kaiserlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungkai-ser-lich
eWDG, 1969

Bedeutung

zum Kaiser gehörend
Beispiele:
der kaiserliche Hof
historisch die Kaiserlichen (= die Truppen des Kaisers im Dreißigjährigen Krieg)
historisch das kaiserliche (= von einem Kaiser regierte) Deutschland
Pescara hatte den in kaiserlichen Dienst tretenden fürstlichen Hochverräter ... empfangen [C. F. Meyer4,197]
historisch kaiserlich und königlich
Beispiel:
die kaiserlich und königliche Monarchie (= die österreichisch-ungarische Monarchie)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kaiser · Zar · kaiserlich
Kaiser m. Staatsoberhaupt in bestimmten Monarchien; gilt allgemein als höchste Würde bzw. höchster Titel eines Monarchen. Ahd. keisur (um 800), mhd. keiser beruhen wie asächs. kēsur, mnd. keyser, mnl. keiser, nl. keizer, aengl. cāsere auf Entlehnung von lat. Caesar durch die Germanen. Der erbliche Bei- bzw. Familienname Caesar (des römischen Feldherrn und Diktators Gāius Iūlius Caesar) wird im römischen Weltreich zur festen Bezeichnung des Herrschers und auch von den Germanen in der Bedeutung ‘Herrscher’ entlehnt. Nach der Lautform, die diphthongische Aussprache von lat. -ae- voraussetzt, muß die Entlehnung zu einem sehr frühen Zeitpunkt (schon zu Lebzeiten Caesars, also vor Beginn unserer Zeitrechnung, spätestens aber in den ersten anderthalb Jahrhunderten danach) stattgefunden haben, so daß Kaiser das älteste lat. Lehnwort im Germ. sein könnte. Auf lat. Caesar beruht auch griech. ká͞isar (καῖσαρ), auf der griech. Form wohl got. kaisar. Eine ähnliche Entwicklung vom Eigennamen (Vornamen) zum allgemeinen Ausdruck für ‘Herrscher, König’ zeigen die gemeinslaw. Entlehnungen aus ahd. Karal, Karl, dem Namen Karls des Großen, vgl. aslaw. kral’ь, russ. koról’ (король), bulg. kral (крал), tschech. král, poln. król, nsorb. (im 16./17. Jh.) krol ‘König’. Zar m. Titel des Monarchen in Rußland. Russ. car’ (царь), auch Bezeichnung für Monarchen des alten Orients und der Antike, geht über aruss. cьsarь, cěsarь (aslaw. cěsaŕь) auf gemeinslaw. *cěsarь ‘Kaiser’, eine Entlehnung des 4. Jhs. aus got. kaisar (s. oben), und damit letztlich ebenfalls auf lat. Caesar zurück. Nachdem schon aruss. cěsarь als Ehrenname russischer Großfürsten gebraucht wurde, wird russ. car’ 1547 für Iwan IV. offizieller Titel des „Großfürsten von Moskau und ganz Rußland“, da sich dieser als Nachfolger der byzantinischen Kaiser und Moskau als das „dritte Rom“ betrachtet. Im Dt. begegnet Zar zur Bezeichnung des russischen Herrschers seit der Mitte des 16. Jhs. (anfänglich in den Formen Czar, Cziar, Tzar), als offizielle Bezeichnung des Fürsten von Bulgarien seit 1908, hier als Wiedergabe von bulg. car (цар), das gleichen Ursprungs ist wie russ. car’. kaiserlich Adj. ahd. keisurlīh (8. Jh.), mhd. keiserlich.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bücherkommission Edikt Erlaß Feldherr Feldmarschall Garde Gemach Generalissimus Gesandter Gesundheitsamt Haushofamt Heer Hof Hofamt Hofstallunge Hoheit Majestät Marine Palast Patentamt Porzellanmanufaktur Privileg Residenz Reskript Schutztruppe Sommerresidenz Statthalter Treppenhaus königlich päpstlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kaiserlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber seit 1889 ist die kaiserliche Nachfolge strikt auf Söhne beschränkt.
Die Welt, 04.08.2004
Für seine Arbeit ließ sich der Meister auch kaiserlich belohnen.
Süddeutsche Zeitung, 12.04.1995
Diese Interpretation mag sich nicht unmittelbar aus dem Tenor des kaiserlichen Schreibens ergeben: die folgenden Ereignisse jedoch bestätigen sie vollauf.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 3911
Für uns alle verkörpert in der ehrwürdigen Person unseres kaiserlichen Helden.
Bobrowski, Johannes: Levins Mühle, Frankfurt a. M.: Fischer 1964, S. 176
Anderseits nutzte das kaiserliche Regime die verbesserte außenpolitische Situation zum Ausbau der außenwirtschaftlichen Verflechtungen.
Gurland, A. R. L.: Wirtschaft und Gesellschaft im Übergang zum Zeitalter der Industrie. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 15581
Zitationshilfe
„kaiserlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kaiserlich>, abgerufen am 15.10.2019.

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