kälbern

GrammatikVerb
Nebenform selten kalbern · Verb
Worttrennungkäl-bern ● kal-bern
Wortbildung mit ›kälbern‹ als Erstglied: ↗Kalberei · ↗kalberig · ↗kalbrig · ↗kälberig · ↗kälbrig
 ·  mit ›kälbern‹ als Letztglied: ↗herumkalbern
eWDG, 1969

Bedeutung

umgangssprachlich sich albern benehmen, albern
Beispiele:
die Mädchen kicherten und kalberten
Zwei Stufen über mir kalberte (= schäkerte) ein ungeniertes Liebespaar [GrassBlechtrommel488]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kalb · kalben · kälbern · kalbern · Kalbfell
Kalb n. ‘neugeborenes oder junges Rind’. Die Etymologie ist nicht klar festzulegen, da ein solches Elementarwort der Tierhaltung unterschiedliche Eigenentwicklungen erfahren haben mag. Ahd. kalb (8. Jh.), mhd. kalp, asächs. mnd. nl. kalf, aengl. cælf, mnl. engl. calf, anord. kalfr, schwed. kalv erweist sich nach den Pluralformen ahd. kelbir, aengl. calfru, cealfru als alter es / os-Stamm (germ. *kalƀaz, *kalƀiz). Im Ablaut dazu begegnet ahd. kilbur (11. Jh.), kilburra, kilbirra (9. Jh.), aengl. ceolbor-, cilfor(lamb) ‘Mutterlamm’. Daneben steht ein femininer n-Stamm got. kalbō ‘junge Kuh, Kalb’, ahd. kalba, mhd. kalbe ‘über ein Jahr alte Kuh, die noch nicht gekalbt hat’. Unter Berücksichtigung der Anlautverhältnisse und unter Annahme einer Bedeutungsentwicklung ‘Anschwellung ‒ Mutterleib ‒ Leibesfrucht’ ist Rückführung auf ie. *gelb(h)- möglich, eine wohl nur im Germ. vertretene Variante von ie. *glēb(h)-, *gleb(h)- ‘zusammballen’ (s. ↗Klafter, ↗Kolben), Labialerweiterungen der Wurzel ie. *gel- ‘(sich) ballen, Gerundetes, Kugliges’, wozu auch gall.-lat. galba ‘Schmerbauch, dicke Person’, lat. globus ‘Kugel, Ball, Klumpen’ gehören. Semantische Beziehungen zu ie. *gu̯elbh- ‘Gebärmutter, Tierjunges’ mit griech. delphýs (δελφύς) ‘Gebärmutter’, délphax (δέλφαξ) ‘Sau, Mutterschwein’ und aind. gárbhaḥ ‘Mutterleib, Leibesfrucht’ sind nicht zu übersehen; der ie. labiovelare Anlaut ist allerdings mit den oben genannten germ. Formen nicht vereinbar. kalben Vb. ‘ein Kalb zur Welt bringen’, mhd. kalben. kälbern, kalbern Vb. ‘kalben’, auch ‘herumalbern, Spaß machen’ (16. Jh.), eigentlich ‘herumtollen wie ein junges Kalb’. Kalbfell n. oft bildlich für ‘Trommel’ (16. Jh.).

Verwendungsbeispiele für ›kälbern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch sie klopfen coole Sprüche, heizen sich auf, kalbern an der Bar herum.
Der Tagesspiegel, 01.03.2000
Drei halbstarke Eisbären kalbern durch die Tundra, keine hundert Meter entfernt.
Süddeutsche Zeitung, 25.04.2000
Die lachten über jeden Dreck, kalberten und trällerten schon vorm Frühstück.
Bieler, Manfred: Der Bär, Hamburg: Hoffmann und Campe 1983, S. 14
Später, in der Kantine, verdrückt er Hamburger und kalbert auf italienisch mit Papageno herum.
Die Zeit, 27.12.1968, Nr. 52
Doch muß die Tochter nicht unbedingt nach der Mutter schlagen: 'Blinde Küh kälbere au'.
Röhrich, Lutz: Kuh. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 3528
Zitationshilfe
„kälbern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/k%C3%A4lbern#1>, abgerufen am 22.02.2020.

Weitere Informationen …

kälbern

GrammatikAdjektiv · ohne Steigerung
Aussprache
Worttrennungkäl-bern
eWDG, 1969

Bedeutung

landschaftlich, besonders österreichisch aus Kalbfleisch bestehend
Beispiele:
kälberne Wurst
kälbernes Fleisch
er liebt Kälbernes
andere empfingen ... die Hauptgerichte, Kälbernes, Schöpsernes, Backfische, Geflügel [Th. MannJoseph5,389]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kalb · kalben · kälbern · kalbern · Kalbfell
Kalb n. ‘neugeborenes oder junges Rind’. Die Etymologie ist nicht klar festzulegen, da ein solches Elementarwort der Tierhaltung unterschiedliche Eigenentwicklungen erfahren haben mag. Ahd. kalb (8. Jh.), mhd. kalp, asächs. mnd. nl. kalf, aengl. cælf, mnl. engl. calf, anord. kalfr, schwed. kalv erweist sich nach den Pluralformen ahd. kelbir, aengl. calfru, cealfru als alter es / os-Stamm (germ. *kalƀaz, *kalƀiz). Im Ablaut dazu begegnet ahd. kilbur (11. Jh.), kilburra, kilbirra (9. Jh.), aengl. ceolbor-, cilfor(lamb) ‘Mutterlamm’. Daneben steht ein femininer n-Stamm got. kalbō ‘junge Kuh, Kalb’, ahd. kalba, mhd. kalbe ‘über ein Jahr alte Kuh, die noch nicht gekalbt hat’. Unter Berücksichtigung der Anlautverhältnisse und unter Annahme einer Bedeutungsentwicklung ‘Anschwellung ‒ Mutterleib ‒ Leibesfrucht’ ist Rückführung auf ie. *gelb(h)- möglich, eine wohl nur im Germ. vertretene Variante von ie. *glēb(h)-, *gleb(h)- ‘zusammballen’ (s. ↗Klafter, ↗Kolben), Labialerweiterungen der Wurzel ie. *gel- ‘(sich) ballen, Gerundetes, Kugliges’, wozu auch gall.-lat. galba ‘Schmerbauch, dicke Person’, lat. globus ‘Kugel, Ball, Klumpen’ gehören. Semantische Beziehungen zu ie. *gu̯elbh- ‘Gebärmutter, Tierjunges’ mit griech. delphýs (δελφύς) ‘Gebärmutter’, délphax (δέλφαξ) ‘Sau, Mutterschwein’ und aind. gárbhaḥ ‘Mutterleib, Leibesfrucht’ sind nicht zu übersehen; der ie. labiovelare Anlaut ist allerdings mit den oben genannten germ. Formen nicht vereinbar. kalben Vb. ‘ein Kalb zur Welt bringen’, mhd. kalben. kälbern, kalbern Vb. ‘kalben’, auch ‘herumalbern, Spaß machen’ (16. Jh.), eigentlich ‘herumtollen wie ein junges Kalb’. Kalbfell n. oft bildlich für ‘Trommel’ (16. Jh.).

Verwendungsbeispiele für ›kälbern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch sie klopfen coole Sprüche, heizen sich auf, kalbern an der Bar herum.
Der Tagesspiegel, 01.03.2000
Drei halbstarke Eisbären kalbern durch die Tundra, keine hundert Meter entfernt.
Süddeutsche Zeitung, 25.04.2000
Die lachten über jeden Dreck, kalberten und trällerten schon vorm Frühstück.
Bieler, Manfred: Der Bär, Hamburg: Hoffmann und Campe 1983, S. 14
Später, in der Kantine, verdrückt er Hamburger und kalbert auf italienisch mit Papageno herum.
Die Zeit, 27.12.1968, Nr. 52
Doch muß die Tochter nicht unbedingt nach der Mutter schlagen: 'Blinde Küh kälbere au'.
Röhrich, Lutz: Kuh. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 3528
Zitationshilfe
„kälbern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/k%C3%A4lbern#2>, abgerufen am 22.02.2020.

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