keifen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungkei-fen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›keifen‹ als Erstglied: ↗Keiferei  ·  mit ›keifen‹ als Letztglied: ↗ankeifen
eWDG, 1969

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend in schrillen Tönen schelten, zanken
Beispiele:
den ganzen Tag, vor Wut keifen
immer keiften sie mit uns
ein keifendes altes Weib
mit keifender Stimme zetern
Da aber wurde das Keifen erst recht giftig [O. M. GrafMitmenschen190]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

keifen Vb. ‘schrill zanken’ beruht auf md. kīfen (14. Jh.), mnd. kīven, das beim Übergang ins Hd. die dort übliche b-Form nhd. keiben, mhd. kīben ‘scheltend zanken’ verdrängt. Verwandt sind mnl. kīven ‘fechten, streiten’, nl. kijven, anord. kīfa ‘mit Worten streiten, zanken’, aengl. cāf ‘schnell, flink’. Weitere etymologische Zusammenhänge sind ungewiß. Ein Anschluß an die Erweiterung ie. *geibh- der Wurzel ie. *gei- ‘drehen, biegen’, wobei für keifen eine Ausgangsbedeutung ‘sich zanken und heftig bewegen’ anzunehmen ist, bleibt fraglich.

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) Geschrei erheben · Krawall machen · Randale machen · Unmut äußern · Zorn äußern · ein großes Palaver veranstalten · ↗fluchen · ↗geifern · ↗herumschreien · keifen · lautstark protestieren · nicht zu beruhigen sein · ↗poltern · ↗schimpfen · ↗zetern  ●  (die) Welle machen  ugs. · (eine) Szene machen  ugs. · (einen) (mächtigen) Wirbel veranstalten  ugs. · (einen) Riesenaufstand machen  ugs. · (einen) Zwergenaufstand veranstalten  ugs. · (he)rumpalavern  ugs. · (mächtig) auf den Putz hauen  ugs. · fluchen wie ein Bierkutscher  ugs. · fluchen wie ein Droschkenkutscher  ugs. · fluchen wie ein Fischweib  ugs. · herumzetern  ugs. · keifen wie ein Fischweib  ugs. · ↗motzen  ugs. · rumschreien  ugs. · schimpfen wie ein Fischweib  ugs. · schimpfen wie ein Rohrspatz  ugs. · ↗schnauzen  ugs. · ↗wettern  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

an ankeifen bellen kreischen schimpfen schreien zetern zurück

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›keifen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn wer keift, der ist ohnehin so widerlich, daß er gar nicht Recht haben kann.
Die Zeit, 12.09.1969, Nr. 37
Sie tobt und keift, fletscht die Zähne, und man muss schon zu den härtesten Mitteln greifen, um sie zu bändigen.
Der Tagesspiegel, 02.11.2003
Belehrend, protestierend, gegen den Protest aneifernd, schreiend, rechthaberisch - so keifen sie durcheinander.
Tucholsky, Kurt: Die Neutralen. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1926]
Das schmachtet und verachtet, säuselt und keift, lockt und lügt.
Die Welt, 21.11.2005
Während Siegfried in die Höhle eindringt, springen Mime und Alberich keifend aufeinander los.
Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938 [1935], S. 243
Zitationshilfe
„keifen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/keifen>, abgerufen am 22.01.2019.

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