärtig, drängend, angelegentlich’. Davon unabhängig besteht eine vereinzelte frühe Bildung ahd. instentīgo Adv. ‘beständig’ (um 1000), vgl. dazu ahd. anastantan ‘bestehen, beharren’. indem Konj. ‘dadurch daß, während’ (15. Jh.). An die Stelle des Genitivs ahd. innan thes (s. ↗indessen) tritt im Frühnhd. der Dativ in dem mit folgendem daß-Satz, wobei sich unter Ersparung von daß zusammengerücktes indem zur Konjunktion entwickelt. indessen Konj. ‘inzwischen, allerdings, aber, doch’, ahd. innan thes ‘bis dann, unterdessen’, danach (oft einen Nebensatz einleitend) mhd. innen des, woraus die Konjunktion nhd. indeß, indes, seit dem 17. Jh. meist in der gelängten Form indessen.

Thesaurus

Synonymgruppe
drin · im Innern · innen · ↗innerhalb · ↗innerlich
Antonyme
Synonymgruppe
innen  ●  ↗medial  fachspr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

angebracht ausgehöhlt auskleiden beleuchtet belüftet beschlagen besehen blickend erleuchtet gebogen geflankt gekehrt geneigt gerichtet gestülpt gewandt gewendet gewölbt hohl liegend roh rosa saftig salzen stülpen verspiegelt verstellbar vorbeiziehen weich zerfressen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›innen‹.

Zitationshilfe
„innen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/innen>, abgerufen am 17.02.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
innehalten
innehaben
inne
inmitten
inmittelst
Innenangriff
Innenansicht
Innenanstrich
Innenantenne
Innenarbeit