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kämmen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung käm-men
Wortbildung  mit ›kämmen‹ als Erstglied: Kämm-Maschine · Kämmling · Kämmmaschine
 ·  mit ›kämmen‹ als Letztglied: abkämmen · aufkämmen · auskämmen · durchkämmen · glatt kämmen · glattkämmen · herauskämmen · hochkämmen · zurückkämmen · überkämmen
 ·  mit ›kämmen‹ als Binnenglied: Wollkämmer
eWDG

Bedeutung

die Haare mit einem Kamm ordnen, glätten (und sie legen, stecken)
Beispiele:
(sich) [Dativ] das Haar kämmen
(jmdm.) das Haar kämmen
sich [Dativ] die Haare in die Stirn, aus dem Gesicht, straff nach hinten kämmen
sich, jmdn. kämmen
Beispiele:
vor Tisch musst du dich noch einmal kämmen
die Mutter kämmte das Kind
vor dem Theaterbesuch ließ sie sich beim Friseur kämmen (= frisieren)
die Fransen eines Teppichs kämmen (= mit einem Kamm ordnen)
fachsprachlich mit Hilfe von Kämmen die kurzen Fasern aus Wolle, Baumwolle, Chemiefasern entfernen
Beispiel:
gekämmte Baumwolle
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kamm · kämmen · Kammgarn
Kamm m. ‘mit Zinken versehenes Gerät zur Haarpflege’, ahd. kamb(o) ‘Kamm, Helmbusch, Kranzgesims’ (10. Jh.), mhd. kamp, asächs. kamb, mnl. cam(b), mnd. nl. kam, aengl. camb, comb, engl. comb, anord. kambr, schwed. kam (germ. *kamba-) verbinden sich als ‘gezähntes Gerät’ mit aind. jámbhaḥ ‘Zahn’, jámbhatē ‘schnappt’, griech. gómphos (γόμφος) ‘Pflock’, lit. žam̃bas ‘Balkenkante, eckiger Gegenstand’, žem̃bti ‘(zer)schneiden’, aslaw. zǫbъ ‘Zahn’, russ. zub (зуб), so daß sich ie. *g̑ombhos ‘Zahn’ erschließen läßt. Sämtliche Formen gehören zu ie. *g̑embh- (daneben vielleicht auch *g̑emph-) ‘beißen, zerbeißen’, das als Nasalierung der Wurzel ie. *g̑epʰ-, *g̑ebʰ-, ‘Kiefer, Mund; essen, fressen, schnappen’ (s. Kiefer1 m., Käfer) anzusehen ist. Vgl. die Wendung alles über einen Kamm scheren ‘unterschiedliche Dinge gleich behandeln’ (16. Jh.), eigentlich wohl grobe und feine Wolle, aber auch unterschiedliche Haartrachten mit demselben Kamm, also auf dieselbe Art, behandeln. – Vom Substantiv abgeleitet kämmen Vb. ‘mit einem Kamm glätten, ordnen’, ahd. kemben (um 1000), mhd. kemben, kemmen, asächs. kembian, aengl. cemban, engl. to comb, anord. kemba. Kammgarn n. ‘Garn aus reiner, gekämmter (gelockerter) Wolle’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
bürsten · frisieren · kämmen

Typische Verbindungen zu ›kämmen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kämmen‹.

Verwendungsbeispiele für ›kämmen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ihre Haare hatte sie vorne immer perfekt zurechtgemacht, hinten hat sie sich nicht mal gekämmt. [Die Zeit, 27.11.2009, Nr. 43]
Noch trug er die graue Uniform, das krause Haar hatte er nach hinten gekämmt. [Die Zeit, 05.02.2007, Nr. 06]
Er ist ein großer Mann von 78 Jahren, die weißen Haare hat er streng nach hinten gekämmt. [Die Zeit, 08.01.2007, Nr. 02]
Auf späteren Fotos wird dieser Mann nie mehr so gut gekämmt sein. [Die Zeit, 26.02.2001, Nr. 09]
Sie dürfen sich niemals bei Tisch kämmen und sollten es sogar vermeiden, mit Ihren Händen den Sitz Ihres Haares zu prüfen. [Chamrath, Gustav: Lexikon des guten Tons, Wien: Ullstein 1954 [1953], S. 127]
Zitationshilfe
„kämmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/k%C3%A4mmen>.

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