instrumentieren

Grammatik Verb · instrumentiert, instrumentierte, hat instrumentiert
Aussprache 
Worttrennung in-stru-men-tie-ren · ins-tru-men-tie-ren · inst-ru-men-tie-ren
Wortzerlegung  Instrument -ieren
Wortbildung  mit ›instrumentieren‹ als Erstglied: Instrumentierung  ·  mit ›instrumentieren‹ als Grundform: Instrumentation · Instrumentator
eWDG

Bedeutung

Musik
1.
einen Kompositionsentwurf, besonders die Klavierskizze, für die einzelnen Orchesterinstrumente ausarbeiten, um die dem Komponisten vorschwebende Vorstellung des Klanges zu verwirklichen
Beispiel:
er hatte den Entwurf schnell instrumentiert
2.
eine vorhandene Komposition nachträglich für Orchester einrichten, umschreiben
Beispiele:
ein Lied, Klavierwerk instrumentieren
die Klavierbegleitung eines Liedes instrumentieren
geschickt instrumentierte Volkslieder
Das dicke Instrumentieren war übrigens weder Wagners noch Brahms' persönlicher Fehler, es war ein Irrtum ihrer Zeit [ HesseSteppenw.4,402]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Instrument · Instrumental · instrumentieren · Instrumentar(ium)
Instrument n. ‘Gerät, Werkzeug, (Arbeits)mittel, Musikgerät’ (16. Jh.), zuvor spätmhd. instrument ‘Schriftstück, Urkunde’ (in dieser Bedeutung noch im 18. Jh.), entlehnt aus lat. īnstrūmentum ‘Gerätschaft aller Art, Werkzeug, Ausstattung, Vorrat, Beweismittel, Urkunde’ und bald zu einem vielseitig und häufig gebrauchten Ausdruck entwickelt, vgl. besonders ‘Werkzeug jeder Art, Musikgerät’ (16. Jh.), ‘optisches, geometrisches, medizinisches, mathematisches Gerät’ (18. Jh.). Instrumental m. in der Flexionslehre ‘Mittel und Werkzeug bezeichnender Fall’ (bei Grammatikern der slaw. Sprachen, z. B. Pohl 1773, Dobrovský 1792, dann von J. Grimm in die historische Grammatik aufgenommen), zuvor Instrumentalis (Dobracki 1669), Ablativus Instrumentalis (Roter 1616), nach mlat. (casus) instrumentalis. Vgl. die frühen dt. Übersetzungen Werckzeugsendung (1669), Werck-Zeiger, Werck-Steller (1682). instrumentieren Vb. ‘ein Musikstück für Orchester einrichten’ (19. Jh.). Instrumentar(ium) n. ‘Gesamtheit der für eine Arbeit notwendigen Unterlagen, Hilfsmittel, Geräte’ (19. Jh.), mlat. instrumentarium.

Typische Verbindungen zu ›instrumentieren‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›instrumentieren‹.

Verwendungsbeispiele für ›instrumentieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er überlegte vor allem genau, welche Lieder überhaupt dafür infrage kamen, instrumentiert zu werden.
Süddeutsche Zeitung, 02.10.2002
So karg instrumentiert die Songs sind, so immergleich sind sie komponiert.
Der Tagesspiegel, 29.09.1997
Wie verzaubernd das Stück geschrieben und instrumentiert ist, erfuhr man erst hier.
Die Welt, 18.02.2000
Er instrumentiert geschickt, oft glänzend, ohne jemals die Deutlichkeit des gesungenen Wortes zu beeinträchtigen.
Bernard, Robert: Février. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1955], S. 12638
Sie sang mir ihre Polka und ich instrumentierte mit Hörnern, Trompete in C.
Goldmark, Karl: Erinnerungen aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 29115
Zitationshilfe
„instrumentieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/instrumentieren>, abgerufen am 28.01.2022.

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