jener, jene, jenes

GrammatikDemonstrativpronomen (weist auf eine bereits bekannte oder noch zu kennzeichnende Größe hin, die dem Sprecher räumlich oder in der Vorstellung fern ist; gibt Genus, Kasus und Numerus dieser Größe an)
Worttrennungje-ner · je-ne · je-nes
Wortbildung mit ›jener‹ als Erstglied: ↗jenseits  ·  mit ›jener‹ als Letztglied: ↗ebenjene · ↗ebenjener · ↗ebenjenes
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
adjektivisch
a)
setzt ein vorangegangenes »dieser« voraus
Beispiele:
jener Schrank, jene Uhr, jenes Bild gefiel ihm nicht
wem gehört jenes Paket dort?
die [Unterschiede] muß ich machen, weil ich einfach eine Orchidee lieber sehe als diesen und jenen (= als irgendeinen, einen überall anzutreffenden) Wegerich [M. WalserHalbzeit605]
jene Welt gehoben, verhüllend das Jenseits
Beispiel:
in jene Welt abberufen werden (= sterben)
b)
steht statt »der«, »die«, »das«
wirkt meist nachdrücklich, feierlich
Beispiele:
jenen Tag werde ich nie vergessen
jener geringfügige Vorfall hatte große Folgen
es war töricht, von jenen vergangenen Dingen immer wieder zu sprechen
er war an jenen Punkt gekommen, an dem die Grenze seiner Geduld lag
sie waren seine Weggefährten in jenem schicksalhaften Jahr, das seinem Aufbruch nach Paris vorausging [JensMann46]
2.
substantivisch
a)
mit vorangegangenem »dieser«
Beispiele:
hier sind zwei Wege: dieser führt zum Schloss, jener zur Stadt
zuerst wandte er sich an diese Patienten, dann an jene
die beiden Texte unterscheiden sich grundsätzlich in ihrem Wortschatz: dieser ist rein mundartlich und jener gehört der Hochsprache an
dieser und jenereinige
Beispiele:
dieser und jener hat nach dir gefragt
man hat diesen und jenen getestet und immer die gleiche Antwort bekommen
dies und jenesmancherlei
Beispiele:
wir haben uns dies und jenes erzählt
sie haben dies und jenes gekauft
b)
steht statt »der«, »die«, »das«
wirkt meist nachdrücklich, feierlich
Beispiele:
sie wollte die Verzweifelte aufrichten, aber jene blickte nur ins Leere
Denn an Einsicht sind wir heute viel klüger / als jene deren Zeit für immer vorüber [P. WeissMarat11]
war es [das Ineinander der Erinnerungen und Erlebnisse] nicht vorgebildet, vorgelebt und vorgedacht von jenem, der mir gegenübersaß? [JensMann36]
zu etw. kommen wie jener zur Ohrfeige umgangssprachlich ganz ohne sein Zutun, ganz unschuldig zu etw. kommen
Beispiel:
er ist zu dem Auftrag gekommen wie jener zur Ohrfeige
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

jener · derjenige · jenseits · Jenseits
jener Pron. hinweisend auf eine entferntere Person oder Sache (im Unterschied zu dieser), ahd. jenēr, genēr (9. Jh.), enēr (um 1000), mhd. jener, ener, mnd. jēne, mnl. gēne, gōne, guene, geune, nl. gene, aengl. geon, engl. (mundartlich bzw. archaisierend) yon, anord. (weiterentwickelt zum bestimmten Artikel) inn, got. jains werden als Bildungen mit no-Suffix (wie auch ↗ein Num. und ↗mein, s. d.) vom Pronominalstamm ie. *i̯e-, *i̯o- (die got. Form vom Lokativ ie. *i̯oi) hergeleitet, der in anderen Sprachen, z. B. in aind. yáḥ, yā́, yát ‘wer, welcher’, griech. hós (ὅς), hḗ (), (), zur Bildung des Relativums dient. derjenige Pron. hinweisendes ↗der (s. d.) verstärkend. Zu mhd. (md.) der jener, frühnhd. der jene tritt (um 1500) die Weiterbildung der jeniger bzw. (schwach flektierend) der jenige (Zusammenschreibung seit 17. Jh.). jenseits Präp. Adv. ‘auf der anderen Seite, außerhalb’ (16. Jh.), mit genitivischem -s hervorgegangen aus adverbial bzw. präpositional gebrauchtem mhd. jen(e) sīt(e), jensīt, frühnhd. jenseit ‘auf jener Seite’. Substantiviert Jenseits n. in religiöser Vorstellung ‘außerirdische, nicht sichtbare Welt, Ort der Verstorbenen’ (um 1800); vgl. weder in dieser noch in jener Welt (Luther).

Thesaurus

Synonymgruppe
das · ↗dasjenige · ↗dies · ↗dieses · jenes · ↗welches
Zitationshilfe
„jener“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/jener>, abgerufen am 19.08.2018.

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