Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

keifen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung kei-fen
Wortbildung  mit ›keifen‹ als Erstglied: Keiferei  ·  mit ›keifen‹ als Letztglied: Gekeif · Gekeife · ankeifen
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend in schrillen Tönen schelten, zanken
Beispiele:
den ganzen Tag, vor Wut keifen
immer keiften sie mit uns
ein keifendes altes Weib
mit keifender Stimme zetern
Da aber wurde das Keifen erst recht giftig [ O. M. GrafMitmenschen190]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

keifen Vb. ‘schrill zanken’ beruht auf md. kīfen (14. Jh.), mnd. kīven, das beim Übergang ins Hd. die dort übliche b-Form nhd. keiben, mhd. kīben ‘scheltend zanken’ verdrängt. Verwandt sind mnl. kīven ‘fechten, streiten’, nl. kijven, anord. kīfa ‘mit Worten streiten, zanken’, aengl. cāf ‘schnell, flink’. Weitere etymologische Zusammenhänge sind ungewiß. Ein Anschluß an die Erweiterung ie. *geibh- der Wurzel ie. *gei- ‘drehen, biegen’, wobei für keifen eine Ausgangsbedeutung ‘sich zanken und heftig bewegen’ anzunehmen ist, bleibt fraglich.

Thesaurus

Synonymgruppe
Krawall machen · Randale machen · Unmut äußern · Zorn äußern · fluchen · geifern · herumschreien · keifen · lautstark protestieren · nicht zu beruhigen sein · poltern · schimpfen · zetern  ●  Zeter und Mordio schreien  fig. · (die) Welle machen  ugs. · (ein) Geschrei erheben  geh. · (eine) Szene machen  ugs. · (einen) (mächtigen) Wirbel veranstalten  ugs. · (einen) Riesenaufstand machen  ugs. · (einen) Zwergenaufstand veranstalten  ugs. · (he)rumpalavern  ugs. · (mächtig) auf den Putz hauen  ugs. · ein großes Palaver veranstalten  ugs. · fluchen wie ein Bierkutscher  ugs. · fluchen wie ein Droschkenkutscher  ugs. · fluchen wie ein Fischweib  ugs. · herumzetern  ugs. · keifen wie ein Fischweib  ugs. · motzen  ugs. · rumschreien  ugs. · schimpfen wie ein Fischweib  ugs. · schimpfen wie ein Rohrspatz  ugs. · schnauzen  ugs. · wettern  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›keifen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›keifen‹.

Hortense durcheinander

Verwendungsbeispiele für ›keifen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn wer keift, der ist ohnehin so widerlich, daß er gar nicht Recht haben kann. [Die Zeit, 12.09.1969, Nr. 37]
Bald begannen sie zu streiten und zu keifen wie zwei alte Weiber. [Süddeutsche Zeitung, 23.11.2001]
Auch sie keiften, schimpften und warfen sich gegenseitig vor, die politische Kultur im Land zu ruinieren. [Die Zeit, 03.08.2009, Nr. 31]
Sie tobt und keift, fletscht die Zähne, und man muss schon zu den härtesten Mitteln greifen, um sie zu bändigen. [Der Tagesspiegel, 02.11.2003]
Belehrend, protestierend, gegen den Protest aneifernd, schreiend, rechthaberisch – so keifen sie durcheinander. [Tucholsky, Kurt: Die Neutralen. In: Kurt Tucholsky, Werke – Briefe – Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1926]]
Zitationshilfe
„keifen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/keifen>.

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