Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

keimen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung kei-men
Wortbildung  mit ›keimen‹ als Erstglied: Keimbahn · Keimboden · Keimling · Keimreife · Keimscheibe · Keimschicht · Keimung · Keimwurzel · keimfähig
 ·  mit ›keimen‹ als Letztglied: aufkeimen · auskeimen · hervorkeimen · vorkeimen
 ·  mit ›keimen‹ als Binnenglied: Frostkeimer

Bedeutungsübersicht+

  1. Keime entwickeln, aus einem Keim zu wachsen beginnen
    1. [bildlich] ...
    2. [übertragen] ⟨etw. keimt bei, in jmdm.⟩ etw. entsteht, entwickelt sich bei, in jmdm.
eWDG

Bedeutung

Keime entwickeln, aus einem Keim zu wachsen beginnen
Beispiele:
der Samen hat gekeimt
gekeimter Weizen
die keimende Saat
die warme Witterung brachte die Kartoffeln schnell zum Keimen
bildlich
Beispiele:
scherzhaftihm keimt (= sprosst) schon der erste Bart
der Schutz des keimenden Lebens (= des werdenden Kindes im Mutterleib)
übertragen etw. keimt bei, in jmdm.etw. entsteht, entwickelt sich bei, in jmdm.
Beispiele:
ein neuer Gedanke, Glaube keimt
In ihr keimte ein geheimer Vorsatz [ BredelSöhne51]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Keim · keimen · keimfrei · Keimzelle
Keim m. ‘erster Trieb einer Pflanze, befruchtete Eizelle, Krankheitserreger’, übertragen ‘Anfang, Ursprung’, ahd. kīmo ‘Keim, Same, Gewächs’ (8. Jh.), mhd. kīm(e) ‘Pflanzenkeim, Korn’, mnd. kīme, mnl. kieme, kijme, nl. kiem sowie ahd. kīnan ‘keimen’ mit seinen Verwandten (s. unten) und ahd. kīd (10. Jh.), mhd. kīde, kīt, nhd. (mundartlich) Keid ‘Sproß, Schößling’, asächs. kið, aengl. cīþ ‘Sproß, Keim’, lit. žydė́ti ‘blühen’ sind teils m-, teils n-, teils d-Ableitungen der Wurzel ie. *g̑ēi-, *g̑ī- ‘keimen, sich spalten, aufblühen’ (germ. *kī-), zu der auch Keil und Kien1 (s. d.) gehören. keimen Vb. ‘Triebe entwickeln, entstehen’, mhd. mnd. kīmen ‘sich spalten, keimen, (aus)wachsen’, mit m-Suffix dem Substantiv (s. oben) folgend. Zugrunde liegt der Wortgruppe im Germ. das starke Verb germ. *kīnan, ahd. kīnan ‘keimen, hervorsprießen, hervorbringen’ (9. Jh.; vgl. irkīnan ‘aufkeimen’, 8. Jh.), mhd. kīnen, asächs. kīnan, mnd. kīnen, aengl. cīnan ‘aufbrechen, offenstehen’, got. keinan. keimfrei Adj. ‘steril’ (19. Jh.). Keimzelle f. ‘Geschlechtszelle, Ursprung’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Keime bilden · Keime treiben · anfangen zu wachsen · aufgehen · aufkeimen · aus dem Boden wachsen · aus der Erde kommen · auskeimen · hervorkommen · hervorwachsen · keimen · sprießen  ●  (sich) vorwagen  geh., fig. · auflaufen  fachspr., Jargon
Assoziationen
Synonymgruppe
(auf)keimen · (langsam) entstehen · (sich) regen
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›keimen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›keimen‹.

Verwendungsbeispiele für ›keimen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von den organischen Wesen keimten zuerst die empfindungsbegabten Pflanzen aus der Erde hervor. [Vorländer, Karl: Geschichte der Philosophie. In: Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1913], S. 6869]
Dort keimen die Pflanzen, bevor sie endlich ins Feld gesetzt werden. [Die Zeit, 28.03.1997, Nr. 14]
Aber auch in ihm keimt, als verbotene Idee, der Mord am eigenen Vater. [Die Zeit, 10.05.2013, Nr. 20]
Der Glaube, die antrainierten Fähigkeiten auch umsetzen zu können, keimte plötzlich in den Spielern. [Süddeutsche Zeitung, 29.01.2001]
Die keimen verteilt über Jahre, das ist auch so ein Trick. [Süddeutsche Zeitung, 22.07.1998]
Zitationshilfe
„keimen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/keimen>.

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