inszenieren

Grammatik Verb · inszeniert, inszenierte, hat inszeniert
Aussprache 
Worttrennung in-sze-nie-ren
Wortbildung  mit ›inszenieren‹ als Erstglied: Inszenierung  ·  mit ›inszenieren‹ als Grundform: Inszenator
Herkunft Szene
eWDG

Bedeutungen

1.
ein Bühnenwerk zur Aufführung bringen, die Gestaltung eines Bühnenwerkes auf der Bühne leiten
Beispiele:
F hat ›Die Zauberflöte‹ in B inszeniert
das Werk ist neu inszeniert worden
2.
abwertend, übertragen etw. hervorrufen, ins Werk setzen, arrangieren
Beispiele:
einen Skandal, Unruhen inszenieren
auf welche Weise ohne Kenntnis des Gatten eine heimliche Begegnung am unauffälligsten inszeniert werden könne [ St. ZweigBalzac269]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Szene · szenisch · Szenerie · inszenieren
Szene f. ‘Bühne, Ort der Handlung, Schaubühne, Theater, Öffentlichkeit, Schauplatz’ (1. Hälfte 16. Jh.), ‘Auftritt (als kleinste Einheit eines Bühnenstücks), Bild’ (vereinzelt Mitte 16. Jh., häufiger seit Mitte 18. Jh.), ‘(dramatischer) Vorfall, Vorgang, (malerischer) Anblick’ (Mitte 18. Jh.), ‘Auseinandersetzung, heftiger Wortwechsel, Streit’ (Anfang 19. Jh.), entlehnt aus lat. scaena, scēna ‘Schauplatz, Schaugepränge’, spätlat. ‘äußerer Anblick, Gestalt, Erscheinung, Hergang, Lage’, griech. skēnḗ (σκηνή) ‘Brettergerüst für Schauspieler, Bühne, Szene’, eigentlich ‘Zelt, Hütte, Wohnung, Behausung, Laube’, bis ins 18. Jh. hinein auch in lat. (flektierter) Form. Jung, wohl unter Einfluß von amerik.-engl. scene, ist die Bedeutung ‘soziales, kulturelles Milieu, Gesamtheit von Aktivitäten, Erscheinungen auf einem bestimmten Gebiet’ (Mitte 20. Jh.). szenisch Adj. ‘die Szene betreffend, in der Art einer Szene, bühnenmäßig’ (2. Hälfte 18. Jh.). Szenerie f. ‘(Rundblick über eine) Landschaft, Landschaftsbild, Bühnendekoration’ (Anfang 19. Jh.; anfangs auch in der Nebenform Szenerei); in neuester Zeit auch ‘Schauplatz eines politischen, kulturellen Geschehens’ (Mitte 20. Jh.). inszenieren Vb. ‘die Aufführung eines Bühnenwerks, die Aufnahme eines Films technisch und künstlerisch vorbereiten und leiten, ins Werk, in Szene setzen, hervorrufen’ (2. Hälfte 19. Jh.); vgl. seltenes gleichbed. szenieren.

Thesaurus

Synonymgruppe
aufführen · darbieten · in Szene setzen · inszenieren · vorführen
Synonymgruppe
(in der Öffentlichkeit) inszenieren · (öffentlich) in Szene setzen · Aufsehen erregen  ●  (eine) Szene machen  ugs.
Synonymgruppe
(sich) aufführen (als) · (sich) darstellen · (sich) gefallen in der Pose (des/eines/der/einer) · (sich) gefallen in der Rolle (des/eines/der/einer) · (sich) in die Pose eines (einer ...) werfen · (sich) inszenieren (als) · (sich) präsentieren  ●  (sich) gerieren (als)  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
(den) Anschein erwecken · (den) Eindruck erwecken (als sei ...) · (die) Illusion erwecken · (etwas) vorgaukeln · (etwas) vorspiegeln · (etwas) vorspielen · (etwas) vortäuschen · (sich) (den) Anschein geben · blauen Dunst vormachen · so tun als ob  ●  (etwas) inszenieren  geh. · (sich) als ... inszenieren  geh. · faken  ugs. · markieren  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(etwas) in Szene setzen · (etwas) so aussehen lassen, als ob (...) · (etwas) stellen (Szene, Unfall ...) · arrangieren · fingieren · inszenieren
Synonymgruppe
(die) Aufmerksamkeit auf sich ziehen · (sich) (selbst) darstellen · (sich) aufspielen · (sich) in Szene setzen · (sich) in den Vordergrund schieben · (sich) in den Vordergrund spielen · (sich) produzieren · angeben  ●  (sich) inszenieren (als)  fig. · den großen Auftritt lieben  fig. · posen  Neologismus · (seine) Show abziehen  ugs. · (sich) wichtig machen  ugs. · (sich) wichtig tun  ugs. · aufzufallen versuchen  ugs. · versuchen, aufzufallen  ugs.
Assoziationen
  • Aufmerksamkeit · Beachtung · Berücksichtigung · Betrachtung · Hinblick · Hinsicht · Zuwendung  ●  Fixation  fachspr.
  • (einem anderen) die Schau stehlen · (sich) in den Vordergrund schieben · alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen · alle Blicke auf sich ziehen
  • nicht zu bescheiden sein  ●  (sich) nicht unter Wert verkaufen  fig. · Klappern gehört zum Handwerk.  Sprichwort · Tue Gutes und rede darüber.  Spruch · sein Licht nicht unter den Scheffel stellen  fig. · zeigen, was man draufhat  ugs.
  • (eine) Schau machen · (sich) aufblasen · (sich) aufführen wie der große Zampano · (sich) aufplustern · Eindruck schinden · große Reden schwingen · laut werden  ●  (sich) auf die Brust klopfen  fig. · (sich) aufs hohe Ross setzen  fig. · (sich) aufspielen  Hauptform · (das) große Wort führen  geh. · (den) (großen) Zampano machen  ugs. · (den) Dicken markieren  ugs. · (den) Hermann machen  ugs. · (den) Larry machen  ugs. · (den) Lauten machen  ugs. · (den) Molli machen  ugs., regional · (den) Mund (sehr) voll nehmen  ugs., fig. · (den) Mund zu voll nehmen  ugs. · (den) dicken Mann markieren  ugs. · (den) dicken Max machen  ugs. · (den) dicken Max markieren  ugs. · (die) (große) Welle reißen  ugs. · (die) Backen aufblasen  ugs. · (die) Schnauze aufreißen  ugs., fig. · (die) Welle machen  ugs. · (eine) (dicke) Lippe riskieren  ugs. · (eine) Show abziehen  ugs. · (eine) große Fresse haben  derb · (eine) große Klappe haben  ugs. · (eine) große Schnauze haben  ugs. · (einen) auf dicke Hose machen  derb · (einen) auf großer Zampano machen  ugs. · (gewaltig) das Maul aufreißen  ugs. · (groß) herumtönen  ugs. · (sich) aufführen wie Graf Koks von der Gasanstalt  derb, veraltend, regional · (sich) aufmandeln  ugs., bayr. · (sich) aufpupsen  derb · (sich) großtun (mit)  ugs. · (sich) in die Brust werfen  geh. · (sich) wichtig machen  ugs. · Sprüche klopfen  ugs. · auf den Putz hauen  ugs., fig. · auf die Kacke hauen  derb, fig. · auf die Pauke hauen  ugs., fig. · auf die Pferde hauen  ugs., fig. · blärzen  ugs., regional · den (...) raushängen lassen  ugs. · dicke Backen machen  ugs. · dicketun  ugs. · dicktun  ugs. · einen auf (...) machen  ugs. · groß rumtönen  ugs. · große Töne spucken  ugs. · herumblärzen  ugs., regional · pranzen  ugs. · strunzen  ugs., regional · wichtigtun  ugs.
  • (das ist) das Mindeste (was man erwarten kann) · (so viel) ist sich jemand schuldig · darunter tut es (jemand) nicht

Typische Verbindungen zu ›inszenieren‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›inszenieren‹.

Verwendungsbeispiele für ›inszenieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das "System Kohl" hat es geschafft, alle Veränderungen der letzten zehn Jahre als Variationen des Status quo zu inszenieren. [Die Zeit, 24.02.2000, Nr. 9]
Da wäre doch zu fragen: Inszeniert der freie Regisseur besser als derjenige, der vertraglich an ein Theater gebunden ist? [Die Zeit, 16.04.1998, Nr. 17]
Wenn sich zwölf Minister der Europäischen Gemeinschaft treffen, inszenieren sie ein Drama. [Die Zeit, 11.03.1988, Nr. 11]
Ich bin ein sehr modeaffiner Typ, ich liebe es, mich zu inszenieren. [Die Zeit, 15.08.2013, Nr. 28]
Eine feierliche Manifestation zu inszenieren, dazu war er ganz und gar nicht der Mann. [Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 3966]
Zitationshilfe
„inszenieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/inszenieren>.

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