karitativ

Grammatik Adjektiv
Aussprache  [kaʀitaˈtiːf]
Worttrennung ka-ri-ta-tiv
Grundform Karitas
eWDG

Bedeutung

gehoben mildtätig
Beispiele:
eine karitative Organisation
karitative Verbände
karitativ arbeiten
sich karitativ betätigen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Karitas · karitativ
Karitas f. auch Caritas, ‘christliche Nächstenliebe, selbstlose Wohltätigkeit’. Lat. cāritās ‘auf Achtung beruhende Liebe, Zuneigung, Wert-, Hochschätzung’, zu lat. cārus ‘lieb, teuer, wert’, wird in der lat. Kirchensprache Bezeichnung für ‘Liebe zu Gott und dem Nächsten, tätige Liebe’ und in diesem Sinne (häufiger wohl erst im 19. Jh.) in dt. Texte aufgenommen. Caritas steht danach (in der katholischen Kirche) für die organisierte Form christlicher Nächstenliebe, besonders als Abkürzung für den Deutschen Caritasverband, den katholischen Wohltätigkeitsverband (gegründet 1897). karitativ Adj. ‘im Sinne der Karitas, wohltätig’ (2. Hälfte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
für einen guten Zweck · ↗humanitär · karitativ · ohne selbst einen Vorteil davon zu haben · ↗wohltätig
Synonymgruppe
aus (christlicher) Nächstenliebe · aus reiner Menschenfreundlichkeit · ↗ehrenamtlich · ↗freiwillig · karitativ · ohne Bezahlung · ↗unentgeltlich  ●  einfach so  ugs., salopp · für Gotteslohn  geh. · um Gotteslohn  geh.
Assoziationen
  • für geringen Lohn · gegen ein geringes Entgelt
  • gebührenfrei · ↗gratis · ↗kostenfrei · ↗kostenlos · nicht berechnet werden · ↗unentgeltlich · ↗vergütungsfrei · zum Nulltarif  ●  für Gottes Lohn  ironisch · ↗umsonst  Hauptform · für Nüsse  ugs. · ↗für lau  ugs. · für noppes  ugs. · ↗für umme  ugs. · für umsonst  ugs. · umme  ugs.
  • ohne Bezahlung · ↗unbezahlt · undotiert
  • Dumping-Lohn · ↗Dumpinglohn · ↗Niedriglohn · extrem niedriger Lohn · schlechte Bezahlung · sehr geringes Gehalt  ●  ↗Hungerlohn  ugs. · miese Bezahlung  ugs.
  • der Allgemeinheit dienend · zum Wohle der Öffentlichkeit  ●  pro bono  lat.

Typische Verbindungen zu ›karitativ‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›karitativ‹.

Verwendungsbeispiele für ›karitativ‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Durch mein neues Leben habe ich auch mehr Zeit, die ich nutzen möchte, mich noch mehr karitativ einzusetzen.
Bild, 11.11.2005
Dafür habe ich kein Verständnis, wir sind ja keine karitativen Unternehmen.
Die Welt, 01.02.2003
Karitatives Handeln ist in dieser Lage notwendig, aber nicht hinreichend.
Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 439
Ein beträchtlicher Teil des modernen karitativen Betriebs der religiösen Gemeinschaften dient ihm.
Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. In: Weber, Marianne (Hg.), Grundriß der Sozialökonomik, Tübingen: Mohr 1922 [1909-1914, 1918-1920], S. 180
Jetzt kann dort die Kirche nur noch auf karitativem und sozialem Gebiet tätig sein.
o. A.: Die Weltkirche im 20. Jahrhundert. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1979], S. 19718
Zitationshilfe
„karitativ“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/karitativ>, abgerufen am 23.02.2021.

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