käuflich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungkäuf-lich (computergeneriert)
Wortbildung mit ›käuflich‹ als Erstglied: ↗Käuflichkeit  ·  mit ›käuflich‹ als Letztglied: ↗unkäuflich
eWDG, 1969

Bedeutung

durch Kauf zu erwerben
Beispiele:
käufliche Waren
etw. käuflich (= durch Kauf) erwerben, erstehen
käufliche Liebe (= Prostitution)
käufliche Gigolos, Mädchen (= Prostituierte)
bestechlich
Beispiele:
er, sie ist käuflich
eine käufliche Presse
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kaufen · Kauf · Käufer · käuflich · verkaufen · Verkauf · Verkäufer · Verkäuferin · Kaufmann
kaufen Vb. ‘etw. durch Zahlen des Preises erwerben, jmdn. bestechen’. Ausgangswort für die gesamte Wortfamilie ist lat. caupo (Genitiv caupōnis) ‘Schankwirt, Herbergsvater, Kleinhändler’, das um die Zeitenwende den Germanen von römischen Soldaten am Mittel- und Niederrhein vermittelt wird, so daß in westgerm. *kaupan- ‘Händler’, vertreten in ahd. koufo (9. Jh.), aengl. cīepa, die Grundlage der im Germ. abgeleiteten Verben zu sehen ist, falls sie nicht aus lat. caupōnārī ‘schachern, hökern, Kleinhandel treiben’ entlehnt sind; ahd. koufen (8. Jh.), koufōn (9. Jh.), mhd. koufen ‘tauschen, Handel treiben, handeln’, d. h. ‘durch Kauf erwerben’ wie auch ‘verkaufen’, asächs. kōpon, mnd. kȫpen, aengl. cēapian, mnl. cōpen, nl. kopen, anord. kaupa, schwed. köpa, got. kaupōn. Aus dem Verb rückgebildet ist Kauf m. ‘Erwerb einer Sache gegen Geld’, ahd. kouf ‘Tausch, Handel’ (9. Jh.), mhd. kouf ‘Geschäft zwischen Käufer und Verkäufer, Tausch, Handel, Verabredung, Ware, Preis, Bezahlung’, asächs. mnd. kōp, aengl. cēap (vgl. engl. cheap ‘wohlfeil’), nl. koop, anord. kaup, schwed. köp. Käufer m. ‘wer durch Bezahlung etw. erwirbt’, ahd. koufāri (9. Jh.), mhd. koufer, köufer ‘wer kauft oder verkauft’, daher bis ins 16. Jh. auch ‘Kaufmann, Händler’, erst danach nur noch für den, der etw. kauft. käuflich Adj. ‘durch Kauf zu erwerben, bestechlich’, ahd. kouflīh (10./11. Jh.), mhd. kouflich ‘erwerbbar’ und ‘veräußerlich’, seit dem 17. Jh. nur ‘kaufbar’. verkaufen Vb. ‘etw. gegen Bezahlung an einen neuen Eigentümer übergeben’, ahd. firkoufen (8. Jh.), mhd. verkoufen, auch reflexiv ‘einen Fehlkauf tun’ (um 1800); dazu Verkauf m. (16. Jh.), Verkäufer m. mhd. verkoufære, -keufære, -keufer, Verkäuferin f. (17. Jh.). Kaufmann m. ‘wer kauft und verkauft, Händler’, Plur. Kaufleute, bis ins 16. Jh. auch Kaufmänner, ahd. koufman (9. Jh.), Plur. koufliuti (um 1000), mhd. koufman ‘Verkäufer’ und (bis ins 18. Jh.) ‘Käufer’, weitgehend synonym mit mhd. burgære ‘Bürger, Stadtbewohner’, da die Kaufleute den herausragenden Stand innerhalb des städtischen Bürgertums bilden.

Thesaurus

Synonymgruppe
bestechlich · ↗feil · ↗korrumpierbar · ↗korrumpiert · ↗korrupt · ↗verführbar  ●  käuflich  ugs.
Antonyme
Synonymgruppe
abdingbar · ↗erwerbbar · käuflich · ↗verkäuflich · ↗veräußerlich · zu verkaufen  ●  zu haben  ugs.

Verwendungsbeispiel
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die wohlfeilen Worte, mit denen Politiker den häßlichen Verdacht ausräumen wollten, die Republik oder ihre Abgeordneten seien kauflich, verstummten schnell.
Der Spiegel, 23.02.1987
Zitationshilfe
„käuflich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/käuflich>, abgerufen am 16.12.2018.

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