inwendig

GrammatikAdverb
Aussprache
Worttrennungin-wen-dig
eWDG, 1969

Bedeutung

im Innern, innen
Beispiele:
der Apfel ist inwendig faul
ein Kästchen inwendig (= an den Innenseiten) mit Seide ausgeschlagen
inwendig (= insgeheim) belustigte ihn die Sache
umgangssprachlich etw., jmdn. in- und auswendig (= gründlich) kennen
so leer bin ich inwendig [G. KaiserSilberseeI]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wenden · Wende · Wendeltreppe · wendig · auswendig · inwendig · anwenden · aufwenden · Aufwand · einwenden · entwenden · verwenden
wenden Vb. ‘(sich) umdrehen, umkehren, verändern’, ahd. wenten (8. Jh.), mhd. wenden, asächs. wendian, mnd. mnl. nl. wenden, afries. wenda, aengl. wendan, engl. to wend, anord. venda, schwed. vända, got. wandjan (germ. *wandjan) ist Kausativum zu dem unter ↗winden (s. d.) dargestellten Verb und bedeutet eigentlich ‘drehen machen’. Wende f. ‘Umkehr’, ahd. wentī (um 1000), mhd. wende. Wendeltreppe f. ‘wie eine Schraube um eine Achse führende Treppe’ (16. Jh., zuerst md.), zu spätmhd. wendel m. ‘Wendender, sich Wendendes, Gewundenes’ (zum oben genannten Verb gebildet), älteres gleichbed. Wendelstein m., ahd. wentilstein (11. Jh.), mhd. wendelstein ‘Turm mit sich windender Steintreppe’ ersetzend. wendig Adj. ‘wendbar, wandelbar, gewandt, geschickt’, ahd. wentīg (um 1000, vgl. mānōdwentīg ‘monatlich wiederkehrend’, 9. Jh.), mhd. wendec, wendic ‘rückgängig, abwendig’. auswendig Adv. ‘ohne Vorlage, aus dem Gedächtnis’ (16. Jh.), vorwiegend in Verbindungen wie auswendig lernen, können; auch (heute selten) als Adj. und Adv. ‘nach außen gekehrt, auf der Außenseite befindlich, äußerlich’, mhd. ūʒwendic ‘äußerlich, auswärtig, auf der äußeren Seite’. inwendig Adj. ‘auf der inneren Seite, innen’, mhd. innewendic ‘innerlich, innerhalb (des Hauses bleibend), häuslich, auf der inneren Seite’. anwenden Vb. ‘zu einem bestimmten Zweck, mit einer bestimmten Absicht gebrauchen, auf etw. beziehen, übertragen’ (16. Jh.), ahd. anawenten ‘hinwenden, hinlenken auf’ (9. Jh.), mhd. anwenden. aufwenden Vb. ‘aufbringen für etw., zahlen, ausgeben’ (15. Jh.); vgl. ahd. ūfwenten ‘in die Höhe wenden’ (um 900). Aufwand m. ‘Kosten, Ausgaben’ (18. Jh.). einwenden Vb. ‘widersprechen’ (18. Jh.), ‘zugunsten sprechen’ (17. Jh.). entwenden Vb. ‘stehlen’, mhd. entwenden ‘entgehen, entziehen, abwenden, frei machen von’. verwenden Vb. ‘benutzen, gebrauchen’ (16. Jh.); ahd. firwenten ‘jmdn. von etw. abbringen’ (Hs. 12. Jh.), mhd. verwenden ‘rückgängig machen, abwenden, wehren, entfernen, umkehren, verwandeln, zerstören, ausstatten’.

Thesaurus

Synonymgruppe
innere · innerer · ↗intern · inwendig
Synonymgruppe
im Bereich · im Innern · ↗inmitten · ↗innerhalb · inwendig

Typische Verbindungen
computergeneriert

Feuer Reich auswendig voll

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›inwendig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da jenes Grinsen nun mal kein lautes Lachen, sondern eine inwendige Freude ist, darf man es nicht zu sehr fordern.
Süddeutsche Zeitung, 06.04.2000
Er ist nicht nur, wie er bisher gedacht hat, ein ausschließlich inwendigen Welten zugekehrter Mensch.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh I, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 213
Vereinzelte kleine Häuser zogen an ihnen vorbei, inwendig erhellt von Öllampen, goldgelb im Blau des Abends.
Huch, Friedrich: Pitt und Fox, München: Langewiesche-Brandt 1910 [1909], S. 63
Noch später heilte sie so gut, daß man sie kaum sah; aber sie blutete inwendig, sie blutete nach innen.
Die Zeit, 06.07.1984, Nr. 28
Sehen konnte er bestimmt nicht so weit, höchstens mit seinem inwendigen Auge.
Welk, Ehm: Die Heiden von Kummerow, Rostock: Hirnstorff 1978 [1937], S. 351
Zitationshilfe
„inwendig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/inwendig>, abgerufen am 19.10.2019.

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