inständig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungin-stän-dig
eWDG, 1969

Bedeutung

eindringlich, sehr nachdrücklich, flehentlich
Beispiele:
eine inständige Bitte
ein inständiges Werben
auf seine inständige Einladung hin
jmdn. inständig um etw. bitten
etw. inständig hoffen
wir bitten dich inständigst, uns unseren Wunsch nicht abzuschlagen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

in · inne · innewerden · innehaben · innehalten · innewohnen · innen · inner · Innereien · innerhalb · innerlich · inmitten · inständig · indem · indessen
in Präp. der räumlichen und zeitlichen Lage, Richtung; vielfach übertragen (vgl. in Eile, in tiefer Trauer, im Namen des Gesetzes). Ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. aengl. engl. mnl. nl. in, anord. ī, schwed. i, got. in setzen mit griech. en (ἐν), lat. in, lit. ị̃, iñ(g), aslaw. , vъ(n)-, russ. v (в) ie. *en, *eni voraus. Im Dt. wird in häufig mit folgendem dem zu im (mhd. imme aus in deme) verschmolzen (im Haus), mit folgendem das zu ins (ins Haus). in ist häufig erstes Glied von Komposita (Inbegriff, Inbrunst, Ingrimm, Insasse), wird mhd. vor starktoniger Silbe zu en- abgeschwächt (z. B. mhd. enzwei, s. ↗entzwei). Zum Adverb ahd. mhd. īn (mit sekundärer Längung aus in), nhd. ein und entsprechenden Komposita s. ↗ein Adv. inne Adv. ‘darin, innen’, Adverbialbildung zur vorgenannten Präposition, ahd. inne (8. Jh.), mhd. inne, asächs. inna, mnd. inne, aengl. inne, anord. inni, schwed. inne, got. inna; dazu die Verbalkomposita innewerden ‘gewahr werden, merken’, mhd. inne werden; innehaben ‘in seiner Gewalt haben, (ein Amt, eine Stelle) bekleiden’, mhd. inne haben, frühnhd. auch inhaben; vgl. ahd. innehabēn ‘(im Körper) behalten’ (um 1000); innehalten ‘stoppen, zurückhalten, aufhören’, auch ‘enthalten, besitzen’ (s. ↗Inhalt), mhd. innehalten; innewohnen ‘enthalten sein’ (18. Jh.). innen Adv. ‘darin, im Inneren’, ahd. in(n)an Adv. Präp. ‘im Innern, innerlich, ins Innere, in’ (8. Jh.), mhd. innen, asächs. aengl. anord. innan, got. innana ‘hinein’; dazu s. ↗binnen. inner Adj. ‘innen liegend, darin befindlich’, älter auch Präp. ‘innerhalb’ (vgl. obd. inner den Grenzen), heute unüblich, ahd. innaro Adj. ‘inner, tief’ (8. Jh.), Komparativbildung zu ahd. inne (s. oben), mhd. inner Adj. ‘inwendig, im Innern liegend’, Präp. ‘innerhalb’; dazu s. ↗erinnern. Davon abgeleitet Innereien Plur. ‘Gedärme, eßbare Tiereingeweide’ (20. Jh.); innerhalb Präp. ‘im Inneren, binnen’, ahd. innarūnhalb ‘innerhalb’ (um 1000), eigentlich ‘auf der inneren Seite’ (zu ahd. halba ‘Seite, Richtung’, s. ↗-halb, ↗-halben), mhd. innerhalbe ‘im Inneren’. innerlich Adj. ‘im Inneren befindlich, seelisch tief veranlagt’, mhd. innerlich. inmitten Präp. ‘in der Mitte von etw.’, ahd. in mitten (8. Jh.), mhd. enmitten(t). inständig Adj. ‘beharrlich, dringlich’ (um 1500), wohl unter dem Einfluß von lat. īnstanter Adv. ‘mit großer Heftigkeit, leidenschaftlich, dringlich’, zu lat. īnstāns (Genitiv īnstantis) ‘gegenwärtig, drängend, angelegentlich’. Davon unabhängig besteht eine vereinzelte frühe Bildung ahd. instentīgo Adv. ‘beständig’ (um 1000), vgl. dazu ahd. anastantan ‘bestehen, beharren’. indem Konj. ‘dadurch daß, während’ (15. Jh.). An die Stelle des Genitivs ahd. innan thes (s. ↗indessen) tritt im Frühnhd. der Dativ in dem mit folgendem daß-Satz, wobei sich unter Ersparung von daß zusammengerücktes indem zur Konjunktion entwickelt. indessen Konj. ‘inzwischen, allerdings, aber, doch’, ahd. innan thes ‘bis dann, unterdessen’, danach (oft einen Nebensatz einleitend) mhd. innen des, woraus die Konjunktion nhd. indeß, indes, seit dem 17. Jh. meist in der gelängten Form indessen.

Thesaurus

Synonymgruppe
aus tiefster Seele · ↗dringend · drängend · ↗eindringlich · flehend · ↗flehentlich · ↗händeringend · in flehendem Tonfall · inständig · inständigst · ↗nachdrücklich · sehnlichst · unter Flehen  ●  beschwörend  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Appell Bemühen Beschwörung Bitte Bitten Flehen Gebet Versuch Wunsch anflehen appellieren bemühen beschwören beten beteuern bitten derart flehen geradezu herbeisehnen hoffen leise plädieren warnen werben wiederholen wohl wünschen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›inständig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Daraufhin habe die Mutter durch inständiges Bitten erreicht, daß ihr achtjähriger Sohn allein mitgenommen wurde.
Süddeutsche Zeitung, 10.01.1994
Ich bitte Dich also hiermit inständig: denke nicht schlecht von mir.
Brief von Alois Scheuer an Friedchen Scheuer vom 04.04.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0079
Sie hoffen inständig, dass sie aufgeht und ihre Mutter wieder nach Hause kommt.
Bild, 17.11.2000
Er hoffte inständig, daß der Sicherheitsbeamte ihn nicht zwang, noch gröber zu werden.
Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor, Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 111
Kaum warst du da, verspürtest du wieder den inständigen Wunsch, eine Zeitlang bleiben zu dürfen.
Venske, Regula: Marthes Vision, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2006, S. 124
Zitationshilfe
„inständig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/inständig>, abgerufen am 14.12.2019.

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