Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

kalben

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung kal-ben
Wortbildung  mit ›kalben‹ als Letztglied: abkalben  ·  mit ›kalben‹ als Grundform: verkalben

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [Landwirtschaft] ...
  2. 2. [fachsprachlich] ...
eWDG

Bedeutungen

1.
Landwirtschaft
Beispiel:
die Kuh wird bald kalben (= ein Kalb bekommen)
2.
fachsprachlich
Beispiele:
der Gletscher kalbt (= Eisblöcke brechen von ins Meer mündenden Gletscherzungen ab und werden zu Eisbergen)
unter dauerndem Getöse kalbt der Gletscher die 50 m hoch über das Wasser ragenden Eismassen in den Fjord [ Urania1963]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kalb · kalben · kälbern · kalbern · Kalbfell
Kalb n. ‘neugeborenes oder junges Rind’. Die Etymologie ist nicht klar festzulegen, da ein solches Elementarwort der Tierhaltung unterschiedliche Eigenentwicklungen erfahren haben mag. Ahd. kalb (8. Jh.), mhd. kalp, asächs. mnd. nl. kalf, aengl. cælf, mnl. engl. calf, anord. kalfr, schwed. kalv erweist sich nach den Pluralformen ahd. kelbir, aengl. calfru, cealfru als alter es / os-Stamm (germ. *kalƀaz, *kalƀiz). Im Ablaut dazu begegnet ahd. kilbur (11. Jh.), kilburra, kilbirra (9. Jh.), aengl. ceolbor-, cilfor(lamb) ‘Mutterlamm’. Daneben steht ein femininer n-Stamm got. kalbō ‘junge Kuh, Kalb’, ahd. kalba, mhd. kalbe ‘über ein Jahr alte Kuh, die noch nicht gekalbt hat’. Unter Berücksichtigung der Anlautverhältnisse und unter Annahme einer Bedeutungsentwicklung ‘Anschwellung ‒ Mutterleib ‒ Leibesfrucht’ ist Rückführung auf ie. *gelb(h)- möglich, eine wohl nur im Germ. vertretene Variante von ie. *glēb(h)-, *gleb(h)- ‘zusammballen’ (s. Klafter, Kolben), Labialerweiterungen der Wurzel ie. *gel- ‘(sich) ballen, Gerundetes, Kugliges’, wozu auch gall.-lat. galba ‘Schmerbauch, dicke Person’, lat. globus ‘Kugel, Ball, Klumpen’ gehören. Semantische Beziehungen zu ie. *gu̯elbh- ‘Gebärmutter, Tierjunges’ mit griech. delphýs (δελφύς) ‘Gebärmutter’, délphax (δέλφαξ) ‘Sau, Mutterschwein’ und aind. gárbhaḥ ‘Mutterleib, Leibesfrucht’ sind nicht zu übersehen; der ie. labiovelare Anlaut ist allerdings mit den oben genannten germ. Formen nicht vereinbar. – kalben Vb. ‘ein Kalb zur Welt bringen’, mhd. kalben. kälbern, kalbern Vb. ‘kalben’, auch ‘herumalbern, Spaß machen’ (16. Jh.), eigentlich ‘herumtollen wie ein junges Kalb’. Kalbfell n. oft bildlich für ‘Trommel’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) Junges bekommen · gebären · jungen · kalben (Kuh, Wal, Elefant ...) · werfen (Säugetier)  ●  Junge bekommen  Hauptform

Typische Verbindungen zu ›kalben‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kalben‹.

Verwendungsbeispiele für ›kalben‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und dann kalbte eine Kuh, das Kalb war aber tot. [Die Zeit, 10.03.1978, Nr. 11]
Die 23 Kühe kalben alleine und werden früher wieder trächtig. [Der Tagesspiegel, 08.01.2001]
Das sind acht Monate alte weibliche Rinder, die nicht gekalbt haben. [Der Tagesspiegel, 25.02.2001]
Von Zeit zu Zeit brechen Teile ab – dann «kalbt» der Gletscher. [Die Zeit, 07.08.2010 (online)]
Es gibt keine einzige Kuh, die ihr Leben lang einen unerschöpflichen Milchfluß hat – damit dieser aber nie versiegt, muß sie jährlich kalben. [Süddeutsche Zeitung, 26.07.1995]
Zitationshilfe
„kalben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kalben>.

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