jähzornig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungjäh-zor-nig
eWDG, 1969

Bedeutung

heftig aufbrausend
Beispiele:
ein jähzorniger Mensch
die Folgen seiner jähzornigen Tat
jähzornig sein
jmdn. jähzornig beschimpfen, schlagen
er warf ihm jähzornig ein Bierglas an den Kopf
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

jäh · jählings · Jähzorn · jähzornig
jäh Adj. ‘hastig, schnell, unerwartet, steil’, ahd. gāhi ‘voreilig, hastig’ (8. Jh.), mhd. gāch, , gæhe ‘schnell, plötzlich, jähzornig’, seit dem 15. Jh. mit mundartlich bedingtem, von Luther aufgegriffenem j-Anlaut, mnl. , nl. gauw. Da weitere, vor allem außergerm. Anknüpfungen unsicher sind, bleibt das Adjektiv etymologisch ungeklärt. Teils wird eine präfigierte Ausgangsform (ahd. *ga-āhi) angenommen und Rückführung auf ie. *ēku- (ablautend zu *ōku-) ‘schnell’ versucht, teils wird eine Variante ie. *ghenk- zu ie. *g̑hengh- ‘schreiten, Schritt’ (s. ↗gehen) zugrunde gelegt (Walde/Pokorny 1, 172). Auch Anschluß an die Wurzel ie. *g̑hē̌i- ‘antreiben, lebhaft bewegen’ wird erwogen (de Vries Nl. 185). jählings Adv. ‘unerwartet, steil’, älter gählings (17. Jh.), vgl. mhd. gæhelingen. Jähzorn m. ‘plötzlicher, unerwartet aufbrausender Zorn’ (18. Jh.), älter Gähzorn (17. Jh.), Gechzorn (15. Jh.), vielleicht Rückbildung aus jähzornig Adj. (16. Jh.), älter gähzornig (14. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
aggressiv · aufbrausend · ↗cholerisch · ↗genervt · ↗hitzköpfig · ↗impulsiv · jähzornig · leicht erregbar · ↗rasend · ↗reizbar · ↗tobsüchtig · ↗unbeherrscht · ↗ungeduldig · ↗ungezügelt · ↗unkontrolliert · ↗wutentbrannt · ↗wütend · zornig · ↗zügellos  ●  ↗exzitabel  fachspr., medizinisch, lat. · ↗fuchsteufelswild  ugs. · ↗furibund  fachspr., veraltet, lat. · ↗grantig  ugs. · ↗ungehalten  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Temperament Vater aggressiv arrogant aufbrausend brutal eifersüchtig gewalttätig impulsiv launisch manchmal oft unberechenbar ungeduldig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›jähzornig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zwei Jahre lang hatten sie ihn erlebt, immer mal wieder jähzornig.
Die Welt, 24.09.2003
Es fehlte nicht viel, da hätte mich der kleine jähzornige Herr gewürgt.
Richter, Alfred: Aus Leipzigs musikalischer Glanzzeit, Erinnerungen eines Musikers. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 43871
Seine Lehrer charakterisierten ihn als widerborstig, jähzornig, rechthaberisch und ziellos dahinlebend.
Der Tagesspiegel, 03.10.1998
Der sonst so jähzornige Anastas ist eigenartig träg und schlapp.
Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 249
Rosa wußte, daß sie der Mutter unrecht getan hatte, und bereute ihre jähzornige Voreiligkeit.
Nabl, Franz: Die Augen. In: ders., Der Tag der Erkenntnis, Graz u. a.: Stiasny 1961 [1919], S. 85
Zitationshilfe
„jähzornig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/jähzornig>, abgerufen am 21.04.2019.

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