karg

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Wortbildung mit ›karg‹ als Letztglied: ↗wortkarg
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
gering, nicht reichlich
Beispiele:
er musste für kargen Lohn, karge Bezahlung arbeiten
die Zeit dafür ist karg bemessen
eine karg bemessene Freizeit
ein karges Mahl
eine karge Kost, Nahrung
spärlich
Beispiele:
eine karge Beleuchtung
es gab nur kargen Beifall
man las nur karge Nachrichten, Berichte über das Unglück
wenn der halbe Mond ein karges Licht herabließ [StormSchimmelr.7,149]
ärmlich
Beispiel:
Eingeschüchtert ... kehrten sie zurück in ihre kargen Behausungen [J. RothRechts und links17]
nicht sehr fruchtbar
Beispiele:
ein karger (Sand)boden, karges Land
eine karge Erde
2.
karg mit etw.sparsam, geizig mit etw.
Beispiele:
mit Worten, Lob karg sein
Sogar der mit Lob karge Robespierre hatte Anerkennung für ihn [Feuchtw.Narrenweisheit413]
mein Freund, sage ich; ich war immer karg mit diesem Titel [LessingMinnaI 6]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

karg · wortkarg · kargen · Kargheit · kärglich
karg Adj. ‘knapp bemessen, nicht reichlich, spärlich, kümmerlich, ärmlich, nicht sehr fruchtbar’. Das westgerm. Adjektiv ahd. karag ‘traurig, besorgt, betrübt’ (9. Jh.), mhd. karc ‘klug, listig, schlau, streng, sparsam, knapp, knauserig’, asächs. in mōdkarag ‘bekümmert’, mnd. karch ‘sparsam, geizig, hartherzig’, mnl. cārich, nl. karig ‘karg, spärlich, dürftig’, aengl. cearig ‘traurig’, engl. chary ‘behutsam, sparsam’ ist von dem unter ↗Karfreitag (s. d.) als Bestimmungswort angeführten Substantiv germ. *karō mit der Bedeutung ‘Trauer, Klage, Kummer, Sorge’ abgeleitet. Die ursprüngliche Bedeutung ‘traurig, bekümmert, sorgenvoll’ entwickelt sich schon im Ahd. wohl über ‘besorgt, ängstlich, vorsichtig, umsichtig’ zu ‘klug, listig, geschickt, schlau’, aber auch, da vielfach auf Geldsachen bezogen, zu ‘sparsam, knauserig’, weiter zu ‘knapp bemessen, spärlich’. wortkarg Adj. ‘sparsam mit Worten, wenig redend’ (18. Jh.). kargen Vb. ‘sparsam sein, geizen’, mhd. kargen ‘betrübt, ängstlich, besorgt sein, unfreigebig sein, knausern’. Kargheit f. ‘Ärmlichkeit, Dürftigkeit’, ahd. karagheit ‘Umsicht’ (10. Jh.), mhd. karcheit, karkeit ‘Schlauheit, Hinterlist, Sparsamkeit, Knauserei’. kärglich Adj. ‘knapp bemessen, kümmerlich, ärmlich’, mhd. kerclich ‘listig, schlau, knapp, sparsam’.

Thesaurus

Synonymgruppe
fast nichts · ↗gering · karg · kaum etwas · ↗minimal · ↗rar · sehr wenig  ●  minim  schweiz.
Antonyme
  • karg
Synonymgruppe
dürftig · karg · ↗kläglich · ↗knapp · ↗knausrig · ↗kärglich · ↗kümmerlich · ↗mau · ↗spärlich · ↗ärmlich
Assoziationen
Synonymgruppe
anspruchslos · ↗bescheiden · ↗einfach · ↗frugal · ↗genügsam · karg · ↗schlicht · ↗spartanisch · ↗spärlich · ↗uneitel · ↗unprätentiös · ↗unverwöhnt  ●  ↗modest  veraltet
Assoziationen
  • Einfachst- (Wortzusatz) · ↗anspruchslos · ↗asketisch · aufs (absolut) Wesentliche reduziert · aufs Notwendigste reduziert · in reinster Funktionalität · nur mit dem Allernotwendigsten ausgestattet · nur mit dem Allernotwendigsten versehen · ↗puristisch · ↗puritanisch · ↗sparsam (ausgestattet) · ↗spartanisch · ↗streng (reduziert, zurückgenommen o.ä.)
  • (den) Blick senken · (die) Augen niederschlagen
  • musst du gleich wieder übertreiben?  ●  geht's auch (ei)ne Nummer kleiner?  ugs., Spruch, fig., variabel · jetzt bleib mal (schön) auf dem Teppich!  ugs., fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Acker Ausbeute Bergland Berglandschaft Boden Bühnenbild Dasein Gebirgslandschaft Hochebene Hochland Hügel Kost Landschaft Landstrich Lohn Mahl Mahlzeit Mobiliar Mondlandschaft Sandboden Steppe Vegetation Verpflegung Wüstenlandschaft ausgestattet bemessen eingerichtet möbliert sandig steinig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›karg‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Haus wirft schwarze Schatten, denn der Mond scheint hell auf die karge Szene.
Süddeutsche Zeitung, 22.03.2000
So karg instrumentiert die Songs sind, so immergleich sind sie komponiert.
Der Tagesspiegel, 28.09.1997
Die politische Entwicklung der drei nordischen Länder ist in den karg fließenden Quellen nur teilweise erkennbar.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 4056
Die ohnehin schon karg gewordene Produktion kam für einige Zeit fast gänzlich zum Erliegen.
Würz, Anton: Operette. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1962], S. 29747
Vielleicht waren diese bei der kargen Nahrung der Mutter verhungert!
Lehmann, Lilli: Mein Weg. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 23054
Zitationshilfe
„karg“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/karg>, abgerufen am 21.04.2019.

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