Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

küssen

Grammatik Verb · küsst, küsste, hat geküsst
Aussprache 
Worttrennung küs-sen
Wortbildung  mit ›küssen‹ als Erstglied: Küsserei  ·  mit ›küssen‹ als Letztglied: Geküsse · abküssen · beküssen · wach küssen · wachküssen
eWDG

Bedeutung

jmdn., etw. zum Zeichen der Liebe, Freundschaft, Verehrung mit den gespitzten Lippen berühren
Beispiele:
jmdn. flüchtig, kühl, sanft, innig, heiß, leidenschaftlich, stürmisch, nach Herzenslust küssen
die Mutter küsste ihr Kind zärtlich
jmdn. herzen und küssen
sie haben sich, einander herzhaft geküsst
jmdn. auf den, seinen Mund, auf die Stirn, Wange küssen
jmds. Mund, Hand, jmdm. die Hand, Stirn küssen
sie küsste ihr aus Dankbarkeit die Hände
ein Bild küssen
Religionden Ring des Bischofs küssen
es grüßt und küsst dich deine, dein … (= Briefschluss)
österreichisch küss die Hand! (= Gruß)
wenn sie sich müde geküßt hatten [ H. KurzSonnenwirt167]
Ach, ich hab' sie ja nur / auf die Schulter geküßt! [ MillöckerBettelstudent1,4]
[er] küßte die Erde des Grabes [ BüchnerLenz106]
dichterisch, bildlich
Beispiele:
ein leichter Wind küsste die Blätter
umgangssprachlich, scherzhafter ist von der Muse geküsst worden (= er hat etw. gedichtet)
Es war, als hätt' der Himmel / die Erde still geküßt [ EichendorffMondnacht]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

küssen · Kuß · Handkuß · Kußhand
küssen Vb. ‘mit den Lippen berühren (als Zeichen der Liebe und Achtung)’, ahd. kussen (9. Jh.), mhd. mnd. küssen, asächs. kussian, mnl. cussen, nl. kussen, aengl. cyssan, engl. to kiss, anord. schwed. kyssa und (mit wohl kindersprachlicher Reduplikation des Anlauts) got. kukjan ‘küssen’ sind ebenso wie hethit. kuu̯aš-, griech. kyné͞in (κυνεῖν, Aorist κύσ(σ)αι) ‘küssen’ lautnachahmende (sich daher der Lautverschiebung entziehende) Bildungen, für die sich eine Schallwurzel ie. *ku(s)- ‘küssen’ ansetzen läßt, vgl. auch aind. cúmbati ‘küßt’. – Altes, aus dem Verb rückgebildetes Verbalabstraktum ist Kuß m. ahd. kus (9. Jh.), mhd. kus, kos, asächs. koss, kuss, mnd. kus, mnl. cus, cusse, nl. kus, aengl. coss, engl. kiss, anord. koss, schwed. kyss; vgl. Wissmann Älteste Postverbalia (1938) 25 ff. Handkuß m. (17. Jh.). Kußhand f. ‘auf die eigenen Fingerspitzen gegebener, dem Partner mit einer Handbewegung scheinbar zugeworfener Kuß’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) einen Kuss geben · seine Lippen auf jemandes (Lippen) drücken  ●  küssen  Hauptform · (jemandem) ein Bussi geben  ugs. · abschmatzen  ugs. · busseln  ugs. · bützen  ugs. · knutschen  ugs. · schnäbeln  ugs.
Assoziationen
  • (jemanden) abküssen · (jemanden) mit Küssen bedecken  ●  (jemanden) abknutschen  ugs.
  • (jemanden / sich) mit Bussi links, Bussi rechts (begrüßen) · Begrüßungsküsschen · Bussis (verteilen) · Küsschen rechts, Küsschen links · Wangenküsschen (verteilen)  ●  Bussi-Bussi (machen)  Kindersprache

Typische Verbindungen zu ›küssen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›küssen‹.

Verwendungsbeispiele für ›küssen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Allerdings wird man immer eher einer im Leben schon bewährten Frau als einem jungen Mädchen die Hand küssen. [Oheim, Gertrud: Einmaleins des guten Tons, Gütersloh: Bertelsmann 1957 [1955], S. 71]
Junge Frauen küssen einer älteren Dame gewöhnlich nicht die Hand. [Goetz von Schüching, Ruth: Durch gute Lebensart zum Erfolg, Leipzig: Hesse & Becker 1932 [1925], S. 40]
Wie wir beobachten konnten, küssen Ihnen die Damen doch geradezu die Füße. [Der Spiegel, 09.08.1999]
Sie drückte seine Hand, und dann küsste sie ihn innig. [C’t, 2000, Nr. 21]
Denn anstatt sie nur zu trösten, küßte er sie leidenschaftlich. [Die Zeit, 21.03.1997, Nr. 13]
Zitationshilfe
„küssen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/k%C3%BCssen>.

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