ketten

Grammatik Verb · kettet, kettete, hat gekettet
Aussprache 
Worttrennung ket-ten
Wortbildung  mit ›ketten‹ als Letztglied: ↗aneinanderketten · ↗anketten · ↗losketten · ↗zusammenketten

Bedeutungsübersicht+

  1. etw., jmdn. mit einer Kette an etw. schließen
    1. [bildlich] ⟨jmdn. an sich ketten⟩ jmdn. fest an sich binden
    2. [bildlich] ⟨sich an jmdn. ketten⟩
    3. ⟨jmd. ist an jmdn. gekettet⟩ jmd. ist unauflöslich mit jmdm. verbunden
    4. ⟨etw. kettet jmdn. an jmdn.⟩ etw. verbindet jmdn. unauflöslich mit jmdm.
eWDG

Bedeutung

etw., jmdn. mit einer Kette an etw. schließen
Beispiele:
der Hund ist an die Hütte gekettet
das Schiff lag an den Anker gekettet
die Gefangenen waren an ihre Fesseln gekettet
bildlich jmdn. an sich kettenjmdn. fest an sich binden
Beispiele:
Anhänger, Bewunderer an sich ketten
er hatte den Freund völlig an sich gekettet
bildlich sich an jmdn. ketten
Beispiel:
Das einz'ge Wesen, das mir treu geblieben, / Sich an mich kettet [ SchillerJungfr. v. OrleansV 4]
jmd. ist an jmdn. gekettetjmd. ist unauflöslich mit jmdm. verbunden
Beispiele:
er ist durch gemeinsames Schicksal an seine Kameraden gekettet
an diesen Menschen bin ich gekettet! [ HebbelMaria MagdaleneI 4]
etw. kettet jmdn. an jmdn.etw. verbindet jmdn. unauflöslich mit jmdm.
Beispiel:
Gerade deine viele Sünde ... ist es, die mich an dich kettet [ C. F. Meyer1,288]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kette2 · ketten · anketten · verketten · Kettenreaktion
Kette2 f. ‘Gliederband, Halsschmuck, Reihe von Personen, Folge von Ereignissen’, ahd. ketin(n)a ‘Kette, Fessel, Schlinge, Schnur’ (9. Jh.), mhd. ketene, keten ‘eiserne Kette, Fessel’, mnd. kēde(ne) ist entlehnt aus vlat. *cadena, lat. catēna ‘Kette, Fessel, Zwang, Klausel’. ketten Vb. ‘mit Ketten anbinden, fesseln’, ahd. ketin(n)ōn ‘fesseln, mit Ketten belegen’ (um 1000), mhd. ketenen ‘an die Kette, in Ketten legen’. anketten Vb. (16. Jh.). verketten Vb. ‘wie Glieder einer Kette verbinden’ (15. Jh.). Kettenreaktion f. ‘ausgelöster und sich von selbst fortsetzender Vorgang’ (20. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›ketten‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ketten‹.

Verwendungsbeispiele für ›ketten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie habe ich solange mit einem Fuß an die Wand gekettet.
Bild, 07.06.2001
Das alles scheint die Tochter noch fester an die schöne Mutter gekettet zu haben.
Der Tagesspiegel, 04.09.1997
Zwei Ringe in eins gekettet - Werden sie klirren, werden sie klingen?
Gerling, Reinhold: Was muß man vor der Ehe von der Ehe wissen? In: ders., Das große Aufklärungswerk für Braut- und Eheleute, Dresden: Buchversand Gutenberg 1933 [1901], S. 296
Wir sind an diese Identität gekettet wie an nichts sonst.
Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 109
Als er sie an die Stange ketten wollte, schien der Boden unter seinen Füßen zu schwanken.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 356
Zitationshilfe
„ketten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ketten>, abgerufen am 28.02.2021.

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