kapital

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungka-pi-tal (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›kapital‹ als Erstglied: ↗Kapitalfehler · ↗Kapitalhirsch · ↗Kapitalstrafe · ↗Kapitalverbrechen · ↗Kapitalverbrecher
eWDG, 1969

Bedeutung

Jägersprache sehr groß, stark
Beispiele:
ein kapitaler Bock, Hirsch, Elchbulle
ein kapitaler Karpfen, Wels
übertragen
Beispiele:
eine kapitale Dummheit
ein kapitaler Fehler
eine Sache von kapitaler Bedeutung
ein kapitaler Spaß
Das ist der kapitalste Witz, den ich je gehört hab [BrechtPuntila9]
prächtig
Beispiel:
Aber offen gestanden, die Ziegenhals ist mir lieber, drall und prall, kapitales Weib [FontaneTreibelI 3,337]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kapital · kapital · Kapitalist · kapitalistisch · Kapitalismus · kapitalisieren
Kapital n. ‘Vermögen, (zinstragende) Geldsumme’, entlehnt (Anfang 16. Jh.) aus ital. capitale ‘Wert, Grundsumme, Vermögen in Geld, Reichtum’, das auf lat. capitālis ‘den Kopf, das Leben betreffend, hauptsächlich’, auch ‘schwerwiegend, wichtig’, mlat. (substantiviert) ‘bewegliches Gut, Wert, Grundsumme’ beruht; zu lat. caput ‘Haupt, Kopf, Spitze, Hauptperson, Anführer, (Haupt)abschnitt, -absatz’, von Geld und Geldeswert ‘Hauptsumme, Grundstock, Kapital’. Durch Kapital werden ältere Bezeichnungen wie Hauptgut, spätmhd. houbetguot, houbetsumme, houbetgelt, deren erstes Glied lat. capitālis übersetzt, ungebräuchlich. Im 16. Jh. wird gelegentlich auch die Form altvenezian. cavedal in dt. Texten verwendet. kapital Adj. ‘groß, hervorragend, schwerwiegend’ (17. Jh.), aus lat. capitālis (s. oben); häufig als erstes Kompositionsglied, vgl. Kapitalfehler, -hirsch, -verbrechen (lat. capitāle facinus), -verbrecher, -vergehen. Kapitalist m. ‘Unternehmer, Besitzer von Produktionsanlagen’ (18. Jh.), ‘Geldbesitzer’ (17. Jh.). kapitalistisch Adj. (19. Jh.). Kapitalismus m. ‘auf dem Privateigentum an Produktionsmitteln und dem freien Unternehmertum beruhende Wirtschaftsform mit dem Markt als Regulativ’ (19. Jh.); vgl. gleichbed. frz. capitalisme (19. Jh.), zuvor ‘Reichtum’ (18. Jh.). kapitalisieren Vb. ‘zu Geld machen’ (19. Jh.), frz. capitaliser.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abspielfehler Abwehrfehler Abwehrschnitzer Aussetzer Ballverlust Bock Bruchlandung Denkfehler Fahrfehler Fang Fehler Fehlgriff Fehlleistung Fehlpass Fehlschuss Fehlstart Hecht Hirsch Karpfen Keiler Letter Motorschaden Neuerwerbung Patzer Rothirsch Schnitzer Spätentwickler Stellungsfehler Torwartfehler Zwölfender

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kapital‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Erstens ist alles so verlockend und zweitens kann jede Entscheidung ein kapitaler Fehler sein.
Der Tagesspiegel, 05.06.2001
Nicht nur die Vernichtung der Arten selbst ist ein kapitaler Fehler.
o. A.: Biologische Analphabeten. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1998 [1997]
Allerdings wäre es ein kapitaler Fehler, jetzt die landesweiten Wahlen durchpeitschen zu wollen.
Süddeutsche Zeitung, 28.08.1996
Beim 1:5 leistet er sich so einen kapitalen Bock, dass er von den eigenen Fans ausgebuht und ausgepfiffen wird.
Bild, 08.04.2000
Bei einem Wesen von chronischer Bedürftigkeit ist daher die Hintergrundserfüllung ein kapitales Thema, eine echte anthropologische Kategorie.
Gehlen, Arnold: Urmensch und Spätkultur, Bonn: Athenäum 1956, S. 50
Zitationshilfe
„kapital“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kapital>, abgerufen am 22.10.2019.

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