jonglieren

GrammatikVerb · jongliert, jonglierte, hat jongliert
Aussprache
Worttrennungjon-glie-ren · jong-lie-ren
HerkunftFranzösisch
eWDG, 1969

Bedeutung

viele kleine Gegenstände mit artistischem Geschick und gleichsam spielend werfen und wieder auffangen
Beispiele:
der Jongleur jongliert gewandt Teller, Tassen und Gläser
meisterhaft mit Bällen, Reifen und Stäben jonglieren
bildlich
Beispiel:
der Mittelläufer jonglierte geschickt mit dem Ball
umgangssprachlich, übertragen ein kunstvolles Spiel mit etw. treiben, mit etw. geschickt umzugehen wissen
Beispiele:
der Vortragende jonglierte mit Begriffen und Fachausdrücken
Bei uns hat sich ja eine regelrechte Sucht entwickelt, mit Zahlen und Prozenten zu jonglieren! [E. ClaudiusMenschen111]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Jongleur · jonglieren
Jongleur m. ‘Artist für Geschicklichkeitsübungen mit Bällen, Reifen oder anderen Gegenständen’. Dem im 18. Jh. ins Dt. übernommenen frz. jongleur ‘Gaukler, Taschenspieler, Akrobat’ liegt lat. ioculātor ‘Spaßmacher’, afrz. jogleor ‘Spaßmacher, Gaukler, Spielmann’ zugrunde, das zu lat. ioculārī ‘scherzen’, afrz. jogler ‘sich lustig machen, scherzen, Lieder vortragen’ (von lat. iocus, s. ↗Jokus) gehört. Unter dem Einfluß von afrz. frz. jangler ‘Übles nachreden, schwatzen’, einem Verb germ. Ursprungs (vgl. mnl. janken ‘seufzen, stöhnen, girren’, janghelen ‘donnern, murren, murmeln’), und dem hiervon abgeleiteten Substantiv afrz. jangleor ‘Schwätzer, Spötter’ entstehen im Mfrz. die kontaminierten Formen jongleur (16. Jh., zuerst pikard.) sowie jongler ‘mit jmdm. seine Späße treiben’ (um 1400), ‘Kunststücke vorführen’ (16. Jh.), woraus jonglieren Vb. ‘mit Geschicklichkeit Bälle u. ä. werfen und auffangen’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Schwierigkeiten meistern · herumjonglieren · jonglieren · ↗lavieren · ↗taktieren  ●  ↗(sich) durchschlängeln  fig. · ↗herumlavieren  abwertend · Klippen umschiffen  ugs.
Assoziationen
  • (sich) nicht entscheiden können (zwischen) · (sich) nicht festlegen (wollen)  ●  unentschieden sein  Hauptform · (he)rumeiern  ugs., salopp · hin- und hergerissen sein  ugs. · ↗schwanken (zwischen)  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Akrobat Artist Ball Clown Fachbegriff Fackel Gaukler Jongleur Keule Klischee Milliardenbetrag Milliardensumma Millionenbetrag Millionensumme Riesensumme Tablett Teller Tennisball Versatzstück Weinglas artistisch balancieren gekonnt geschickt herumjonglieren leichthändig mühelos steppen turnen virtuos

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›jonglieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man fängt mit dem Zuwerfen von einem Ball an und kann später mit 2 und 3 Bällen jonglieren.
Schlepegrell, Elisabeth: Der Medizinball. In: Ins Leben hinaus, Stuttgart: Union Dt. Verl.-Ges. 1931, S. 180
Genau so hat die Regierung auch mit dem Wachstum jongliert.
Der Tagesspiegel, 07.06.2001
So konnte die nicht-jüdische Öffentlichkeit mit ganz anderen Zahlen jonglieren.
Süddeutsche Zeitung, 01.09.1994
Wer das weiß, jongliert nicht bei nichtigen Gelegenheiten mit pathetischen Worten herum, sondern bewahrt auch hier Geschmack und Takt.
Haluschka, Helene: Noch guter Ton? In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 3095
Wer etwas erzählen will, spielt nicht mit Klängen und jongliert nicht mit Worten.
Die Zeit, 23.04.1965, Nr. 17
Zitationshilfe
„jonglieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/jonglieren>, abgerufen am 12.11.2019.

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