kapitulieren

Grammatik Verb · kapituliert, kapitulierte, hat kapituliert
Aussprache 
Worttrennung ka-pi-tu-lie-ren
Wortbildung  mit ›kapitulieren‹ als Erstglied: Kapitulant · Kapitulation
Herkunft aus capitulermfrz frz ‘eine Übereinkunft treffen, vertraglich regeln’, dann ‘die Übergabebedingungen mit dem Feind vertraglich regeln’
eWDG

Bedeutungen

1.
die Waffen strecken, sich ergeben
Beispiel:
die Armee, Festung hat kapituliert
übertragen sein Vorhaben oder seinen Widerstand ganz aufgeben
Beispiele:
er kapitulierte vor den Schwierigkeiten
Aber hier war der Punkt, da auch der tapfere, ehrliche Bösewicht Deiphobos vor der Öffentlichkeit kapitulierte [ HagelstangeSpielball111]
2.
veraltet freiwillig weiterdienen
Beispiel:
Der Unteroffizier schrieb, dass er die Absicht habe, nicht weiter zu kapitulieren; so sehr ihm seine Vorgesetzten auch zuredeten, bei der Truppe zu bleiben [ PolenzBüttnerbauer1,120]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kapitulation · kapitulieren
Kapitulation f. ‘Unterwerfung, Übergabe, Ergebungsvertrag’, anfangs ‘Vergleichsverhandlung, -vertrag, Vertragsartikel’, Entlehnung (16. Jh.) von mfrz. frz. capitulation ‘Verhandlung, Übereinkunft, Vergleich’ (mfrz. auch ‘Vertragsartikel’), frz. ‘Vertrag zwischen Sieger und Besiegtem’, abgeleitet von mfrz. frz. capituler ‘eine Übereinkunft treffen, vertraglich regeln’, dann ‘die Übergabebedingungen mit dem Feind vertraglich regeln’, mlat. capitulare ‘zu Verhandlungen zusammenkommen, übereinkommen’ (zu mlat. capitulum ‘Zusammenkunft, Abmachung, Übereinkunft’, s. Kapitel). kapitulieren Vb. ‘sich unterwerfen, ergeben’ (18. Jh.), älter ‘übereinkommen, verhandeln’ (16. Jh.), nach mfrz. frz. capituler (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
(einen) Rückzieher machen · (es mit/bei etwas) bewenden lassen · (es) aufgeben · (es) aufstecken · (etwas) auf sich beruhen lassen · (sich dem) Schicksal ergeben · (sich dem) Schicksal fügen · (sich mit etwas) abfinden · (sich) beugen · (sich) geschlagen geben · aufhören zu kämpfen · kapitulieren · klein beigeben · nicht weiter versuchen · nicht weiterverfolgen · nicht weiterversuchen · passen · passen müssen · resignieren  ●  (das) Feld räumen (müssen)  fig. · (die) Waffen strecken  fig. · aufgeben  Hauptform · (das) Handtuch schmeißen  ugs., fig. · (das) Handtuch werfen  ugs., fig. · (den) (ganzen) Bettel hinschmeißen  ugs. · (den) (ganzen) Bettel hinwerfen  ugs. · (den) (ganzen) Kram hinschmeißen  ugs. · (den) (ganzen) Krempel hinschmeißen  ugs. · (die) Brocken hinschmeißen  ugs. · (die) Brocken hinwerfen  ugs. · (die) Flinte ins Korn werfen  ugs., fig. · (die) Segel streichen  ugs. · (etwas) stecken  ugs. · (sich) ins Bockshorn jagen lassen  ugs. · (sich) schicken (in)  geh., veraltet · abbrechen  ugs. · aufstecken  ugs. · die weiße Fahne hissen  ugs., fig. · einpacken (können)  ugs., fig. · hinschmeißen  ugs. · in den Sack hauen  ugs. · schmeißen  ugs., fig. · zurückrudern  ugs., fig.
Assoziationen
  • (ein) Einsehen haben · (sich) beugen · (sich) einsichtig zeigen · (sich) fügen · (sich) zurückziehen · einlenken · klein beigeben · weichen · zurückweichen  ●  (den) Kopf einziehen  fig. · (sich) ducken  fig. · das Handtuch werfen  fig. · die Stellung räumen  fig. · kein Rückgrat haben  fig. · kleine Brötchen backen (müssen)  fig. · nachgeben  Hauptform · zurückrudern  fig. · (einen) Rückzieher machen  ugs. · Früh krümmt sich, was ein Häkchen werden will.  ugs., Sprichwort · den Schwanz einziehen  ugs., fig. · die Platte putzen  ugs. · einknicken  ugs., fig. · kuschen  ugs. · zu Kreuze kriechen  geh., fig., abwertend
  • dem freien Spiel der Kräfte überlassen · den Dingen ihren Lauf lassen · hinnehmen · nicht eingreifen  ●  geschehen lassen  Hauptform
  • (dein ...) kannst du dir sonstwo hinstecken!  derb · drauf geschissen!  derb · du kannst mich (mal) am Arsch lecken!  vulg. · du kannst mich (mal) kreuzweise!  derb · du kannst mich mal gerne haben!  ugs. · du kannst mich mal!  ugs., Hauptform · du kannst mir mal den Buckel runterrutschen!  ugs., variabel · du kannz mir ma den Nachen deuen  ugs., rheinisch · fick dich ins Knie!  vulg. · fick dich selbst!  vulg. · fick dich!  vulg. · geh mir doch weg!  ugs. · leck mich (doch) am Arsch!  vulg. · macht doch euren Scheiß alleine!  derb
Antonyme
  • (sich) nicht geschlagen geben

Typische Verbindungen zu ›kapitulieren‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kapitulieren‹.

Verwendungsbeispiele für ›kapitulieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich hatte nach kurzem Kampf kapituliert, als sie drohte, mich zurückzuweisen, sich mir zu entziehen. [Schlink, Bernhard: Der Vorleser, Zürich: Diogenes 1995, S. 43]
Erst wenn ich mich wirklich angestrengt habe, darf ich kapitulieren. [Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 249]
Am Nachmittag kapitulieren auch die im Raum um Rom versammelten italienischen Divisionen. [o. A.: 1943. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1983], S. 16321]
Keine Regierung würde wohl vor einer Drohung dieser Art kapitulieren. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1956]]
Doch da haben die Deutschen bereits vor dem immer stärker werdenden Regen kapituliert. [Die Zeit, 31.05.2012, Nr. 20]
Zitationshilfe
„kapitulieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kapitulieren>.

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