kümmern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungküm-mern
Wortbildung mit ›kümmern‹ als Letztglied: ↗bekümmern
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
sich um jmdn., etw. kümmernsich eines Menschen, einer Sache annehmen, (aus Hilfsbereitschaft) für jmdn., etw. sorgen
Beispiele:
sie wird sich während deiner Abwesenheit um die Kinder, den Hund kümmern
sie kümmert sich um den kranken, alleinstehenden Bruder
er kümmerte sich um den Verletzten
du kümmerst dich wenig um uns
sich um jmds. Gepäck, Sachen kümmern
ich muss mich um alles selbst kümmern
saloppich muss mich um jeden Dreck selbst kümmern
du kümmerst dich um gar nichts
jetzt kümmere dich um den Flüchtling [BaierlFlinz2]
2.
sich um etw., jmdn. kümmernsich mit etw., jmdm. beschäftigen, befassen
Beispiele:
sich (nicht) um Politik kümmern
sich schon frühzeitig um die späteren Berufswünsche der Kinder kümmern
kümmere dich (nur) um dich selbst, um deine eigenen Angelegenheiten!
salopp kümmere dich (nur) um deinen eigenen Dreck!
wer wird sich um dieses Geschwätz kümmern! (= wer wird auf dieses Geschwätz achten!)
kümmere dich nicht um Dinge, Sachen, die dich nichts angehen!
salopp kümmere dich nicht um ungelegte Eier! (= um Dinge, die dich nichts angehen!)
saloppich kümmere (= schere) mich den Teufel darum
Das sollte Ihre Sorge nun wirklich nicht sein ... Kümmern Sie sich gefälligst um Ihre Noten [SchallückReineke80]
sich um etw. kümmernsich nach etw. umtun, etw. zu erlangen suchen
Beispiele:
sich um Arbeit kümmern
er musste sich um ein Geschenk kümmern
3.
etw. kümmert jmdn.etw. geht jmdn. an, betrifft jmdn.
Beispiele:
was kümmert's mich? (= was geht mich das an?)
was kümmert mich seine Meinung, der Klatsch der alten Frauen!
Grammatik: meist verneint
Beispiele:
das kümmert mich nicht (= betrifft, berührt mich nicht, geht mich nichts an, das macht mir keine Sorge)
das braucht dich nicht zu kümmern
was aus mir wird, (das) soll dich nicht, wenig kümmern
jmd. kümmert jmdn.
Beispiel:
»Die Leute! Die Leute«, schrie sie wütend, »was kümmern mich die Leute? ...« [St. ZweigNovellen1,57]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kummer · Kümmernis · kümmerlich · kümmern · bekümmern · bekümmert · unbekümmert · verkümmern
Kummer m. ‘Trübsal, Leid, Seelenschmerz’, mhd. kumber, kummer ‘Schutt, Müll, Unrat’, doch auch ‘Belastung, Mühsal, Not, innere Ungelegenheit, Drangsal’, in spätmhd. und frühnhd. Rechtssprache ‘Beschlagnahme, Arrest, Verhaftung’; vgl. mnd. kummer, kumber, mnl. commer, comber ‘Belastung, Behinderung, Verhaftung, Beschlagnahme, Nachteil, Sorge, Mangel’, nl. kommer ‘Gram, Sorge, Mangel, Not’. Als Ausgangsform gilt (mit lat. cōnferre ‘zusammentragen’ verwandtes) gall. *combero-, *comboro- ‘Zusammengetragenes’ (wovon mir. commar ‘Zusammentreffen von Tälern, Strömen, Wegen’), an das sich die Wortgruppe um afrz. *combre (belegt ist erst mfrz. combres Plur. ‘Sperre, Wehr, Hindernis’, 15. Jh., sowie mlat. combrus, cumbrus ‘Verhau, Wehr’ seit dem 7. Jh.) anschließt, vgl. afrz. descombrer ‘räumen, frei machen, befreien, trennen’, encombrer ‘versperren, erschweren, behindern, belasten, bedrängen’, encombre ‘Belästigung, Bedrängnis, Not’. Auf Entlehnung aus dem Galloroman. beruhen die Formen im Nl. und Dt.; hier breitet sich der im Frz. neben der bis heute geltenden konkreten Bedeutung (frz. décombres Plur. ‘Trümmer, Schutt, Abraum’, encombrer ‘versperren’, encombre ‘Hindernis, Schutt’) in älterer Zeit schon auftretende metaphorische Gebrauch aus und setzt sich in der Literatursprache durch; vgl. jedoch noch landschaftlich (westmd. nordd.) Kummer ‘Schutt, Abraum’. Kümmernis f. ‘Ungemach, Gram’, mhd. kumbernisse. kümmerlich Adj. ‘bedrückt, unterentwickelt, armselig’, mhd. kumberlich ‘belästigend, kummervoll’, auch ‘verhaftet’. kümmern Vb. ‘dahinvegetieren’, meist sich kümmern um ‘einer Sache, jmdm. Aufmerksamkeit, Fürsorge widmen, sich befassen mit’, mhd. kumbern, kummern ‘belästigen, bedrängen, quälen, mit Arrest belegen’. bekümmern Vb. ‘traurig machen, kränken’, reflexiv ‘Sorge tragen für’, mhd. bekumbern, bekümbern ‘in Not bringen, belästigen, mit Arrest belegen, (sich) beschäftigen mit, pflegen’; dazu bekümmert Part.adj. ‘niedergeschlagen, deprimiert’ (16. Jh.); unbekümmert Part.adj. ‘unbeschwert, sorglos’, mhd. unbekumbert ‘unbeeinträchtigt’. verkümmern Vb. ‘sich unvollkommen, dürftig entwickeln, in der Entwicklung zurückbleiben, langsam eingehen’, mhd. verkumbern, -kümbern, verkummern, -kümmern ‘arrestieren, auf-, vorenthalten, verpfänden’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angelegenheit Belang Detail Ding Familie Jugendliche Kind Mitarbeiter Mutter Nachwuchs Wohl ausschließlich darum drum ich ihr intensiv kaum künftig lieber liebevoll mehr nicht persönlich rührend selbst verstärkt was wenig wir

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kümmern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Um die zersplitterten Knochen kümmern sie sich erst einmal nicht.
Die Zeit, 23.05.2013, Nr. 21
Aber gelegentlich sollten wir uns doch um das Wachstum kümmern.
Alt, Franz: Liebe ist möglich, München: Piper 1985, S. 102
Seine Devise sei stets gewesen, sich nur um Dinge zu kümmern, die er auch mitbeeinflussen könne.
Der Spiegel, 11.01.1982
Nachdem er volljährig geworden war, kümmerte er sich tatsächlich um schwedischen Interessen.
Myers, A. R.: Europa im 14. Jahrhundert. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 3144
In seinen Liedern kümmert er sich wenig um den Text.
Ackere, Jules van: Pelemans. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1962], S. 35517
Zitationshilfe
„kümmern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kümmern#1>, abgerufen am 09.12.2019.

Weitere Informationen …

kümmern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungküm-mern
Wortbildung mit ›kümmern‹ als Erstglied: ↗Kümmerform · ↗Kümmerling  ·  mit ›kümmern‹ als Letztglied: ↗dahinkümmern
eWDG, 1969

Bedeutung

in der Entwicklung zurückbleiben, schlecht gedeihen
Beispiele:
die Pflanze kümmert auf dem dürren Boden
hier wächst nur kümmernder Heidewald
seit seiner Verletzung, Krankheit kümmert das Tier
asthenisch-hypoplastische Figuren, die in der Pubertät ... kümmern [KretschmerKörperbau345]
bildlich kümmerlich, ärmlich dahinleben
Beispiel:
im Hause auf dem Nock kümmerten arme Familien [Rosegger12,183]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kummer · Kümmernis · kümmerlich · kümmern · bekümmern · bekümmert · unbekümmert · verkümmern
Kummer m. ‘Trübsal, Leid, Seelenschmerz’, mhd. kumber, kummer ‘Schutt, Müll, Unrat’, doch auch ‘Belastung, Mühsal, Not, innere Ungelegenheit, Drangsal’, in spätmhd. und frühnhd. Rechtssprache ‘Beschlagnahme, Arrest, Verhaftung’; vgl. mnd. kummer, kumber, mnl. commer, comber ‘Belastung, Behinderung, Verhaftung, Beschlagnahme, Nachteil, Sorge, Mangel’, nl. kommer ‘Gram, Sorge, Mangel, Not’. Als Ausgangsform gilt (mit lat. cōnferre ‘zusammentragen’ verwandtes) gall. *combero-, *comboro- ‘Zusammengetragenes’ (wovon mir. commar ‘Zusammentreffen von Tälern, Strömen, Wegen’), an das sich die Wortgruppe um afrz. *combre (belegt ist erst mfrz. combres Plur. ‘Sperre, Wehr, Hindernis’, 15. Jh., sowie mlat. combrus, cumbrus ‘Verhau, Wehr’ seit dem 7. Jh.) anschließt, vgl. afrz. descombrer ‘räumen, frei machen, befreien, trennen’, encombrer ‘versperren, erschweren, behindern, belasten, bedrängen’, encombre ‘Belästigung, Bedrängnis, Not’. Auf Entlehnung aus dem Galloroman. beruhen die Formen im Nl. und Dt.; hier breitet sich der im Frz. neben der bis heute geltenden konkreten Bedeutung (frz. décombres Plur. ‘Trümmer, Schutt, Abraum’, encombrer ‘versperren’, encombre ‘Hindernis, Schutt’) in älterer Zeit schon auftretende metaphorische Gebrauch aus und setzt sich in der Literatursprache durch; vgl. jedoch noch landschaftlich (westmd. nordd.) Kummer ‘Schutt, Abraum’. Kümmernis f. ‘Ungemach, Gram’, mhd. kumbernisse. kümmerlich Adj. ‘bedrückt, unterentwickelt, armselig’, mhd. kumberlich ‘belästigend, kummervoll’, auch ‘verhaftet’. kümmern Vb. ‘dahinvegetieren’, meist sich kümmern um ‘einer Sache, jmdm. Aufmerksamkeit, Fürsorge widmen, sich befassen mit’, mhd. kumbern, kummern ‘belästigen, bedrängen, quälen, mit Arrest belegen’. bekümmern Vb. ‘traurig machen, kränken’, reflexiv ‘Sorge tragen für’, mhd. bekumbern, bekümbern ‘in Not bringen, belästigen, mit Arrest belegen, (sich) beschäftigen mit, pflegen’; dazu bekümmert Part.adj. ‘niedergeschlagen, deprimiert’ (16. Jh.); unbekümmert Part.adj. ‘unbeschwert, sorglos’, mhd. unbekumbert ‘unbeeinträchtigt’. verkümmern Vb. ‘sich unvollkommen, dürftig entwickeln, in der Entwicklung zurückbleiben, langsam eingehen’, mhd. verkumbern, -kümbern, verkummern, -kümmern ‘arrestieren, auf-, vorenthalten, verpfänden’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angelegenheit Belang Detail Ding Familie Jugendliche Kind Mitarbeiter Mutter Nachwuchs Wohl ausschließlich darum drum ich ihr intensiv kaum künftig lieber liebevoll mehr nicht persönlich rührend selbst verstärkt was wenig wir

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kümmern‹.

Verwendungsbeispiel
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber es kümmert mich nicht.
Tucholsky, Kurt: Interview mit sich selbst. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1919]
Zitationshilfe
„kümmern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kümmern#2>, abgerufen am 09.12.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Kümmerling
kümmerlich
Kummerkasten
Kümmerform
Kummerfalte
Kümmernis
Kummerspeck
Kummertelefon
Kummertelephon
kummervoll