irritieren

GrammatikVerb · irritiert, irritierte, hat irritiert
Aussprache
Worttrennungir-ri-tie-ren
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›irritieren‹ als Erstglied: ↗Irritation · ↗irritabel
eWDG, 1969

Bedeutung

jmdn. beirren, verwirren, unsicher, nervös machen
Beispiele:
Lichtreflexe auf regennassen Straßen irritieren die Kraftfahrer
der Lärm, ihr langes Schweigen, das Getuschel der Nachbarn hat mich irritiert
mit seinem frechen Grinsen irritiert er die Kameraden
sich (nicht) irritieren lassen
er lässt sich leicht irritieren
durch, von etw. irritiert werden
irritiert verstummen, dreinschauen
ein irritierendes Lächeln, Gemurmel
irritierende Zwischenrufe, Bemerkungen, Handbewegungen, Zeichen
es irritiert mich, wenn ein Kolkrabe mir die Blätter meines Manuskripts wegzutragen versucht [K. LorenzEr redete108]
von ihrer Heftigkeit irritiert, blickte Zweiling auf [ApitzNackt139]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

irritieren Vb. ‘reizen, erregen, provozieren’, entlehnt (16. Jh.) aus gleichbed. lat. irrītāre. Durch volksetymologische Anlehnung an ↗irr, ↗irren (s. d.) entwickelt das Verb im 19. Jh. (vom Omd. ausgehend) die Bedeutung ‘irre, unsicher machen, ablenken, stören’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) Umstände machen · Unbequemlichkeiten bereiten · ↗ablenken · ↗behelligen · ↗belästigen · in Anspruch nehmen · irritieren · ↗unterbrechen  ●  ↗(jemanden) stören  Hauptform · ↗inkommodieren  geh., lat. · ↗molestieren  geh., veraltend, lat. · ↗nerven  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Beeinträchtigung · ↗Betriebsstörung · ↗Fehlfunktion · ↗Störung · ↗Unregelmäßigkeit
  • einreden (auf)  ●  (jemandem) die Hucke volllabern  ugs., salopp · (jemandem) die Ohren vollblasen  ugs. · (jemandem) die Ohren volllabern  ugs. · (jemandem) die Ohren vollquatschen  ugs. · (jemandem) die Ohren vollsülzen  ugs. · (jemandem) ein Ohr abkauen  ugs., fig. · (jemandem) ein Ohr abknabbern  ugs., fig. · (jemandem) einen Knopf an die Backe labern  ugs., fig. · (jemandem) in den Ohren liegen (mit)  ugs. · (jemanden) totquatschen  ugs., fig. · (jemanden) volllabern  ugs. · (jemanden) vollquatschen  ugs. · (jemanden) vollsülzen  ugs., abwertend · (jemanden) zuquasseln  ugs. · ↗(jemanden) zuschwallen  ugs. · (jemanden) zutexten  ugs. · (wie) wild einreden auf (Verstärkung)  ugs.
  • (sich) Vertraulichkeiten herausnehmen · ↗(sich) aufdrängen · ↗bedrängen · ↗belästigen · lästig fallen · lästig sein · lästig werden · nicht in Ruhe lassen · zudringlich werden  ●  (jemandem) auf den Pelz rücken  ugs.
  • (jemanden) ausfragen · intensiv befragen  ●  (jemandem) Löcher in den Bauch fragen  ugs. · ↗(jemanden) ausquetschen  ugs. · ↗(jemanden) löchern  ugs. · ausquetschen wie eine Zitrone  ugs. · ein Loch in den Bauch fragen  ugs.
  • Störfaktor  ●  ein Dorn im Auge  ugs., fig.
  • dazwischenfahren · ↗dazwischengehen · ↗dazwischenhauen · ↗dazwischenkommen
Synonymgruppe
aus dem Konzept bringen · ↗beirren · ↗derangieren · durcheinander bringen · ↗irreführen · irritieren · nachdenklich machen · ↗verunsichern · ↗verwirren  ●  ins Bockshorn jagen  ugs. · kirre machen  ugs. · kirremachen  ugs.
Unterbegriffe
  • (jemandem) das Wort im Mund umdrehen · (jemandem) die Worte im Mund verdrehen  ●  in den Mund legen  fig.
Assoziationen
  • (völlig) verwirrt sein · benommen sein · nicht mehr wissen, wo rechts und links ist · nicht mehr wissen, wo vorne und (wo) hinten ist · unzurechnungsfähig sein  ●  (völlig / komplett) neben der Kappe sein  ugs. · einen Blackout haben  ugs. · nicht (ganz) auf der Höhe sein  ugs. · nicht mehr wissen, ob man Männchen oder Weibchen ist  ugs. · nicht mehr wissen, ob man Männlein oder Weiblein ist  ugs. · nicht wissen, wo oben und (wo) unten ist  ugs. · völlig daneben sein  ugs.
  • in ernsten Schwierigkeiten stecken (mit)  ●  (jemandem) Kopfschmerzen bereiten  ugs., fig. · Probleme machen (die nicht so einfach zu lösen sind)  ugs., variabel
Synonymgruppe
ablenken · ↗bestürzen · irritieren · ↗konsternieren · ↗stören · ↗verblüffen · ↗verunsichern · ↗verwirren  ●  aus der Fassung bringen  ugs.
Synonymgruppe
(etwas) überraschend kommen · (für jemanden) (alles) ein bisschen plötzlich kommen · (jemanden) irritieren · (mit etwas) nicht gerechnet haben · erfrischend (finden) · jemanden wundern · sich wundern · unerwartet kommen · ↗verwunderlich (finden) · verwundert sein
Assoziationen
  • (sich) in (trügerischer) Sicherheit wiegen · (sich) in Sicherheit wähnen  ●  nichts Böses ahnen  floskelhaft · glauben, dass man in Sicherheit ist  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anleger Beobachter Betrachter Fehlen Heftigkeit Hörer Leser Parteifreund Sehgewohnheit Seitenwind Sprunghaftigkeit Torwart Zeitgenosse Zugvogel Zuhörer anfangs belustigen beunruhigen ebensowenig faszinieren gelegentlich nachhaltig provozieren schockieren sichtlich sonderlich verstören verunsichern verärgern zutiefst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›irritieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Fenster, das die Welt zeigen soll, irritiert durch die Präsentation eines eigenen Bildes.
Der Tagesspiegel, 12.02.1999
Kraftlos klatschte sie aufs Eis, und dazwischen schien sie völlig irritiert.
Süddeutsche Zeitung, 11.01.1999
Dann nannte sie eine Nummer, und ich half ihr noch einmal mit dem Namen aus, aber sie ließ sich von der Zuordnung nicht irritieren.
Gstrein, Norbert: Die englischen Jahre, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1999, S. 372
Die Frage war mir kaum bewußt, sie irritierte mich bloß.
Frisch, Max: Stiller, Rheda-Wiedenbrück: Bertelsmann 1997 [1954], S. 389
Meine Behauptungen sollen Sie nicht irritieren; daß sie stimmen, dürfen Sie mir glauben, ich bürge dafür.
Dürrenmatt, Friedrich: Der Verdacht, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1965 [1953], S. 67
Zitationshilfe
„irritieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/irritieren>, abgerufen am 15.11.2019.

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