kabbeln

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung kab-beln
Wortbildung  mit ›kabbeln‹ als Letztglied: ↗herumkabbeln · ↗rumkabbeln  ·  mit ›kabbeln‹ als Grundform: ↗Kabbelei

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [landschaftlich, besonders norddeutsch, umgangssprachlich] ⟨sich kabbeln⟩ sich, ohne es sehr ernst zu meinen, zanken, kleine Auseinandersetzungen, Wortgefechte miteinander haben
  2. 2. [Seemannssprache] ...
eWDG

Bedeutungen

1.
landschaftlich, besonders norddeutsch, umgangssprachlich sich kabbelnsich, ohne es sehr ernst zu meinen, zanken, kleine Auseinandersetzungen, Wortgefechte miteinander haben
Beispiele:
wir haben uns schon oft gekabbelt
ich habe mich schon oft mit ihm gekabbelt
2.
Seemannssprache
Beispiel:
die See kabbelt (= ist kabbelig)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kabbeln Vb. reflexiv ‘sich harmlos herumstreiten, in die Haare kriegen, necken’. Mnd. kabbelen ‘zanken’, nd. kabbelen (neben kibbelen) ‘laut schwatzen’ setzt sich im 19. Jh. auch in hd. Texten durch. Das Verb verbindet sich mit mhd. kibelen, kifelen, kiveren ‘scheltend zanken, keifen’, kifelen, kife(r)n ‘nagen, kauen’, anord. kjapta ‘reden, sprechen’, norw. kjefte ‘lärmen, schelten’, aslaw. ozobati ‘fressen’, russ. (älter) zobát’ (зобать) ‘picken, verschlingen, gierig fressen’, lit. žė́bti ‘langsam essen’. Verwandt sind ferner die unter ↗Käfer und ↗Kiefer1 m. (s. d.) angeführten Formen sowie air. gop ‘Schnabel, Mund’. Ihnen allen liegt die Wurzel ie. *g̑epʰ-, *g̑ebʰ-, ‘Kiefer, Mund; essen, fressen, schnappen’ zugrunde, so daß für kabbeln eine Ausgangsbedeutung ‘die Kiefer bewegen, sprechen, zanken’ anzunehmen ist.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) streiten (mit / über / um / wegen) · ↗hadern (mit)  ●  (mit jemandem) ein Hühnchen rupfen  ugs., fig. · ↗(sich) fetzen  ugs. · (sich) kabbeln  ugs. · ↗(sich) zanken  ugs. · ↗(sich) zoffen  ugs.
Assoziationen
  • (einen) Streit beginnen · Streit anfangen · Streit bekommen  ●  (einen) Streit vom Zaun brechen  fig. · in Streit geraten (mit)  Hauptform · (sich) anne Köppe kriegen  ugs., ruhrdt. · (sich) in die Haare kriegen  ugs., fig. · (sich) in die Wolle geraten  ugs., fig. · (sich) in die Wolle kriegen  ugs., fig. · Krach kriegen  ugs. · ↗aneinandergeraten  ugs. · das Kriegsbeil ausgraben  ugs., fig. · ↗zusammenknallen  ugs., fig.
  • (ein) Streitgespräch führen · (einen) Disput haben · (sich) heftig auseinandersetzen (über) · (sich) streiten (über) · ↗disputieren  ●  ↗(sich) zoffen  ugs.
  • (einen) Strauß ausfechten · (einen) Streit zur Entscheidung bringen · bis zur Entscheidung kämpfen  ●  (einen) Streit austragen  Hauptform
Synonymgruppe
(miteinander) kämpfen · ↗(miteinander) raufen · ↗(sich) balgen · (sich) kabbeln · ↗(sich) kampeln · ↗(sich) rangeln · gegeneinander kämpfen · ↗herumbalgen · ↗ringen  ●  ↗(sich) katzbalgen  ugs. · ein Kämpfchen machen  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›kabbeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Manchmal hätten sie beide sich zwar auch gekabbelt, aber das gehöre dazu.
Die Zeit, 23.11.2007 (online)
In Frankreich kabbelt man sich unwirsch darum, welcher von den verschiedenen herbstlichen Preisen als erster bekannt gegeben werden sollte.
Süddeutsche Zeitung, 09.10.2000
Eigentlich ist sie ein ganz liebes Tier, dennoch kabbelt sie sich ab und zu mit Yashoda.
Bild, 24.09.2001
Im Lkw-Führerhaus kabbeln sie sich wegen einer Wespe, die Polizisten reden über Weiber und hören Verdi.
Der Spiegel, 18.04.1983
Wie die beiden sich erst kabbeln, dann Tür an Tür E-Mails schreiben und sich schließlich in der Küche zu einer Pyjama-Party treffen.
Die Welt, 12.02.2004
Zitationshilfe
„kabbeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kabbeln>, abgerufen am 23.02.2021.

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