katzbuckeln

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung katz-bu-ckeln
Wortzerlegung Katze buckeln
Wortbildung  mit ›katzbuckeln‹ als Grundform: Katzbuckelei
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend sich unterwürfig verhalten
Beispiele:
vor jmdm. katzbuckeln
sie hat vor ihm gekatzbuckelt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Buckel · buck(e)lig · buckeln · katzbuckeln
Buckel m. ‘erhabener Metallbeschlag in Form einer Halbkugel in der Mitte des Schildes’. Ahd. buckula f. ‘Schildknauf, Schild’ (11. Jh.), entlehnt aus lat. buccula ‘Bäckchen’, übertragen ‘Schildknauf’. Dagegen dürfte mhd. buckel f. m. weithin unter dem Einfluß von gleichbed. afrz. bo(u)cle stehen, das seinerseits auf lat. buccula (s. oben) beruht, einem Deminutivum zu lat. bucca ‘aufgeblasene Backe’. Im 15. Jh. nimmt Buckel auch die Bedeutungen ‘höckerartiger Rücken’, in der Umgangssprache ‘Rücken’ (nordd. in der Variante Puckel), und ‘kleiner Hügel’ an, am ehesten zu erklären als eine vom Bilde der Wölbung ausgehende semantische Entwicklung. Weniger wahrscheinlich ist die Annahme, in Buckel ‘Höcker, Rücken’ eine Ableitung (von biegen, bücken) zu sehen, und Buckel ‘Hügel’ mit Bühl, Bühel zu verbinden; dann müßte jeweils eine (sematisch bedingte?) lautliche Angleichung an älteres Buckel erfolgt sein. buck(e)lig Adj. ‘mit einem Buckel behaftet’ (15. Jh.), spätmhd. buckeleht. buckeln Vb. ‘einen Buckel machen, auf dem Rücken tragen’ (17. Jh.), vgl. mhd. buckeln ‘mit Erhöhungen versehen’ sowie vereinzeltes ahd. buckilōn ‘sich krümmen’ (um 1000). Dazu (im Hinblick auf den gekrümmten Katzenücken) katzbuckeln Vb. ‘liebedienerisch, unterwürfig sein, schmeicheln’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
kratzfüßeln · kriechen (vor) · liebedienern  ●  (jemandem) die Stiefel lecken  ugs., fig. · (jemandem) in den Arsch kriechen  derb · (sich) einschleimen (bei)  ugs. · Kratzfüße machen  ugs. · antichambrieren  geh., veraltet · arschkriechen  vulg. · katzbuckeln  ugs. · speichellecken  derb
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›katzbuckeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Natürlich fehlen auch jene „Radfahrer“ nicht, die nach oben katzbuckeln und nach unten treten. [Die Zeit, 30.12.1954, Nr. 52]
Mich widern diese Leute an, die 20 Jahre lang hinter ihm gestanden, vor ihm gekatzbuckelt, ihn unterstützt haben und jetzt über ihn herfallen. [Die Zeit, 02.12.2013, Nr. 48]
Wenn er dort leben würde, etwa im benachbarten Wetzlar, dann würden die Leute doch nur katzbuckeln. [Die Zeit, 12.05.1999, Nr. 20]
Warum müssen die österreichischen Japaner auf der Bühne dauernd katzbuckeln? [Die Zeit, 13.10.2008, Nr. 39]
Der Riesenzwerg ist der sprichwörtliche Radfahrer, der nach unten tritt, nach oben katzbuckelt. [Die Zeit, 29.05.1964, Nr. 22]
Zitationshilfe
„katzbuckeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/katzbuckeln>.

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