kabbeln

Grammatik Verb · kabbelt, kabbelte, hat gekabbelt
Aussprache  [ˈkabl̩n]
Worttrennung kab-beln
Wortbildung  mit ›kabbeln‹ als Letztglied: herumkabbeln · rumkabbeln  ·  mit ›kabbeln‹ als Grundform: Kabbelei

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [umgangssprachlich, D , oft D-Nordost , D-Nordwest , gelegentlich D-Mittelwest , D-Südwest ] ⟨jmd. kabbelt sich mit jmdm.⟩ sich (meist über nicht sehr wichtige Dinge) streiten, ohne sich dabei gegenseitig ernsthaft zu verletzen, zu beleidigen o. Ä.
  2. 2. [selten] [Jargon, Schifffahrt] ⟨etw. kabbelt⟩ Wasser im Meer bewegt sich ungleichmäßig, weil mehrere Strömungen aus unterschiedlichen Richtungen aufeinandertreffen
ZDL-Vollartikel

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich, D , oft D-Nordost , D-Nordwest , gelegentlich D-Mittelwest , D-Südwest jmd. kabbelt sich mit jmdm.sich (meist über nicht sehr wichtige Dinge) streiten, ohne sich dabei gegenseitig ernsthaft zu verletzen, zu beleidigen o. Ä.
Beispiele:
Die beiden [Freunde] kabbeln sich. So nennt man es in Norddeutschland, wenn zwei sich ein bisschen streiten. Und das ist dann meist nicht richtig ernst gemeint, sondern eher Spaß. [Norddeutsche Neueste Nachrichten, 22.10.2019]
In der Sitzung haben wir uns gekabbelt, und nachher gingen alle […] [in die Kneipe] und haben gemeinsam ein Bier getrunken. [Neue Osnabrücker Zeitung, 22.10.2020]
Er erzählte aus seinen Erfahrungen aus dem Homeoffice, als er sich mit seiner Frau darum kabbelte, wer denn nun aufspülen oder den Müll wegbringen durfte, nur um etwas zu tun zu haben. [Neue Westfälische, 21.10.2020]
Schon bei den jüngsten Vereinsmitgliedern ab sechs Jahren zählt der Spaß an der Bewegung. Die Kinder wollen in dem Alter noch raufen und kabbeln, sich purzeln und sprichwörtlich fallen lassen, wie der Trainer aus seiner langjährigen Sporterfahrung weiß. [Südkurier, 20.02.2018]
Ob mit Verwandten oder nur im engsten Kreis – [an] Weihnachten wurde schon immer gespielt, was das Zeug hält. Andere singen gemeinsam, bei uns wurde »Das verrückte Labyrinth« oder »Rummikub« ausgepackt. Auch in diesem Jahr werden wir uns hoffentlich wieder kabbeln, wer welche Farbe bei den Spielfiguren bekommt und in welcher Richtung das Spielfeld auf den Tisch gelegt wird. [Rhein-Zeitung, 19.12.2014]
Geschwisterkinder haben untereinander eine Art Trainingsgelände, wo sie streiten, konkurrieren, sich kabbeln[meist darum] wer etwas darf oder nicht oder wer wie viel wovon bekommt, […]. [Schweriner Volkszeitung, 11.09.2010]
2.
selten, Jargon, Schifffahrt etw. kabbeltWasser im Meer bewegt sich ungleichmäßig, weil mehrere Strömungen aus unterschiedlichen Richtungen aufeinandertreffen
Kollokationen:
mit Aktivsubjekt: die See kabbelt; das Wasser kabbelt; die Wellen kabbeln
Beispiele:
Kleine Wellen kabbeln gegen die Bordwand. [Neue Zürcher Zeitung, 24.12.2015]
Kleine Wellen kabbeln auf die Steine, irgendwo in der Ferne tuckert ein Kahn. [Der Standard, 15.05.2015]
Wie festgeklebt steht die »Maria S. Merian« neun Meilen vor Warnemünde in der Ostsee, während ringsum die Wellen kabbeln. [Schweriner Volkszeitung, 05.10.2009]
Schaukelnd und tänzelnd nähert sich die Helene [ein Rettungsboot]. Der Motor brummt ganz nah am Ohr, das Wasser schäumt und kabbelt. Thorsten M[…] reckt sich über die kniehohe Reling, schnappt mit starken Armen die Rettungsweste von hinten und zieht den Menschen in Seenot wie einen nassen Sack an Bord. [Badische Zeitung, 16.12.2006]
Wir fahren über Damm und Sturmflutwehr der Oosterschelde im Süden der Niederlande. Rechts und links kabbelt das Meer. [Welt am Sonntag, 09.08.1998]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kabbeln Vb. reflexiv ‘sich harmlos herumstreiten, in die Haare kriegen, necken’. Mnd. kabbelen ‘zanken’, nd. kabbelen (neben kibbelen) ‘laut schwatzen’ setzt sich im 19. Jh. auch in hd. Texten durch. Das Verb verbindet sich mit mhd. kibelen, kifelen, kiveren ‘scheltend zanken, keifen’, kifelen, kife(r)n ‘nagen, kauen’, anord. kjapta ‘reden, sprechen’, norw. kjefte ‘lärmen, schelten’, aslaw. ozobati ‘fressen’, russ. (älter) zobát’ (зобать) ‘picken, verschlingen, gierig fressen’, lit. žė́bti ‘langsam essen’. Verwandt sind ferner die unter Käfer und Kiefer1 m. (s. d.) angeführten Formen sowie air. gop ‘Schnabel, Mund’. Ihnen allen liegt die Wurzel ie. *g̑epʰ-, *g̑ebʰ-, ‘Kiefer, Mund; essen, fressen, schnappen’ zugrunde, so daß für kabbeln eine Ausgangsbedeutung ‘die Kiefer bewegen, sprechen, zanken’ anzunehmen ist.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) streiten (mit / über / um / wegen) · hadern (mit)  ●  (mit jemandem) ein Hühnchen rupfen  ugs., fig. · (sich) fetzen  ugs. · (sich) kabbeln  ugs. · (sich) zanken  ugs. · (sich) zoffen  ugs.
Assoziationen
  • (einen) Streit beginnen · Streit anfangen · Streit bekommen  ●  (einen) Streit vom Zaun brechen  fig. · in Streit geraten (mit)  Hauptform · (sich) anne Köppe kriegen  ugs., ruhrdt. · (sich) in die Haare kriegen  ugs., fig. · (sich) in die Wolle geraten  ugs., fig. · (sich) in die Wolle kriegen  ugs., fig. · Krach kriegen  ugs. · aneinandergeraten  ugs. · das Kriegsbeil ausgraben  ugs., fig. · zusammenknallen  ugs., fig.
  • (ein) Streitgespräch führen · (einen) Disput haben · (sich) heftig auseinandersetzen (über) · (sich) streiten (über) · disputieren  ●  (sich) zoffen  ugs.
  • (einen) Strauß ausfechten · (einen) Streit zur Entscheidung bringen · bis zur Entscheidung kämpfen  ●  (einen) Streit austragen  Hauptform
Synonymgruppe
(miteinander) kämpfen · (miteinander) raufen · (sich) balgen · (sich) kabbeln · (sich) kampeln · (sich) rangeln · gegeneinander kämpfen · herumbalgen · ringen  ●  (sich) katzbalgen  ugs. · ein Kämpfchen machen  ugs.
Assoziationen
Zitationshilfe
„kabbeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kabbeln>.

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