karren

GrammatikVerb · karrte, hat/ist gekarrt
Aussprache
Worttrennungkar-ren (computergeneriert)
Wortbildung mit ›karren‹ als Letztglied: ↗abkarren · ↗ankarren · ↗herankarren · ↗hinabkarren · ↗hinauskarren · ↗hinunterkarren · ↗wegkarren
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›hat‹
etw. mit einer Karre, einem Karren befördern
Beispiele:
Erde, Steine, Mist, Kohlen karren
wir haben die Säcke in den Schuppen gekarrt
Dünger und Sand auf Beete und Wege zu karren [KügelgenJugenderinnerungen258]
salopp Unter den Fenstern der Universität zogen Ersatzbataillone vorbei, karrten sie Tag und Nacht Munition nach dem Osten [MoloEin Deutscher70]
2.
mit Hilfsverb ›ist‹
salopp mit einem Gefährt fahren
Beispiele:
so karrten wir langsam als Gefangene durch die Straßen [KügelgenJugenderinnerungen276]
Es war ... anstrengend, in den überfüllten Zügen oder auf Lastautos durchs Land zu karren [A. ZweigEinsetzung95]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Karre · Karren · Karch · karren · karriolen · Kärrner
Karre f. (besonders md. und nordd.), Karren m. (besonders südd. und öst.) ‘einfaches, ein- bis vierrädriges Gefährt (zum Schieben oder Ziehen von Lasten)’, umgangssprachlich abschätzig ‘(altes) Fahrzeug’, ahd. karro m., karra f. (10. Jh.), mhd. karre f., karre(n) m., mnd. karre f., mnl. carre, kerre, nl. kar sind Entlehnungen aus lat. carrus bzw. mlat. carrus, carra ‘eine Art vierrädriger Transportwagen’, das aus gall. carros (aus *k̑ṛsos) latinisiert und mit lat. currus ‘Wagen’, Verbalnomen zu lat. currere (cursum) ‘laufen, rennen, eilen’, verwandt ist. Eine Nebenform zu Karre ist das heute vorwiegend noch im Südwestd. übliche Karch m. ‘zweirädriger Wagen’, ahd. karruh (9. Jh.), mhd. karrech, karrich, entlehnt aus lat. car(r)ūca, car(r)ūcha ‘Reisewagen, Staatskarosse (in der Kaiserzeit)’, mlat. ‘(meist zweirädriges) Gefährt, Räderpflug’. Vgl. Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 94 ff. karren Vb. ‘mit einer Karre, einem Karren befördern’ (um 1500). karriolen Vb. auch (besonders nd.) karjolen ‘schnell umherfahren, herumkutschieren’ (18. Jh.), Ableitung von heute unüblichem, um 1700 aus gleichbed. frz. carriole entlehntem Karriol n., Karriole f. ‘zweirädriger leichter Kutschwagen’; dem frz. Substantiv geht aprov. carriola ‘kleiner zweirädriger Wagen’, Deminutivum zu aprov. carri ‘leichte Kutsche’, voraus, das wiederum über vlat. *carrium auf lat. carrus (s. oben) zurückgeht. Kärrner m. Das heute seltene, von Karren abgeleitete Substantiv bedeutet ursprünglich ‘Fuhrmann’, dann ‘mit einem Karren umherziehender Hausierer’, auch ‘Karrenschieber’, schließlich ‘harte körperliche Arbeit verrichtender Tagelöhner, Arbeiter’ (um 1500); heute vor allem in den Zusammensetzungen Kärrnerarbeit ‘harte, wenig geachtete Arbeit’, Kärrnerdienst ‘untergeordneter Dienst’.

Thesaurus

Synonymgruppe
befördern · ↗bringen · ↗fahren · ↗schaffen · ↗transportieren · ↗verfrachten · ↗überführen  ●  ↗verbringen  Amtsdeutsch · karren  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Rollenförderer · Rollentransfer

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atommüll Bus Busladung Busse Deponie Dreck Fracht Laster Lastwagen Lkw Müll Müllkippe Reisebus Rollstuhl Sattelschlepper Schulklasse Sonderzug Stadtrand Transporter Wahllokal ankarren dorthin heran herankarren herbeikarren quer verfrachten verladen wegkarren zusammenkarren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›karren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schubkarrenweise hätten die Banken damals Geld in sein Unternehmen gekarrt.
Die Welt, 03.11.2004
Die Wagen, die sie fortgebracht hatten, karrten sie auch wieder nach Hause, zu der gleichen Stelle oberhalb der Siedlung.
Lenz, Siegfried: Heimatmuseum, Hamburg: Hoffmann und Campe 1978, S. 398
Tagelang haben er und seine Helfer schubkarrenweise die Pflanzen aus dem Feld gekarrt.
Süddeutsche Zeitung, 01.08.2001
Wochenlang wurden die verkohlten Leichen der Bewohner in die Elbe gekarrt.
Mann, Golo: Das Zeitalter des Dreißigjährigen Krieges. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 1683
In Loren karren sie die dicke Flüssigkeit aus der Hütte.
Scherzer, Landolf: Der Erste, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1988], S. 66
Zitationshilfe
„karren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/karren>, abgerufen am 22.04.2019.

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