keimen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungkei-men (computergeneriert)
Wortbildung mit ›keimen‹ als Erstglied: ↗Keimbahn · ↗Keimling · ↗Keimung · ↗keimfähig
 ·  mit ›keimen‹ als Letztglied: ↗aufkeimen · ↗auskeimen · ↗hervorkeimen · ↗vorkeimen
eWDG, 1969

Bedeutung

Keime entwickeln, aus einem Keim zu wachsen beginnen
Beispiele:
der Samen hat gekeimt
gekeimter Weizen
die keimende Saat
die warme Witterung brachte die Kartoffeln schnell zum Keimen
bildlich
Beispiele:
scherzhaft ihm keimt (= sprosst) schon der erste Bart
der Schutz des keimenden Lebens (= des werdenden Kindes im Mutterleib)
übertragen etw. keimt bei, in jmdm.etw. entsteht, entwickelt sich bei, in jmdm.
Beispiele:
ein neuer Gedanke, Glaube keimt
In ihr keimte ein geheimer Vorsatz [BredelSöhne51]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Keim · keimen · keimfrei · Keimzelle
Keim m. ‘erster Trieb einer Pflanze, befruchtete Eizelle, Krankheitserreger’, übertragen ‘Anfang, Ursprung’, ahd. kīmo ‘Keim, Same, Gewächs’ (8. Jh.), mhd. kīm(e) ‘Pflanzenkeim, Korn’, mnd. kīme, mnl. kieme, kijme, nl. kiem sowie ahd. kīnan ‘keimen’ mit seinen Verwandten (s. unten) und ahd. kīd (10. Jh.), mhd. kīde, kīt, nhd. (mundartlich) Keid ‘Sproß, Schößling’, asächs. kið, aengl. cīþ ‘Sproß, Keim’, lit. žydė́ti ‘blühen’ sind teils m-, teils n-, teils d-Ableitungen der Wurzel ie. *g̑ēi-, *g̑ī- ‘keimen, sich spalten, aufblühen’ (germ. *kī-), zu der auch ↗Keil und ↗Kien (s. d.) gehören. keimen Vb. ‘Triebe entwickeln, entstehen’, mhd. mnd. kīmen ‘sich spalten, keimen, (aus)wachsen’, mit m-Suffix dem Substantiv (s. oben) folgend. Zugrunde liegt der Wortgruppe im Germ. das starke Verb germ. *kīnan, ahd. kīnan ‘keimen, hervorsprießen, hervorbringen’ (9. Jh.; vgl. irkīnan ‘aufkeimen’, 8. Jh.), mhd. kīnen, asächs. kīnan, mnd. kīnen, aengl. cīnan ‘aufbrechen, offenstehen’, got. keinan. keimfrei Adj. ‘steril’ (19. Jh.). Keimzelle f. ‘Geschlechtszelle, Ursprung’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Keime bilden · Keime treiben · anfangen zu wachsen · ↗aufgehen · ↗aufkeimen · aus dem Boden wachsen · aus der Erde kommen · ↗auskeimen · ↗hervorkommen · ↗hervorwachsen · keimen · ↗sprießen  ●  ↗(sich) vorwagen  geh., fig. · ↗auflaufen  fachspr., Jargon
Assoziationen
Synonymgruppe
(auf)keimen · ↗(langsam) entstehen · ↗(sich) regen
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ahnung Blüte Gedanke Gerücht Hoffnung Korn Mißtrauen Nährboden Optimismus Pflanze Saat Same Samen Sehnsucht Skepsis Spore Unkraut Verdacht Wut Zuversicht Zweifel allmählich auf aufkeimen auskeimen blühen emporkeimen hervor langsam sprießen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›keimen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn ihre Samen keimen leicht, und die Pflanze breitet sich schnell aus.
Der Tagesspiegel, 17.05.2003
Aus anderen keimt es, aber das ist auch nicht sehr fruchtbar.
Die Welt, 18.05.2000
Von den organischen Wesen keimten zuerst die empfindungsbegabten Pflanzen aus der Erde hervor.
Vorländer, Karl: Geschichte der Philosophie. In: Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1913], S. 6869
Trotzdem ergriff mich das herrliche Werk und es keimte in mir die Idee einer musikalischen Nachdichtung.
Goldmark, Karl: Erinnerungen aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 29146
Doch meine Träume flogen höher, und es keimte ein Plan in mir.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 25817
Zitationshilfe
„keimen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/keimen>, abgerufen am 15.10.2019.

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