kämmen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung käm-men
Wortbildung  mit ›kämmen‹ als Erstglied: ↗Kämmling  ·  mit ›kämmen‹ als Letztglied: ↗Wollkämmer · ↗abkämmen · ↗aufkämmen · ↗auskämmen · ↗durchkämmen · ↗glatt kämmen · ↗glattkämmen · ↗herauskämmen · ↗hochkämmen · ↗zurückkämmen · ↗überkämmen
eWDG, 1969

Bedeutung

die Haare mit einem Kamm ordnen, glätten (und sie legen, stecken)
Beispiele:
(sich) [Dativ] das Haar kämmen
(jmdm.) das Haar kämmen
sich [Dativ] die Haare in die Stirn, aus dem Gesicht, straff nach hinten kämmen
sich, jmdn. kämmen
Beispiele:
vor Tisch musst du dich noch einmal kämmen
die Mutter kämmte das Kind
vor dem Theaterbesuch ließ sie sich beim Friseur kämmen (= frisieren)
die Fransen eines Teppichs kämmen (= mit einem Kamm ordnen)
fachsprachlich mit Hilfe von Kämmen die kurzen Fasern aus Wolle, Baumwolle, Chemiefasern entfernen
Beispiel:
gekämmte Baumwolle
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kamm · kämmen · Kammgarn
Kamm m. ‘mit Zinken versehenes Gerät zur Haarpflege’, ahd. kamb(o) ‘Kamm, Helmbusch, Kranzgesims’ (10. Jh.), mhd. kamp, asächs. kamb, mnl. cam(b), mnd. nl. kam, aengl. camb, comb, engl. comb, anord. kambr, schwed. kam (germ. *kamba-) verbinden sich als ‘gezähntes Gerät’ mit aind. jámbhaḥ ‘Zahn’, jámbhatē ‘schnappt’, griech. gómphos (γόμφος) ‘Pflock’, lit. žam̃bas ‘Balkenkante, eckiger Gegenstand’, žem̃bti ‘(zer)schneiden’, aslaw. zǫbъ ‘Zahn’, russ. zub (зуб), so daß sich ie. *g̑ombhos ‘Zahn’ erschließen läßt. Sämtliche Formen gehören zu ie. *g̑embh- (daneben vielleicht auch *g̑emph-) ‘beißen, zerbeißen’, das als Nasalierung der Wurzel ie. *g̑epʰ-, *g̑ebʰ-, ‘Kiefer, Mund; essen, fressen, schnappen’ (s. ↗Kiefer1 m., ↗Käfer) anzusehen ist. Vgl. die Wendung alles über einen Kamm scheren ‘unterschiedliche Dinge gleich behandeln’ (16. Jh.), eigentlich wohl grobe und feine Wolle, aber auch unterschiedliche Haartrachten mit demselben Kamm, also auf dieselbe Art, behandeln. Vom Substantiv abgeleitet kämmen Vb. ‘mit einem Kamm glätten, ordnen’, ahd. kemben (um 1000), mhd. kemben, kemmen, asächs. kembian, aengl. cemban, engl. to comb, anord. kemba. Kammgarn n. ‘Garn aus reiner, gekämmter (gelockerter) Wolle’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
bürsten · ↗frisieren · kämmen

Typische Verbindungen zu ›kämmen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kämmen‹.

Verwendungsbeispiele für ›kämmen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ihre Haare hatte sie vorne immer perfekt zurechtgemacht, hinten hat sie sich nicht mal gekämmt.
Die Zeit, 27.11.2009, Nr. 43
Soll ich mir etwa meine Haare so kämmen wie du?
Bild, 17.03.1999
So mußte sich auch die Schwester hier umziehen, waschen, kämmen.
Hein, Christoph: Drachenblut, Darmstadt: Luchterhand 1983 [1982], S. 6
Sie stand auf, strich über ihren Rock und kämmte ihre Haare.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 449
Sie dürfen sich niemals bei Tisch kämmen und sollten es sogar vermeiden, mit Ihren Händen den Sitz Ihres Haares zu prüfen.
Chamrath, Gustav: Lexikon des guten Tons, Wien: Ullstein 1954 [1953], S. 127
Zitationshilfe
„kämmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/k%C3%A4mmen>, abgerufen am 01.06.2020.

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