künstlerisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungkünst-le-risch (computergeneriert)
WortzerlegungKünstler-isch
Wortbildung mit ›künstlerisch‹ als Letztglied: ↗baukünstlerisch · ↗bildkünstlerisch · ↗buchkünstlerisch · ↗unkünstlerisch
eWDG, 1969

Bedeutung

der Kunst (oder einem Künstler) gemäß, die Kunst betreffend, den Regeln der Kunst entsprechend
Beispiele:
etw. künstlerisch gestalten, darstellen
er ist künstlerisch begabt
ein künstlerisch wertvoller Film
die künstlerischen Gestaltungsmittel, Ausdrucksformen
die künstlerische Arbeit, Freiheit, Tradition, Verantwortung
das künstlerische Schaffen, Niveau
der künstlerische Geschmack
eine künstlerische Aussage, Eigenart
ein künstlerischer Tanz, Vortrag
ein künstlerisches Talent
seine künstlerischen Interessen
umgangssprachlich eine künstlerische Ader haben
die künstlerische Ausstattung eines Buches
die künstlerischen Fähigkeiten eines Menschen entwickeln
Probleme der künstlerischen Gestaltung
der Komponist stand auf der Höhe seiner künstlerischen Reife
S übernahm zu Beginn der neuen Spielzeit die künstlerische Leitung des Theaters
um künstlerische Anerkennung ringen
etwas aber fehlte ihm ... die Phantasie und das Künstlerische [RennKindheit130]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kunst · künsteln · gekünstelt · erkünstelt · Künstler · künstlerisch · künstlich · Kunststück
Kunst f. ‘schöpferische und gestalterische Fähigkeit der Gesellschaft, vornehmlich ihrer mit besonderen Begabungen ausgestatteten Vertreter, Überlieferung und Produkte dieser Fähigkeit’ (nach Gattung und Epoche näher bestimmbar, vgl. Bau-, Dichtkunst, bildende Kunst, Kunst der Antike), dann auch ‘Gemachtes’ im Gegensatz zu Natur (bereits 16. Jh.), ‘industrielles Erzeugnis’ im Gegensatz zum Naturprodukt (vgl. Kunstdünger, 19. Jh., Kunsthonig, Kunstseide, Kunststoff, 20. Jh.). Als Verbalabstraktum mit sti-Suffix (s. auch ↗Gunst) zu dem unter ↗können (s. d.) dargestellten Verb ist ahd. kunst (9. Jh.), mhd. asächs. mnd. kunst, mnl. const von umfassender Bedeutung und bezeichnet zunächst ‘Wissen, Kenntnis’ (vgl. mhd. nāch mīner kunst ‘soviel ich weiß’), ‘menschliche Befähigung, Fertigkeit, Kompetenz’ unabhängig von ästhetischem Anspruch (vgl. schwarze Kunst, mhd. swarze kunst, Kochkunst, 16. Jh., Staatskunst, 17. Jh., Heilkunst, 18. Jh., sowie das ist keine Kunst ‘das ist ganz einfach’). Kunst steht auch im Sinne von ‘Wissenschaft’ (vgl. die theologei sei mer ein erfarung und empfindnus dann ein kunst, 16. Jh.). Vorbereitet durch Komposita wie Malkunst (17. Jh.), das Aufkommen von Wissenschaft (s. ↗wissen) als Bezeichnung einer gelehrten Disziplin und durch den Begriff der schönen Künste, auch schöne Wissenschaften und Künste, bildet sich, gefördert durch Batteux’ Schrift „Les beaux-arts“ (1746) und das Wirken der deutschen Klassiker, die heutige Auffassung heraus. künsteln Vb. ‘Künste, Fertigkeiten ausüben, experimentieren’ (16. Jh.), ‘künstlich herstellen’ (18. Jh.). Über das 19. Jh. hinaus gültig bleibt nur das Part.adj. gekünstelt ‘unnatürlich, unecht’; vgl. auch gleichbed. erkünstelt (18. Jh.). Künstler m. ‘Schöpfer, Interpret von Kunstwerken’ (18. Jh.), zuvor ‘Gelehrter, auf einem bestimmten Gebiet Bewanderter, Kenner’ (16. Jh.), vgl. gleichbed. mhd. kunster, künster, später auch künstener; dazu künstlerisch Adj. (18. Jh.). künstlich Adj. ‘nachgemacht, nicht natürlich’, mhd. künstlich ‘Verständnis, Weisheit bekundend, klug, geschickt’; vgl. mhd. künstic, künstec, kunstic ‘mit Kunst begabt, verständig, klug’, ahd. kunstīg (9. Jh.), unkunstīg (8. Jh.). Kunststück n. ‘Meisterstück, gekonnt ausgeführte Leistung’, auch ‘Gaukelei, Zauberei’ sowie ‘Kunstwerk’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
artistisch · künstlerisch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ambition Anspruch Arbeit Ausdruck Ausdrucksform Ausgestaltung Avantgarde Begabung Darbietung Direktor Fotografie Freiheit Gestaltung Laufbahn Leistung Leiter Leiterin Leitung Nachlaß Niveau Qualität Schaffen Tätigkeit geistig gestaltet handwerklich intellektuell literarisch wertvoll wissenschaftlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›künstlerisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber was hier geschieht, hat nichts mehr mit künstlerischer Tätigkeit zu tun.
Die Zeit, 18.07.2012 (online)
Der Lärm leistet derlei ungeachtet seiner künstlerischen Qualität, weswegen Kritik daran müßig ist.
Süddeutsche Zeitung, 31.12.2004
Sie tragen zur Entwicklung der zusammenhängenden Rede in künstlerischer Form auf sehr heitere Art bei.
Brumme, Gertrud-Marie: Muttersprache im Kindergarten, Berlin: Volk u. Wissen 1981 [1966], S. 112
Da wirkte in die anthroposophische Arbeit von vornherein das künstlerische Element.
Steiner, Rudolf: Mein Lebensgang, Eine nicht vollendete Autobiographie. In: Oliver Simons (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1925], S. 369
Man war in künstlerischen Dingen nicht sehr empfindlich und vieles wäre, wie ich glaube, heute wohl kaum möglich.
Goldmark, Karl: Erinnerungen aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 29109
Zitationshilfe
„künstlerisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/künstlerisch>, abgerufen am 21.03.2019.

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