katzbuckeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungkatz-bu-ckeln
WortzerlegungKatzebuckeln
Wortbildung mit ›katzbuckeln‹ als Grundform: ↗Katzbuckelei
eWDG, 1969

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend sich unterwürfig verhalten
Beispiele:
vor jmdm. katzbuckeln
sie hat vor ihm gekatzbuckelt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Buckel · buck(e)lig · buckeln · katzbuckeln
Buckel m. ‘erhabener Metallbeschlag in Form einer Halbkugel in der Mitte des Schildes’. Ahd. buckula f. ‘Schildknauf, Schild’ (11. Jh.), entlehnt aus lat. buccula ‘Bäckchen’, übertragen ‘Schildknauf’. Dagegen dürfte mhd. buckel f. m. weithin unter dem Einfluß von gleichbed. afrz. bo(u)cle stehen, das seinerseits auf lat. buccula (s. oben) beruht, einem Deminutivum zu lat. bucca ‘aufgeblasene Backe’. Im 15. Jh. nimmt Buckel auch die Bedeutungen ‘höckerartiger Rücken’, in der Umgangssprache ‘Rücken’ (nordd. in der Variante Puckel), und ‘kleiner Hügel’ an, am ehesten zu erklären als eine vom Bilde der Wölbung ausgehende semantische Entwicklung. Weniger wahrscheinlich ist die Annahme, in Buckel ‘Höcker, Rücken’ eine Ableitung (von ↗biegen, ↗bücken) zu sehen, und Buckel ‘Hügel’ mit ↗Bühl, ↗Bühel zu verbinden; dann müßte jeweils eine (sematisch bedingte?) lautliche Angleichung an älteres Buckel erfolgt sein. buck(e)lig Adj. ‘mit einem Buckel behaftet’ (15. Jh.), spätmhd. buckeleht. buckeln Vb. ‘einen Buckel machen, auf dem Rücken tragen’ (17. Jh.), vgl. mhd. buckeln ‘mit Erhöhungen versehen’ sowie vereinzeltes ahd. buckilōn ‘sich krümmen’ (um 1000). Dazu (im Hinblick auf den gekrümmten Katzenücken) katzbuckeln Vb. ‘liebedienerisch, unterwürfig sein, schmeicheln’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
kratzfüßeln · ↗kriechen (vor) · ↗liebedienern  ●  (jemandem) die Stiefel lecken  ugs., fig. · (sich) einschleimen (bei)  ugs. · Kratzfüße machen  ugs. · ↗antichambrieren  geh., veraltet · arschkriechen  vulg. · katzbuckeln  ugs. · speichellecken  derb
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem) nach dem Mund reden · ↗(sich) anbiedern · (sich) einschmeicheln (bei) · (sich) lieb Kind machen (bei jemandem) · ↗Rad fahren · ↗hofieren · katzbuckeln  ●  kratzfüßeln  fig. · ↗nachsteigen  österr. · (jemandem) Honig um den Bart schmieren  ugs., fig. · (sich) einkratzen (bei)  ugs., salopp · ↗(sich) ranschmeißen  ugs. · Kreide fressen  ugs., fig. · ↗herumscharwenzeln (um)  ugs. · rumschleimen  ugs. · ↗schleimen  ugs. · ↗schwänzeln  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Natürlich fehlen auch jene „Radfahrer“ nicht, die nach oben katzbuckeln und nach unten treten.
Die Zeit, 30.12.1954, Nr. 52
Mich widern diese Leute an, die 20 Jahre lang hinter ihm gestanden, vor ihm gekatzbuckelt, ihn unterstützt haben und jetzt über ihn herfallen.
Die Zeit, 02.12.2013, Nr. 48
Dann katzbuckelt plötzlich General Gene Hackman vor der Königin Anne Bancroft.
Der Tagesspiegel, 04.11.1998
Er muss in der Welt der Bushs und Putins den Platz Europas behaupten und nicht beim leisesten Gegenwind vor ihnen katzbuckeln.
Süddeutsche Zeitung, 13.05.2004
Wir wollen nicht katzbuckeln vor europäischen Kommissionsthronen, sondern partnerschaftlich miteinander umgehen - Kontraktloyalität an Stelle von Autorität und Hierarchie.
Die Welt, 02.04.2002
Zitationshilfe
„katzbuckeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/katzbuckeln>, abgerufen am 15.12.2019.

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