Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

jubeln

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ju-beln
Wortbildung  mit ›jubeln‹ als Erstglied: Jubelbraut · Jubelbräutigam · Jubelfeier · Jubelfest · Jubelgesang · Jubelgeschrei · Jubelgreis · Jubelhochzeit · Jubeljahr · Jubelpaar · Jubelperser · Jubelruf · Jubelschrei · Jubelsturm
 ·  mit ›jubeln‹ als Letztglied: aufjubeln · bejubeln · entgegenjubeln · hinausjubeln · hochjubeln · umjubeln · zujubeln
 ·  mit ›jubeln‹ als Grundform: verjubeln

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. in Jubel ausbrechen, laut frohlocken
    1. [bildlich] ...
    2. oft im Partizip I
  2. 2. jmdm. etw. mit Jubel kundtun
    1. [salopp, spöttisch] ⟨jmdm. etw. unter die Weste jubeln⟩ jmdm. in betrügerischer Weise Schaden zufügen
eWDG

Bedeutungen

1.
in Jubel ausbrechen, laut frohlocken
Beispiele:
laut, hell, freudig jubeln
das begeisterte Publikum jubelt
wir jubeln über die vielen Geschenke
die Sieger jubelten (= triumphierten)
er jubelt innerlich
juble, jubele nicht zu früh!
Jubeln und Jauchzen scholl über den Platz
bildlich
Beispiel:
eine Geige jubelte in das Abendrot [ WiechertRede5]
Grammatik: oft im Partizip I
Beispiele:
ein jubelndes Lachen, Singen
jubelnde Fanfarenklänge
eine jubelnde Menge begrüßte den Ehrengast
jmdm. einen jubelnden Empfang bereiten
die Kinder sprangen uns jubelnd entgegen
2.
jmdm. etw. mit Jubel kundtun
Beispiele:
jmdm. Applaus jubeln
Wie im Theater dem gefeierten Schauspieler jubelten sie dem Senator Beifall [ Feuchtw.Jüd. Krieg17]
salopp, spöttisch jmdm. etw. unter die Weste jubelnjmdm. in betrügerischer Weise Schaden zufügen
Beispiel:
der Gauner jubelte dem Käufer wertlosen Plunder unter die Weste
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

jubilieren · Jubel1 · jubeln · verjubeln · Jubel-2 · Jubiläum · Jubilar
jubilieren Vb. ‘sich laut freuen, singen’, von Vögeln ‘trillern’, mhd. jūbilieren, spätmhd. auch ‘in mystische, innige Verzückung geraten’, entlehnt aus kirchenlat. iūbilāre ‘jauchzen, frohlocken’, lat. ‘ein wildes Geschrei erheben, jauchzen, jodeln’, ursprünglich vom Rufen der Bauern und Hirten. Dazu und zum Folgenden vgl. Grundmann in: Festschr. Trier (1954) 477 ff. Jubel1 m. ‘Freude, Jauchzen’, mhd. jūbel ‘Jubel, feierlich-jauchzende Schlußvariation des Andachtliedes, Freudenausbruch eines vom Gedanken an Gott erfüllten Herzens im Gesang’, in der Mystik auch ‘mystische Verzückung im Erlebnis der Vereinigung mit Gott’, aus spätlat. iūbilus, lat. iūbilum, ursprünglich der ‘Bauern- und Hirtenruf’, dann ‘freudiger Aufschrei, das Jauchzen, Jodeln’, kirchenlat. ‘das Jauchzen, Frohlocken des Volkes’; wohl eine Rückbildung aus lat. iūbilāre (s. oben). Dazu Jubelgeschrei (18. Jh.), Jubelruf (19. Jh.). jubeln Vb. ‘sich laut freuen’ (15. Jh.), Neubildung zu Jubel1. verjubeln Vb. ‘leichtsinnig durchbringen, verprassen’ (19. Jh.). – Jubel-2 als erstes Glied in den nachfolgenden Komposita beruht auf kirchenlat. iūbilaeus (annus), griech. iōbēlá͞ios (ἰωβηλαῖος) als Wiedergabe von lautlich ähnlichem hebr. jōvēl ‘Widderhorn, Klang des Horns, Jubeljahr’. (Nach dem mosaischen Gesetz wurde alle fünfzig Jahre der Beginn des jüdischen Schuldenerlaßjahres mit Hörnerklang verkündet.) Dazu stellt sich frühnhd. jubeljar (15. Jh.), nhd. Jubeljahr, seit 1300 als Gnadenjahr der katholischen Kirche mit großem Ablaß alle hundert Jahre (später in kürzeren Abständen) gefeiert. Daher alle Jubeljahre ‘selten’ (18. Jh.). Ferner schließen sich hier an Jubelfeier, Jubelgreis, Jubelhochzeit (18. Jh.), Jubelpaar (19. Jh.), die jedoch alle als zu Jubel1 gehörig empfunden werden. Jubiläum n. ‘Gedenkfest, Gedenktag’ (16. Jh.), kirchenlat. iūbilaeum ‘Jubelzeit’. Jubilar m. ‘wer ein Jubiläum feiert’ (18. Jh.), mlat. jubilarius ‘wer fünfzig Jahre in der gleichen Stelle ist’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Freudenschreie ausstoßen · frohlocken · hurra schreien · in Jubelschreie ausbrechen · jauchzen · jubilieren · juchhe schreien · juchhu schreien · juchzen · juhu rufen · vor Freude laut singen  ●  johlen  abwertend · jubeln  Hauptform
Oberbegriffe
  • Laute von sich geben

Typische Verbindungen zu ›jubeln‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›jubeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›jubeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann hätte man zu früh gejubelt und abermals lagerten sich düstere Schatten um das festlich geschmückte Haus! [Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 25752]
Nun habe man endlich ein Mittel entdeckt, die Wände mühelos zu reinigen, jubeln die Hersteller. [konkret, 1986]
Der Führer jubelte über seinen Sieg ebenso wie die Presse. [Der Spiegel, 15.04.1985]
Und die fangen zum ersten Mal an diesem Tag an zu jubeln. [Die Zeit, 07.12.2013, Nr. 50]
Die Spieler verneigten sich vor ihm, dann warfen sie ihn jubelnd in die Höhe. [Die Zeit, 02.06.2013 (online)]
Zitationshilfe
„jubeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/jubeln>.

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