kampieren

GrammatikVerb · kampierte, hat kampiert
Aussprache
Worttrennungkam-pie-ren (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
eWDG, 1969

Bedeutung

(über Nacht) im Freien lagern
Beispiele:
viele Ausflügler kampierten an dem Ufer des Sees
Das Marschieren, das Schießen, das Kampieren im Freien machten ihm keine Freude [J. RothRechts und links87]
sein Obdach haben
Beispiele:
eine Gruppe Alpinisten kampierte zwei Tage in dieser Berghütte
die Flüchtlinge kampierten (= hausten) in Baracken
umgangssprachlich auf einem improvisierten Lager übernachten
Beispiele:
heute Nacht haben bei mir drei Bekannte kampiert
Hoffentlich brauchte er die kommende Nacht nicht wieder auf dem kurzen Sofa zu kampieren [BredelVäter32]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kampieren Vb. ‘im Freien lagern, übernachten’, entlehnt (17. Jh.) aus gleichbed. frz. camper, einer Ableitung von frz. camp ‘militärisches Lager’ (einer Form pikard. oder prov. Ursprungs gegenüber regulär entwickeltem frz. champ), aus lat. campus ‘flaches Feld’, auch ‘militärischer Versammlungsort und Übungsplatz’ (s. auch ↗Kamp, ↗Kampf, ↗Camping). Das Verb, im Dreißigjährigen Krieg aufgenommen, wird als betont unkonventioneller Ausdruck für ‘übernachten’ Bestandteil der Studentensprache und erlangt von daher allgemeine Verbreitung.

Thesaurus

Synonymgruppe
biwakieren · ↗campen · kampieren · ↗lagern · ↗zelten  ●  ↗campieren  österr., schweiz.
Oberbegriffe
  • sonstige Verben
Synonymgruppe
(irgendwo) schlafen · ↗(irgendwo) unterkommen · die Nacht verbringen · einquartiert sein · kampieren · untergebracht sein  ●  ↗übernachten  Hauptform · ↗(irgendwo) pennen  ugs., salopp · ↗absteigen  ugs. · ↗logieren  geh. · ↗nächtigen  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
kampieren (bei) · provisorisch wohnen · vorübergehend untergebracht sein
Assoziationen
  • (etwas) sein Zuhause nennen · (irgendwo) zu Hause sein · (sein) Zuhause haben · jemandes Zuhause sein · ↗leben  ●  ↗hausen  abwertend · ↗wohnen  Hauptform · ↗residieren  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aktivist Bahnhof Brücke Decke Demonstrant Feld Flüchtling Freie Gelände Grünanlage Himmel Hundert Hütte Nacht Niemandsland Obdachlose Park Schlafsack Tausend Unterkunft Wald Wiese Wohnwagen Zehntausend Zelt Zeltlager mitten nachts tagelang wochenlang

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kampieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie selbst kampiert dann bei ihrer Schwester auf der Couch.
Die Zeit, 21.01.1980, Nr. 03
Hoffentlich brauchte er die kommende Nacht nicht wieder auf dem kurzen Sofa zu kampieren.
Bredel, Willi: Die Väter. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Bd. 7, Berlin: Aufbau-Verl. 1973 [1946], S. 26
Aus allen Ecken wurden sie zusammengeholt, schließlich kampierten da hundertundsechzig.
Tucholsky, Kurt: Märtyrer. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1925], S. 3807
Er kampierte damals auch eine Nacht bei mir auf dem Sofa.
Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 7976
Es mußten Millionen von Gefangenen plötzlich im Winter auf freiem Felde kampieren.
o. A.: Einhundertsiebenundvierzigster Tag. Mittwoch, 5. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 23318
Zitationshilfe
„kampieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kampieren>, abgerufen am 19.04.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Kampfzone
Kampfziel
Kampfzeit
Kampfwillen
Kampfwille
Kampong
Kamsin
Kamuffel
Kanada
Kanadabalsam