königlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungkö-nig-lich (computergeneriert)
WortzerlegungKönig-lich
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
zum König gehörend
Beispiele:
der königliche Hof
die königliche Familie
vom König ausgehend
Beispiel:
bis er durch königliches Dekret das Recht bekommen, die Ausbeutung der verlassenen Halden vorzunehmen [St. ZweigBalzac377]
2.
gehoben hoheitsvoll, vornehm (wie ein König)
Beispiele:
ihn [Gerhart Hauptmann] in Ehrerbietung und Treue zu grüßen, den königlichen Menschen [Th. Mann11,413]
Frauen von Arles haben noch immer die feierliche römische Schönheit ... den königlichen Gang und die königlichen Gebärden [Hofmannsth.ProsaI 90]
3.
großzügig
Beispiele:
jmdn. königlich beschenken, belohnen, bewirten
ein königliches Geschenk
4.
umgangssprachlich köstlich, außerordentlich
Beispiele:
sich königlich amüsieren
ein königlicher Spaß
5.
gehoben
Beispiel:
das königliche Spiel (= Schach)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

König · Königin · königlich · Königreich · Königtum · Königskerze
König m. ‘Inhaber der höchsten (in Monarchien mit einem Kaiser zweithöchsten) monarchischen Würde, höchster weltlicher Herrscher in bestimmten Monarchien’, übertragen ‘Herrscher, der Erste, Beste seiner Art, der Oberste schlechthin’. Ahd. kuning (8. Jh.), mhd. künic, künec, asächs. kuning, mnd. kȫninc, mnl. cōninc, cueninc, nl. koning, aengl. cyning, cyng, cing, engl. king setzen germ. *kuningaz ‘König’ voraus, das schon früh als gleichbed. finn. kuningas entlehnt wird. Suffixablaut zeigen dagegen anord. konungr, schwed. konung, adän. kunung, konung, dän. konge. Daneben hat sich in zahlreichen aengl. Zusammensetzungen wie cynerīce ‘Königreich’, cynestōl ‘Königssitz, königlicher Wohnsitz’ und in ahd. kunirīhhi ‘Königreich’ (10. Jh.) als erstes Kompositionsglied ein kürzeres Wort für ‘König’, ahd. kuni-, aengl. cyne-, erhalten, das ebenso wie anord. konr (s. unten) auf germ. *kuniz zurückgeführt wird. Unzweifelhaft sind germ. *kuniz, *kuningaz und dessen nord. Entsprechungen auf -ung- verwandt mit germ. *kunjam ‘Geschlecht’ (s. unten). Auszugehen ist daher für alle Formen von der Bedeutung ‘Mann eines (vornehmen) Geschlechts’, wie sie für anord. konr ‘Edelgeborner’ bezeugt ist, während *kuniz im Westgerm. die gleiche Bedeutungsentwicklung erfährt wie die mit den Zugehörigkeitssuffixen -ing-, -ung- gebildeten Wörter. Soweit die genannten Formen einzelsprachlich die Bedeutung ‘König’ annehmen, meinen sie ursprünglich wohl den Herrscher über ein räumlich und personell eingeschränktes Gebiet. Erst mit der Entwicklung des fränkischen Merowingerreichs und der späteren Ausbildung der englischen und nordischen Königsherrschaft bezeichnen die Bildungen auf -ing-, -ung- den Inhaber der höchsten herrscherlichen Würde in einem Land. Wieweit die nord. Formen nicht nur semantisch, sondern vielleicht auch formal von dem westgerm. Vorbild (dem Titel des fränkischen Königs) abhängig sind, bleibt ebenso offen wie viele Fragen der lautlichen Entwicklung gerade im Anord.; vgl. (wenn auch zum Teil von der hier gegebenen Darstellung abweichend) Ekblom in: Studia Neophilologica 17 (1944/45) 1 ff. und Kahl in: Zs. d. Savigny-Stiftung f. Rechtsgesch., Germ. Abt. 77 (1960) 154 ff. Das oben erwähnte germ. *kunjam ‘Geschlecht’, erhalten in ahd. (8. Jh.), asächs. kunni, mhd. mnd. künne, mnl. conne, cunne, nl. kunne, aengl. cyn(n), engl. kin, anord. kyn, got. kuni, ist verwandt mit lat. genus ‘Geschlecht’ (s. ↗Genus) und weiter mit den unter ↗Kind (s. d.) genannten germ. und außergerm., auf die Wurzel ie. *g̑en(ə)- ‘erzeugen, gebären’ zurückgehenden Formen. Mhd. künic, künec, eigentlich obd. Form, bleibt in der Schriftsprache (frühnhd. künig, kunig) bis in die 1. Hälfte des 16. Jhs. üblich, wird dann aber durch die md. Lautung aufweisende Form mit -ö- verdrängt. In mhd. Zeit ist der Nasal vor -g durch Dissimilation geschwunden (wie in ↗Honig, ↗Pfennig, s. d.). Königin f. ‘weiblicher König, Gemahlin eines Königs’, übertragen ‘Herrscherin, die Erste, Beste ihrer Art, das einzige fruchtbare (weil eierlegende) Weibchen eines Bienenvolkes’, im Schach ‘die beweglichste und daher wertvollste Figur, Dame’, ahd. kuningin (8. Jh.), mhd. küniginne, küneginne. königlich Adj. ‘den König betreffend, zu ihm gehörend, ihm gemäß, vom König ausgehend’, übertragen ‘vornehm, hoheitsvoll (wie ein König), großzügig, herrlich, köstlich’, ahd. kuninglīh (8. Jh.), mhd. küniclich, küneclich. Königreich n. ‘Reich, Herrschaftsbereich eines Königs, Monarchie mit einem König an der Spitze’, ahd. kuningrīhhi (9. Jh.), mhd. künicrīche, auch ‘Königtum’. Königtum n. ‘monarchische Staatsform unter einem König, Stand, Würde eines Königs’ (Ende 17. Jh.), gebildet nach Kaisertum; vgl. asächs. kuningdōm ‘Königswürde, Herrschaft’. Königskerze f. stattliche, gelb blühende Pflanze mit kerzenartigem Stengel, frühnhd. kunges kerze (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
fürstlich · ↗hoheitsvoll · königlich · ↗majestätisch · ↗royal  ●  ↗regal  lat. · ↗erlaucht  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Akademie Bibliothek Dekret Familie Garde Geblüt Gemach Hochzeit Hof Hoflieferant Hoheit Kapelle Leibgarde Loge Majestät Manufaktur Marine Opernhaus Palast Park Porzellan Porzellan-Manufaktur Porzellanmanufaktur Residenz Schauspielhaus Schloß Wappen Yacht amüsieren kaiserlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›königlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit 30 Jahren wurde er königlicher Berater, eine Art Minister.
Die Welt, 02.02.2005
Unsere drei mal zwei königlichen Gäste sehen wir ohne Neid.
Der Tagesspiegel, 20.10.1999
Hier wirkte er an der Königlichen Oper, deren Kapellmeister er bis 1808 war.
Fath, Rolf: Komponisten - H. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 28979
Mit den königlichen Leistungen war den Untertanen ein Ziel gesetzt, dem nachgestrebt werden sollte.
Wilson, John A.: Ägypten. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 6207
Das sagten die königlichen Damen mehr als einmal, mehr als deutlich.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 471
Zitationshilfe
„königlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/königlich>, abgerufen am 22.03.2019.

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