innerlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungin-ner-lich (computergeneriert)
Wortzerlegunginner-lich
Wortbildung mit ›innerlich‹ als Erstglied: ↗Innerlichkeit  ·  mit ›innerlich‹ als Grundform: ↗verinnerlichen
eWDG, 1969

Bedeutung

Gegenwort zu äußerlich
a)
im Inneren, im geistig-seelischen Bereich
Beispiele:
innerlich ruhig, zufrieden sein
innerlich leiden, schwanken, verzweifelt sein
sich innerlich aufregen, gleichbleiben, wandeln
er fühlte sich innerlich wie ausgehöhlt
sie hat ihr innerliches Glück gefunden
Innerliche Freiheit will heißen, daß er die Kraft findet, mit allem Schweren in der Art fertigzuwerden, daß er dadurch vertieft, verinnerlicht, geläutert, still und friedvoll wird [SchweitzerAus meinem Leben221]
b)
Beispiel:
so was Geistiges [Melissengeist] muß im Hause sein, das ist für innerlich und für äußerlich (= das ist für innen und für außen) [Anzengr.4,185]
c)
mit reichem Innenleben, reichem Seelenleben
Beispiele:
ein innerlicher Typ
Er trug es ohne Gram, denn er war ein innerlicher Mensch [FrischStiller92]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

in · inne · innewerden · innehaben · innehalten · innewohnen · innen · inner · Innereien · innerhalb · innerlich · inmitten · inständig · indem · indessen
in Präp. der räumlichen und zeitlichen Lage, Richtung; vielfach übertragen (vgl. in Eile, in tiefer Trauer, im Namen des Gesetzes). Ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. aengl. engl. mnl. nl. in, anord. ī, schwed. i, got. in setzen mit griech. en (ἐν), lat. in, lit. ị̃, iñ(g), aslaw. , vъ(n)-, russ. v (в) ie. *en, *eni voraus. Im Dt. wird in häufig mit folgendem dem zu im (mhd. imme aus in deme) verschmolzen (im Haus), mit folgendem das zu ins (ins Haus). in ist häufig erstes Glied von Komposita (Inbegriff, Inbrunst, Ingrimm, Insasse), wird mhd. vor starktoniger Silbe zu en- abgeschwächt (z. B. mhd. enzwei, s. ↗entzwei). Zum Adverb ahd. mhd. īn (mit sekundärer Längung aus in), nhd. ein und entsprechenden Komposita s. ↗ein Adv. inne Adv. ‘darin, innen’, Adverbialbildung zur vorgenannten Präposition, ahd. inne (8. Jh.), mhd. inne, asächs. inna, mnd. inne, aengl. inne, anord. inni, schwed. inne, got. inna; dazu die Verbalkomposita innewerden ‘gewahr werden, merken’, mhd. inne werden; innehaben ‘in seiner Gewalt haben, (ein Amt, eine Stelle) bekleiden’, mhd. inne haben, frühnhd. auch inhaben; vgl. ahd. innehabēn ‘(im Körper) behalten’ (um 1000); innehalten ‘stoppen, zurückhalten, aufhören’, auch ‘enthalten, besitzen’ (s. ↗Inhalt), mhd. innehalten; innewohnen ‘enthalten sein’ (18. Jh.). innen Adv. ‘darin, im Inneren’, ahd. in(n)an Adv. Präp. ‘im Innern, innerlich, ins Innere, in’ (8. Jh.), mhd. innen, asächs. aengl. anord. innan, got. innana ‘hinein’; dazu s. ↗binnen. inner Adj. ‘innen liegend, darin befindlich’, älter auch Präp. ‘innerhalb’ (vgl. obd. inner den Grenzen), heute unüblich, ahd. innaro Adj. ‘inner, tief’ (8. Jh.), Komparativbildung zu ahd. inne (s. oben), mhd. inner Adj. ‘inwendig, im Innern liegend’, Präp. ‘innerhalb’; dazu s. ↗erinnern. Davon abgeleitet Innereien Plur. ‘Gedärme, eßbare Tiereingeweide’ (20. Jh.); innerhalb Präp. ‘im Inneren, binnen’, ahd. innarūnhalb ‘innerhalb’ (um 1000), eigentlich ‘auf der inneren Seite’ (zu ahd. halba ‘Seite, Richtung’, s. ↗-halb, ↗-halben), mhd. innerhalbe ‘im Inneren’. innerlich Adj. ‘im Inneren befindlich, seelisch tief veranlagt’, mhd. innerlich. inmitten Präp. ‘in der Mitte von etw.’, ahd. in mitten (8. Jh.), mhd. enmitten(t). inständig Adj. ‘beharrlich, dringlich’ (um 1500), wohl unter dem Einfluß von lat. īnstanter Adv. ‘mit großer Heftigkeit, leidenschaftlich, dringlich’, zu lat. īnstāns (Genitiv īnstantis) ‘gegenwärtig, drängend, angelegentlich’. Davon unabhängig besteht eine vereinzelte frühe Bildung ahd. instentīgo Adv. ‘beständig’ (um 1000), vgl. dazu ahd. anastantan ‘bestehen, beharren’. indem Konj. ‘dadurch daß, während’ (15. Jh.). An die Stelle des Genitivs ahd. innan thes (s. ↗indessen) tritt im Frühnhd. der Dativ in dem mit folgendem daß-Satz, wobei sich unter Ersparung von daß zusammengerücktes indem zur Konjunktion entwickelt. indessen Konj. ‘inzwischen, allerdings, aber, doch’, ahd. innan thes ‘bis dann, unterdessen’, danach (oft einen Nebensatz einleitend) mhd. innen des, woraus die Konjunktion nhd. indeß, indes, seit dem 17. Jh. meist in der gelängten Form indessen.

Thesaurus

Synonymgruppe
drin · im Innern · ↗innen · ↗innerhalb · innerlich
Synonymgruppe
gedanklich · ↗geistig · innerlich · ↗mental · ↗psychisch · ↗seelisch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aneignung Schluchzen Zerrissenheit abhaken auflehnen aufwühlen beben bejahen bewegt brodeln distanzieren fernstehen fluchen fluchten frohlocken gefestigt gespalten jauchzen kochen schäumen unwahr verbluten verfaulen verfluchen zerreißen zerrissen zerstritten zusammenhängend zusammenzucken äußerlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›innerlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zur innerlichen Anwendung empfiehlt sich das kaltgepreßte Öl, denn nur innerlich kann es seine antioxidative Wirkung entfalten.
Die Welt, 06.09.2005
Ich habe mich innerlich soweit durchgerungen, dass ich auch den Tod ertragen kann.
Der Tagesspiegel, 04.03.2001
Sollten wir nicht in einer glücklichen Ehe bestrebt sein, gemeinsam zu leben - auch innerlich?
Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 98
Sie geben mir innerlich weniger noch als die Musik, aber ich lerne daran.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1924. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1924], S. 114
Manche mußt du innerlich bekämpfen, andere lösen sich unter der Arbeit.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 7140
Zitationshilfe
„innerlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/innerlich>, abgerufen am 21.03.2019.

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