Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

käuflich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung käuf-lich
Wortbildung  mit ›käuflich‹ als Erstglied: Käuflichkeit  ·  mit ›käuflich‹ als Letztglied: unkäuflich
eWDG

Bedeutung

durch Kauf zu erwerben
Beispiele:
käufliche Waren
etw. käuflich (= durch Kauf) erwerben, erstehen
käufliche Liebe (= Prostitution)
käufliche Gigolos, Mädchen (= Prostituierte)
bestechlich
Beispiele:
er, sie ist käuflich
eine käufliche Presse
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kaufen · Kauf · Käufer · käuflich · verkaufen · Verkauf · Verkäufer · Verkäuferin · Kaufmann
kaufen Vb. ‘etw. durch Zahlen des Preises erwerben, jmdn. bestechen’. Ausgangswort für die gesamte Wortfamilie ist lat. caupo (Genitiv caupōnis) ‘Schankwirt, Herbergsvater, Kleinhändler’, das um die Zeitenwende den Germanen von römischen Soldaten am Mittel- und Niederrhein vermittelt wird, so daß in westgerm. *kaupan- ‘Händler’, vertreten in ahd. koufo (9. Jh.), aengl. cīepa, die Grundlage der im Germ. abgeleiteten Verben zu sehen ist, falls sie nicht aus lat. caupōnārī ‘schachern, hökern, Kleinhandel treiben’ entlehnt sind; ahd. koufen (8. Jh.), koufōn (9. Jh.), mhd. koufen ‘tauschen, Handel treiben, handeln’, d. h. ‘durch Kauf erwerben’ wie auch ‘verkaufen’, asächs. kōpon, mnd. kȫpen, aengl. cēapian, mnl. cōpen, nl. kopen, anord. kaupa, schwed. köpa, got. kaupōn. – Aus dem Verb rückgebildet ist Kauf m. ‘Erwerb einer Sache gegen Geld’, ahd. kouf ‘Tausch, Handel’ (9. Jh.), mhd. kouf ‘Geschäft zwischen Käufer und Verkäufer, Tausch, Handel, Verabredung, Ware, Preis, Bezahlung’, asächs. mnd. kōp, aengl. cēap (vgl. engl. cheap ‘wohlfeil’), nl. koop, anord. kaup, schwed. köp. Käufer m. ‘wer durch Bezahlung etw. erwirbt’, ahd. koufāri (9. Jh.), mhd. koufer, köufer ‘wer kauft oder verkauft’, daher bis ins 16. Jh. auch ‘Kaufmann, Händler’, erst danach nur noch für den, der etw. kauft. käuflich Adj. ‘durch Kauf zu erwerben, bestechlich’, ahd. kouflīh (10./11. Jh.), mhd. kouflich ‘erwerbbar’ und ‘veräußerlich’, seit dem 17. Jh. nur ‘kaufbar’. verkaufen Vb. ‘etw. gegen Bezahlung an einen neuen Eigentümer übergeben’, ahd. firkoufen (8. Jh.), mhd. verkoufen, auch reflexiv ‘einen Fehlkauf tun’ (um 1800); dazu Verkauf m. (16. Jh.), Verkäufer m. mhd. verkoufære, -keufære, -keufer, Verkäuferin f. (17. Jh.). Kaufmann m. ‘wer kauft und verkauft, Händler’, Plur. Kaufleute, bis ins 16. Jh. auch Kaufmänner, ahd. koufman (9. Jh.), Plur. koufliuti (um 1000), mhd. koufman ‘Verkäufer’ und (bis ins 18. Jh.) ‘Käufer’, weitgehend synonym mit mhd. burgære ‘Bürger, Stadtbewohner’, da die Kaufleute den herausragenden Stand innerhalb des städtischen Bürgertums bilden.

Thesaurus

Synonymgruppe
bestechlich · gewissenlos · korrumpierbar · korrumpiert · käuflich · verführbar  ●  korrupt  Hauptform
Antonyme
Synonymgruppe
abdingbar · erwerbbar · käuflich · verkäuflich · veräußerlich · zu verkaufen  ●  zu haben  ugs.

Typische Verbindungen zu ›käuflich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›käuflich‹.

Verwendungsbeispiele für ›käuflich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die schwierige Lage Bonns mache ihn bei bestimmten Vorhaben käuflich, gibt er zu. [Die Zeit, 26.08.1998, Nr. 36]
Die letzte Frau, die er kennen gelernt hat, war schön, wenn auch käuflich. [Die Zeit, 18.03.2013, Nr. 11]
Ihrem Wesen nach sind die Grundgüter, die wir definiert haben, nicht käuflich. [Die Zeit, 07.03.2013, Nr. 10]
Und zu denen, die Arbeit gefunden haben, gesellen sich sichtbar auch schon käufliche Frauen. [Die Zeit, 27.12.2010 (online)]
Käufliche Helfer verkehrten aber in den Kreisen, die sie meiden mußte. [Kopetzky, Steffen: Grand Tour, Frankfurt am Main: Eichborn 2002, S. 619]
Zitationshilfe
„käuflich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/k%C3%A4uflich>.

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