jeder, jede, jedes

GrammatikIndefinitpronomen
Worttrennungje-der ● je-de ● je-des (computergeneriert)
Wortbildung mit ›jeder‹ als Erstglied: ↗jedenfalls · ↗jedermann · ↗jederzeit · ↗jedesmalig · ↗jedmöglich · ↗jedweder
eWDG, 1969

Bedeutungen

adjektivisch
bezeichnet ausnahmslos alle einer genannten oder vorgestellten Gruppe von Personen oder Sachen, jedoch nicht alle gemeinsam in ihrer Gesamtheit, sondern einzeln gesehen
Beispiele:
jeder Mann, jede Frau, jedes Kind
mit jedem Cent rechnen
jeden Wunsch erfüllen
über jeden Zweifel erhaben sein
er kommt jeden Monat, jedes Jahr mehrere Male zu uns
heute morgen hatte jeder Zug Verspätung
etw. auf jeden Fall, um jeden Preis (= unbedingt) erreichen wollen
zu jeder Zeit (= immer)
er hat in jeder Hinsicht recht
Ende jeden, jedes Jahres wird abgerechnet
gehoben er war bar jeden, jedes feineren Empfindens
in jeder freien Minute, an jedem freien Abend, an jedem Wochenende lesen
jede (beliebige) Arbeit annehmen
jeder einzelne hat das Recht dazu
umgangssprachlich er kann, wird wohl jede Minute, jeden Augenblick kommen, anrufen (= er wird wohl gleich kommen, anrufen)
umgangssprachlich die S-Bahn fährt jede zehn Minuten (= die S-Bahn fährt alle zehn Minuten)
salopp jede Mengesehr viel, viele
Beispiel:
zur Zeit gibt es jede Menge Äpfel
bei Abstrakta im Sg.
weist auf die verschiedenen Arten des abstrakten Begriffes hin
Beispiele:
jede Hilfe kam zu spät
er vermied jede Anzüglichkeit
jede Liebesmüh war vergebens
wir mussten ohne jede (= ohne die geringste) Unterstützung fertig werden
er verließ den Kranken ohne jede Hoffnung
ohne jeden Grund davonlaufen
Aber diese [die Mutter] verlor bei der Nachricht jede Zurechnungsfähigkeit [KischMarktplatz182]
substantivisch
Beispiele:
jeder kann an unserer Besprechung teilnehmen
das kann jeder machen, wie er will
jedes der Kinder bekam ein Spielzeug
jeder von uns musste zehn Euro geben
jeder, der kommt, ist willkommen
zum Wochenende enthält unser Programm für jeden etwas
»jedes« kann sich auf verschiedene Geschlechter beziehen
Beispiele:
Eltern und Kinder haben kein gutes Verhältnis, jedes geht seine eigenen Wege
er erkundigte sich nach allem und jedem (= nach allem ohne Ausnahme)
gehoben ein jeder
Beispiele:
das ist nicht eines jeden Sache
Tretet her um mich ein jeder, und schwöret mir Treu und Gehorsam bis in den Tod [SchillerRäuberI 2]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

jeder · jedermann · jedesmal · jedenfalls
jeder Indef.pron. ‘irgendeiner von allen, ohne Ausnahme’. Ahd. iogi(h)wedar (8. Jh.), io(h)wedar (um 900) ‘jeder von beiden’, mhd. ieweder, ieder, asächs. eogihweðar, mnd. īder, nl. (unter dt. Einfluß?) ieder, aengl. ǣg(e)hwæþer, kontrahiert ǣgþer, engl. either sind zusammengesetzt aus dem unter ↗je ‘immer’ (s. d.) behandelten Wort, dem unter ↗ge- (s. d.) dargestellten Präfix und dem Indef.pron. ahd. (h)wedar, mhd. weder ‘welcher von beiden, irgendeiner von beiden’, asächs. hweðar, aengl. hwæþer, anord. hvaðarr, got. ƕaþar (s. ↗weder), das sich mit aind. kataráḥ, griech. póteros (πότερος) ‘welcher von beiden’, lit. katràs, aslaw. kotorъ, russ. kotóryj (который) ‘welcher’ an ie. *ku̯otero- ‘wer von zweien’ anschließt, eine Bildung mit dem Suffix -tero- zum Pronominalstamm ie. *ku̯e-, *ku̯o-. Die Verallgemeinerung der Bedeutung ‘jeder von beiden’ zu ‘jeder einzelne, jeder von allen’ geschieht bereits in mhd. Zeit. Dazu die Zusammenrückungen jedermann Indef.pron. ‘alle’, im 14. Jh. aus mhd. ieder und mhd. man ‘Mensch’ (s. ↗Mann, ↗man); jedesmal Adv. ‘immer’ (17. Jh.); jedenfalls Adv. ‘in jedem Falle, immer’ (um 1700).
Zitationshilfe
„jeder“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/jeder>, abgerufen am 19.10.2018.

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