kabbeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungkab-beln (computergeneriert)
Wortbildung mit ›kabbeln‹ als Letztglied: ↗herumkabbeln · ↗rumkabbeln  ·  mit ›kabbeln‹ als Grundform: ↗Kabbelei
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
landschaftlich, (besonders) norddeutsch, umgangssprachlich sich kabbelnsich, ohne es sehr ernst zu meinen, zanken, kleine Auseinandersetzungen, Wortgefechte miteinander haben
Beispiele:
wir haben uns schon oft gekabbelt
ich habe mich schon oft mit ihm gekabbelt
2.
Seemannssprache
Beispiel:
die See kabbelt (= ist kabbelig)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kabbeln Vb. reflexiv ‘sich harmlos herumstreiten, in die Haare kriegen, necken’. Mnd. kabbelen ‘zanken’, nd. kabbelen (neben kibbelen) ‘laut schwatzen’ setzt sich im 19. Jh. auch in hd. Texten durch. Das Verb verbindet sich mit mhd. kibelen, kifelen, kiveren ‘scheltend zanken, keifen’, kifelen, kife(r)n ‘nagen, kauen’, anord. kjapta ‘reden, sprechen’, norw. kjefte ‘lärmen, schelten’, aslaw. ozobati ‘fressen’, russ. (älter) zobát’ (зобать) ‘picken, verschlingen, gierig fressen’, lit. žė́bti ‘langsam essen’. Verwandt sind ferner die unter ↗Käfer und ↗Kiefer m. (s. d.) angeführten Formen sowie air. gop ‘Schnabel, Mund’. Ihnen allen liegt die Wurzel ie. *g̑epʰ-, *g̑ebʰ-, ‘Kiefer, Mund; essen, fressen, schnappen’ zugrunde, so daß für kabbeln eine Ausgangsbedeutung ‘die Kiefer bewegen, sprechen, zanken’ anzunehmen ist.

Thesaurus

Synonymgruppe
ausfechten · ↗hadern · ↗streiten  ●  (mit jemandem) ein Hühnchen rupfen  ugs., fig. · das Kriegsbeil ausgraben  ugs., fig. · ↗fetzen  ugs. · kabbeln  ugs. · mit jemanden ins Gericht gehen  ugs. · ↗zanken  ugs. · ↗zoffen  ugs.
Synonymgruppe
(sich) balgen · ↗(sich) befehden · ↗(sich) beharken · ↗(sich) zanken · Streit haben · im Clinch liegen (mit) · im Streit liegen · in Streit liegen (mit) · über Kreuz liegen (mit)  ●  ↗(sich) streiten  Hauptform · auf Kriegsfuß stehen (mit jemandem)  fig. · ↗(sich) fetzen  ugs. · ↗(sich) herumstreiten  ugs. · ↗(sich) herumzanken  ugs. · (sich) in den Haaren haben  ugs. · (sich) in den Haaren liegen  ugs. · (sich) kabbeln  ugs. · ↗(sich) kampeln  ugs. · (sich) streiten wie die Kesselflicker  ugs. · ↗(sich) zoffen  ugs. · Krach haben  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Manchmal hätten sie beide sich zwar auch gekabbelt, aber das gehöre dazu.
Die Zeit, 23.11.2007 (online)
In Frankreich kabbelt man sich unwirsch darum, welcher von den verschiedenen herbstlichen Preisen als erster bekannt gegeben werden sollte.
Süddeutsche Zeitung, 09.10.2000
Eigentlich ist sie ein ganz liebes Tier, dennoch kabbelt sie sich ab und zu mit Yashoda.
Bild, 24.09.2001
Im Lkw-Führerhaus kabbeln sie sich wegen einer Wespe, die Polizisten reden über Weiber und hören Verdi.
Der Spiegel, 18.04.1983
Wie die beiden sich erst kabbeln, dann Tür an Tür E-Mails schreiben und sich schließlich in der Küche zu einer Pyjama-Party treffen.
Die Welt, 12.02.2004
Zitationshilfe
„kabbeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kabbeln>, abgerufen am 17.10.2019.

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