kärglich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungkärg-lich (computergeneriert)
Wortbildung mit ›kärglich‹ als Erstglied: ↗Kärglichkeit
eWDG, 1969

Bedeutung

karg, gering, nicht reichlich
Beispiele:
er wird kärglich bezahlt
ein kärglicher Verdienst
ein kärgliches Mahl
der Gefangene erhielt nur kärgliche Kost
kärgliche Reste
spärlich
Beispiel:
die Treppe war nur kärglich erleuchtet
ärmlich
Beispiele:
ein kärglich eingerichtetes Zimmer
er lebte in kärglichen Verhältnissen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

karg · wortkarg · kargen · Kargheit · kärglich
karg Adj. ‘knapp bemessen, nicht reichlich, spärlich, kümmerlich, ärmlich, nicht sehr fruchtbar’. Das westgerm. Adjektiv ahd. karag ‘traurig, besorgt, betrübt’ (9. Jh.), mhd. karc ‘klug, listig, schlau, streng, sparsam, knapp, knauserig’, asächs. in mōdkarag ‘bekümmert’, mnd. karch ‘sparsam, geizig, hartherzig’, mnl. cārich, nl. karig ‘karg, spärlich, dürftig’, aengl. cearig ‘traurig’, engl. chary ‘behutsam, sparsam’ ist von dem unter ↗Karfreitag (s. d.) als Bestimmungswort angeführten Substantiv germ. *karō mit der Bedeutung ‘Trauer, Klage, Kummer, Sorge’ abgeleitet. Die ursprüngliche Bedeutung ‘traurig, bekümmert, sorgenvoll’ entwickelt sich schon im Ahd. wohl über ‘besorgt, ängstlich, vorsichtig, umsichtig’ zu ‘klug, listig, geschickt, schlau’, aber auch, da vielfach auf Geldsachen bezogen, zu ‘sparsam, knauserig’, weiter zu ‘knapp bemessen, spärlich’. wortkarg Adj. ‘sparsam mit Worten, wenig redend’ (18. Jh.). kargen Vb. ‘sparsam sein, geizen’, mhd. kargen ‘betrübt, ängstlich, besorgt sein, unfreigebig sein, knausern’. Kargheit f. ‘Ärmlichkeit, Dürftigkeit’, ahd. karagheit ‘Umsicht’ (10. Jh.), mhd. karcheit, karkeit ‘Schlauheit, Hinterlist, Sparsamkeit, Knauserei’. kärglich Adj. ‘knapp bemessen, kümmerlich, ärmlich’, mhd. kerclich ‘listig, schlau, knapp, sparsam’.

Thesaurus

Synonymgruppe
dürftig · ↗karg · ↗kläglich · ↗knapp · ↗knausrig · kärglich · ↗kümmerlich · ↗mau · ↗spärlich · ↗ärmlich
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auskommen Brot Dasein Einkünfte Entlohnung Ernte Gehalt Habe Honorar Kost Lebensbedingung Lebensunterhalt Lohn Mahl Mahlzeit Nahrung Pension Ration Rente Rest Salär Sold ausgestattet bemessen besoldet eher eingerichtet möbliert ohnehin Überrest

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kärglich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Leben im Exil ist teuer, und die Mittel fließen nur kärglich nach.
Die Zeit, 25.02.1991, Nr. 08
Denn trotz unserer halben Million leben wir kärglich von der Hand in den Mund.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1923. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1923], S. 121
Sein Vater ist frühzeitig gestorben, seine Mutter erhielt nur eine kärgliche Pension.
Friedländer, Hugo: Ein Landgerichtsrat auf der Anklagebank. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1921], S. 4356
Wog eine Stunde überströmender Lust, die ihnen gemeinsam gehörte, nicht die kärglichen Freuden eines ganzen Lebens auf?
Braun, Lily: Lebenssucher. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1915], S. 2706
Doch leider sind auf diesem Sterne eben die Mittel kärglich und die Menschen roh.
Die Welt, 17.08.2002
Zitationshilfe
„kärglich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kärglich>, abgerufen am 18.04.2019.

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