irgend

Grammatik Adverb
Aussprache 
Worttrennung ir-gend
Wortbildung  mit ›irgend‹ als Erstglied: ↗irgendein · ↗irgendeinmal · ↗irgendetwas · ↗irgendjemand · ↗irgendwann · ↗irgendwas · ↗irgendwer · ↗irgendwie · ↗irgendwo · ↗irgendwoher
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
verstärkt die Unbestimmtheit vor jemand, etwas
Beispiele:
irgend jemand hat gesagt, dass er krank ist
irgend etwas stört mich an ihm
bring mir irgend etwas Schönes von der Reise mit!
umgangssprachlich irgend so einein beliebiger, nicht näher bestimmbarer
Beispiel:
das ist irgend so ein neuer Kunststoff
2.
überhaupt immer
Grammatik: in einem mit »wenn«, »was«, »wer«, »wo«, »wie« eingeleiteten Gliedsatz
Beispiele:
wenn irgend möglich, komme ich am Dienstag
wenn es mir irgend möglich ist, so schreibe ich ihm noch heute
er tut gern, was irgend möglich ist
wer irgend kann, der helfe
Der improvisatorische Grundcharakter alles Theaters wird klar, wo irgend das Theater sich noch naiv und unumwunden als Selbstzweck und causa sui gibt [ Th. Mann11,38]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

irgend · nirgend(s)
irgend Adv. ‘nicht näher bestimmbar, überhaupt, nur’ (vgl. wenn irgend möglich). Ahd. io (s. ↗je) und (h)wergin ‘irgendwo, -wohin’, aus ahd. (h)wār (s. ↗wo) und einer Indefinitpartikel -gin, verbinden sich zu ahd. io (h)wergin, iergen ‘irgendwo’ (11. Jh.), mhd. iergen, irgen, mnd. iergen(e), mit sekundär angetretenem Dental mhd. irgent (13. Jh.), mnd. iergent (s. ↗jemand, ↗niemand). Örtliche Bedeutung hält sich bis ins 17. Jh., danach allgemein im Sinne der Unbestimmtheit (wohl irgend zwanzig, 18. Jh.). Heute steht irgend vornehmlich in Zusammenrückung (bis ins 18. Jh. noch getrennt geschrieben) mit anderen Indefiniten, vgl. irgendwer, irgendwas, irgendein (16. Jh.), irgendwo (18. Jh.; vgl. spätmhd. iergen anderswā), irgendwelch, irgendwie (19. Jh.). Der Indefinitpartikel ahd. -gin (s. oben) entspricht asächs. -gin, aengl. -gen, anord. -gi; vgl. asächs. hwā̌rgin, hwergin ‘irgend, irgendwo’, aengl. elles hwergen ‘irgendwo anders’, anord. hvargi, hvergi ‘überall’, engi (aus *einngi) ‘irgendein, keiner’, manngi ‘niemand’, dazu mit Ablaut und grammatischem Wechsel got. -hun, vgl. got. ni ainshun, ni mannahun ‘niemand’. Verwandt sind aind. caná, awest. činā̌, die gleichfalls als Partikeln der Unbestimmtheit bzw. Verallgemeinerung fungieren. Zugrunde liegt vielleicht eine erstarrte Flexionsform (Instrumental) zu dem unter ↗wer (s. d.) behandelten Pronominalstamm. nirgend(s) Adv. ‘an keinem Ort’, aostnfrk. niwergin, niergin (9. Jh.), mhd. niergen, niergent, mnd. nergene, nergende, nergent, nhd. nirgend (16. Jh.) neben nirgends (15. Jh.). Vgl. nirgendwo (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(nur / überhaupt) irgendwie · auf irgendeine Weise  ●  irgend  geh.
Assoziationen
  • koste es, was es wolle · mit aller Gewalt · ↗ohne Rücksicht auf Verluste · ↗partout · ↗um jeden Preis · ↗unbedingt · und sei es mit Gewalt · unter allen Umständen · zu allem entschlossen · zum Äußersten entschlossen  ●  mit Gewalt  auch figurativ · ↗auf Biegen und Brechen  ugs. · ↗auf Gedeih und Verderb  ugs. · auf Teufel komm raus  ugs. · komme was (da) wolle  ugs. · wild entschlossen  ugs.
  • (sich) mächtig ins Zeug legen · alles aufbieten, um (zu) · alles tun (dafür dass) · alles unternehmen · alles versuchen · keine Kosten und Mühen scheuen · mit Hochdruck arbeiten (an) · nichts unversucht lassen · sein Möglichstes tun · weder Kosten noch Mühen scheuen · weder Mühe noch Kosten scheuen  ●  Himmel und Hölle in Bewegung setzen  fig. · alle Hebel in Bewegung setzen  fig.
  • alle möglichen · beliebige · irgendwelche · irgendwelche beliebigen · x-beliebige  ●  irgendwelche dahergelaufenen  abwertend

Typische Verbindungen zu ›irgend‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›irgend‹.

Zitationshilfe
„irgend“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/irgend>, abgerufen am 27.11.2020.

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