keuchen

GrammatikVerb · keucht, keuchte, hat/ist gekeucht
Aussprache
Worttrennungkeu-chen
Wortbildung mit ›keuchen‹ als Erstglied: ↗Keuchhusten  ·  mit ›keuchen‹ als Letztglied: ↗ankeuchen · ↗heraufkeuchen · ↗hinankeuchen · ↗hinterherkeuchen
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
hörbar und mit Mühe atmen, schnaufen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
der Läufer, Lastträger keucht
ihre Brust, Stimme keucht
atemlos, heiser, vor Anstrengung keuchen
wir haben unter unserer schweren Last gekeucht
keuchende Atemzüge
sein Atem geht in kurzen, keuchenden Stößen
er rannte mit keuchender Lunge
keuchend schleppten sie die großen Koffer
Der Kranke lag schwer keuchend da [O. M. GrafBolwieser91]
bildlich
Beispiel:
das Keuchen der Maschine, Lokomotive
2.
sich geräuschvoll und schwer atmend, schnaufend fortbewegen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
der alte Mann keuchte langsam über den Hof
Und schon kommt Mutti mit einem großen Handwagen voller Brote über die Wiese gekeucht [KästnerLottchen81]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

keuchen · Keuchhusten
keuchen Vb. ‘hörbar schnaufend atmen’. Mhd. kīchen ‘schwer atmen’, frühnhd. keichen entwickelt sich wohl unter Einfluß von mhd. kūchen ‘hauchen’, frühnhd. kauchen im 16. Jh. zu keuchen ‘schwer atmen’. Dabei handelt es sich jeweils um lautnachahmende Bildungen, die sich teils mit schwed. (mundartlich) kika ‘schwer atmen’, teils mit nl. kuchen ‘hüsteln’, nd. kuchen, küchen, aengl. cohhetan, engl. to cough ‘husten’ und den unter ↗Keuchhusten angeführten Formen verbinden. Im Nhd. stehen bis ins 19. Jh. keuchen und keichen nebeneinander, wobei keuchen meist als korrekte und keichen als entrundete Form empfunden wird. Keuchhusten m. Infektionskrankheit der Schleimhäute in den Luftwegen mit krampfartigem Husten (19. Jh.), Keichhusten (18. Jh.); vgl. schwed. kikhosta und (mit n-Erweiterung) mnd. kinkhōste, nl. kinkhoest sowie nd. kinken ‘schwer atmen, keuchen’, mnl. kincken.

Thesaurus

Synonymgruppe
hecheln · heftig atmen · keuchen · nach Atem ringen · nach Luft ringen · ↗röcheln · ↗schnauben · ↗schnaufen  ●  ↗japsen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atem Jogger Lokomotive ankeuchen atemlos empor entgegenkeuchen fluchen hecheln herankeuchen heraufkeuchen heulen hinauf hinaufkeuchen hinterher hinterherkeuchen hoch husten japsen kreischen röcheln schnaufen schwitzen seufzen spucken stampfen stöhnen säuseln vorbei ächzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›keuchen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich war eigentlich schon viel zu schwer für so etwas, du keuchtest unter mir, doch ich durchbrach endlich die Oberfläche.
Die Zeit, 07.02.2012 (online)
Das Sprechen fiel noch immer schwer, er keuchte und zwischendurch brachte er einen Satz heraus.
Süddeutsche Zeitung, 08.07.2002
Ich sehe ihre gleichmäßigen Bewegungen, ihren keuchend geöffneten Mund, doch es bleibt still.
Hein, Christoph: Drachenblut, Darmstadt: Luchterhand 1983 [1982], S. 381
Den Kopf hält sie etwas nach vorn gebeugt und keucht schwer.
Killian, Hans: Auf Leben und Tod, München: Wilhelm Heyne Verlag 1976, S. 250
In dem schönen alten Park fiel er keuchend auf eine Bank.
Simmel, Johannes Mario: Es muß nicht immer Kaviar sein, Zürich: Schweizer Verl.-Haus 1984 [1960], S. 610
Zitationshilfe
„keuchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/keuchen>, abgerufen am 11.12.2019.

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