kämpfen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung kämp-fen
Wortbildung  mit ›kämpfen‹ als Erstglied: ↗Kämpfer  ·  mit ›kämpfen‹ als Letztglied: ↗abkämpfen · ↗ankämpfen · ↗auskämpfen · ↗bekämpfen · ↗durchkämpfen · ↗emporkämpfen · ↗erkämpfen · ↗freikämpfen · ↗herankämpfen · ↗mitkämpfen · ↗niederkämpfen · ↗umkämpfen · ↗vorkämpfen · ↗weiterkämpfen
eWDG

Bedeutung

sich mit jmdm., etw. hart auseinandersetzen
a)
mit Waffen unter Einsatz aller Kräfte gegen einen militärischen Gegner, gegen feindliche Kräfte vorgehen
Beispiele:
die kämpfende Truppe
bis zum letzten Mann kämpfen
sein Bruder kämpfte auf der anderen Seite
vor N wurde um jeden Fußbreit Boden gekämpft
für die Heimat mit der Waffe in der Hand kämpfen
an diesem Frontabschnitt wurde hart gekämpft
dieses Volk kämpfte gegen die Eindringlinge auf Leben und Tod
b)
handgreiflich (mit Waffen) gegen einen oder mehrere persönliche Gegner vorgehen
Beispiele:
gegen jmdn., mit jmdm. verbissen kämpfen
jmdn. mit den Fäusten zu Boden kämpfen
zwei miteinander kämpfende Hirsche
bildlich
Beispiele:
der kleine Dampfer kämpfte gegen den Sturm, mit den Wellen
mit dem Tod kämpfen
mit einem Erstickungsanfall, Hustenreiz kämpfen
sie kämpfte mit den Tränen (= suchte sie zu unterdrücken)
mit dem, gegen den Schlaf kämpfen (= krampfhaft versuchen, wach zu bleiben)
Ich sah, wie schwer sie gegen die harte Strömung zu kämpfen hatte [ H. W. RichterSpuren221]
Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens [ SchillerJungfr. v. OrleansIII 6]
übertragen
Beispiel:
sofern er nicht ... mit Gläubigern kämpfte [ St. ZweigBalzac112]
c)
in einem sportlichen Wettkampf unter Einsatz aller Kräfte um den Sieg ringen
Beispiel:
die Mannschaft kämpfte zäh, verbissen, hart (um den Sieg)
d)
unter Einsatz aller Kräfte versuchen, einer Sache Einhalt zu gebieten oder etw. zu verwirklichen
Beispiele:
auf verlorenem Posten kämpfen
illegal kämpfen
mit Präposition
Grammatik: in Verbindung mit »gegen«
Beispiele:
gegen die Verbreitung der Atomwaffen kämpfen
gegen Unterdrückung, Ausbeutung, gegen die Ungerechtigkeit, gegen Dogmatismus, Vorurteile kämpfen
Grammatik: in Verbindung mit »für«
Beispiel:
für die Freiheit, den Frieden, für ein besseres Leben, für eine gute, gerechte Sache kämpfen
Grammatik: in Verbindung mit »um«
Beispiele:
um Rentabilität kämpfen
die Eltern kämpften verzweifelt um das Leben ihres Kindes
wie ein Löwe um etw. kämpfen
einen aussichtslosen Kampf um etw. kämpfen
Wir haben um die Löhne gekämpft und um bessere Arbeitsbedingungen [ BrechtMutter5]
um jmdn. kämpfen
Beispiel:
er hat viele Jahre um diese Frau gekämpft (= unter Einsatz aller Kräfte versucht, sie zu gewinnen)
e)
intensiv versuchen, einen inneren Zwiespalt zu überwinden, mit sich, mit etw. ringen
Beispiele:
er kämpfte lange mit sich, ob er die Wahrheit sagen sollte
sie kämpfte mit dem Entschluss, ihn zu verlassen
in mir kämpften Angst und Abneigung, Freude und Zuneigung miteinander [ H. W. RichterSpuren107]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kampf · kämpfen · Kämpfer · Kämpe · kämpferisch
Kampf m. ‘Streit, Schlacht’, ahd. kamph (11. Jh., älter kamphheit, 8. Jh., sigikamph, 9. Jh.), mhd. kampf beruht auf einer frühen Entlehnung (vor der ahd. Lautverschiebung) von lat. campus ‘flaches Feld, Schlachtfeld’, mlat. auch ‘Kampf, Zweikampf’; vgl. mnd. nl. kamp, mnl. aengl. camp. Kampf ums Dasein (19. Jh.) nach engl. struggle for existence, auch for life (Darwin). kämpfen Vb. ‘sich schlagen, verteidigen’, ahd. kemphen (9. Jh.), mhd. kempfen (besonders ‘einen Zweikampf bestehen’). Kämpfer m. ‘wer in einem Kampf steht’, mhd. kempfer. Kämpe m. ‘Kämpfer’ (18. Jh.), modern nur noch poetisch oder historisierend, meist im Sinne von ‘Haudegen’, zeigt nd. Lautform, vgl. asächs. kempio, mnd. kempe gegenüber ahd. kempho (8. Jh.), mhd. kempfe (westgerm. *kampja-). kämpferisch Adj. ‘wie ein Kämpfer, draufgängerisch’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(den) Mut nicht sinken lassen · (die) Hoffnung nicht aufgeben · (die) Stellung behaupten · ↗(sich) behaupten · (sich) nicht ins Bockshorn jagen lassen · nicht den Mut verlieren  ●  (den) Kopf oben behalten  fig. · (sich) senkrecht halten  fig. · kämpfen  fig. · (die) Ohren steif halten  ugs. · (sich) nicht kleinkriegen lassen  ugs. · (sich) nicht unterkriegen lassen  ugs.
Assoziationen
  • Lebensdrang · ↗Lebenslust · ↗Lebenswille · ↗Selbsterhaltungstrieb · ↗Überlebenswille
  • Stehaufmanderl  österr. · ↗Stehaufmännchen  auch figurativ
  • (etwas) wegstecken können · (gut) (was) einstecken können · Nehmerqualitäten haben · Steherqualitäten haben · einiges aushalten · hart im Nehmen (sein) · ↗leidensfähig (sein) · so leicht nicht unterzukriegen sein
  • alles andere als · einfach nicht · halt nicht · nicht gerade · nicht unbedingt · nun mal nicht  ●  nicht eben  geh. · nicht wirklich  ugs.
  • (Druck) aufrechterhalten · (Ziel) nicht aus den Augen verlieren · ↗dranbleiben · nicht aufgeben · nicht lockern · nicht nachlassen · nicht ruhen und rasten (bis) · ↗weiterverfolgen  ●  ↗durchhalten  Hauptform · am Ball bleiben  ugs., fig. · dran bleiben  ugs. · nicht locker lassen  ugs. · nicht schlappmachen  ugs.
  • (an etwas) dranbleiben · (sich) nicht erschüttern lassen · ↗durchhalten · hart bleiben · nicht nachgeben · stoisch sein  ●  (die) Arschbacken zusammenkneifen  derb, Spruch, fig. · (die) Zähne zusammenbeißen  ugs., fig.
  • ausdauernd · ↗robust · ↗strapazierfähig · ↗widerstandsfähig · ↗zäh
  • (etwas) mit Fassung tragen · (sich) unter Kontrolle halten · (äußerlich) gefasst reagieren · kaltes Blut bewahren · keine Regung zeigen · ruhig bleiben · sich nichts anmerken lassen
  • Kopf hoch! · das wird schon wieder! · lass dich nicht fertig machen! · lass dich nicht hängen! · lass dich nicht unterkriegen! · nicht aufgeben! · noch ist Polen nicht verloren!  ●  das wäre doch gelacht (wenn du nicht ...)  veraltend
  • (sich) behaupten · (sich) nicht unterkriegen lassen · nicht klein beigeben  ●  (sich) nicht unterbuttern lassen  fig. · (sich) nicht alles gefallen lassen  ugs. · (sich) nicht die Butter vom Brot nehmen lassen  ugs., fig.
  • lass dich nicht hängen! · lass dich nicht unterkriegen! · mach's ganz gut! (im Tonfall der 'neuen Empfindsamkeit') · mach's gut! · mach's mal gut! · pass (gut) auf dich auf!  ●  gehab dich wohl!  scherzhaft, veraltet · baba und foi ned!  ugs., wienerisch · bleib sauber!  ugs. · halt dich senkrecht!  ugs. · halt die Ohren steif!  ugs. · hau rein!  ugs. · komm nicht unter die Räder!  ugs. · machs gut, aber nicht so oft!  ugs., Spruch, scherzhaft · pass auf, dass du nicht unter die Räder kommst!  ugs.
  • Standhaftigkeit · ↗Tapferkeit
  • (einer Sache) standhalten · ↗aushalten · ↗ausstehen · ↗durchstehen · ↗erdulden · ↗ertragen  ●  ↗verkraften  ugs.

Typische Verbindungen zu ›kämpfen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kämpfen‹.

Verwendungsbeispiele für ›kämpfen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich musste gegen das Verbergen kämpfen, um mich offenbaren zu können.
Die Zeit, 30.09.2013, Nr. 39
Hatte sie mich nicht damals auf der Flucht beschützt, für mich gekämpft?
Knop, Jürgen: Im Irrenhaus. In: Klee, Ernst (Hg.), Behinderten-Report, Frankfurt a. M.: Fischer Taschenbuch-Verl. 1981 [1974], S. 64
Wenn er ihm aber aufgezwungen würde, so werde er kämpfen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1958]
Ich legte mich noch einmal hin, ich hatte wieder einmal mit Übelkeit zu kämpfen.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1929. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1929], S. 115
Wir wollen es vergessen machen, wir kämpfen um die Ehre des Namens.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1920. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1920], S. 70
Zitationshilfe
„kämpfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/k%C3%A4mpfen>, abgerufen am 19.01.2021.

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