kichern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungki-chern (computergeneriert)
Wortbildung mit ›kichern‹ als Erstglied: ↗Kichererbse  ·  mit ›kichern‹ als Letztglied: ↗aufkichern
eWDG, 1969

Bedeutung

in kurzen Tönen leise und mit hoher Stimme lachen
Beispiele:
die jungen Mädchen kicherten
wir hörten sie leise kichern
heimlich, verlegen, verschämt, schadenfroh kichern
verstohlen in sich hinein, vor sich hin kichern
alle kicherten über den derben Witz
der Alte saß kichernd auf der Ofenbank
sie stießen einander kichernd mit den Ellenbogen an
mit unterdrücktem Kichern sahen wir zur Seite
Dann vernahm er aus den Weingärten ... verhaltenes Kichern wie Grillengezirp [U. BecherMänner33]
bildlich
Beispiele:
die Wellen kichern im Schilf
die Geigen jubelten und kicherten [TucholskyRheinsberg53]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kichern Vb. ‘leise mit hoher Stimme lachen’ (16. Jh.) ahmt den hellen Lachlaut nach. Auszugehen ist von einer Grundform *kichen, zu der kichern iterativ gebildet ist. Vgl. mhd. und nhd. (mundartlich) kachen und ahd. kahhazzen (8. Jh.), mhd. kachezen ‘laut lachen’, denen ebenfalls lautnachahmende Verben wie griech. kacházein (καχάζειν), lat. cachinnāre, kslaw. chochotati, russ. chochotát’ (хохотать) ‘laut lachen’, aind. kákhati ‘lacht’ zur Seite stehen. Wieweit die Übereinstimmung dieser Formen auf genetischer Verwandtschaft beruht oder in welchem Maß es sich hier um selbständige einzelsprachliche Schöpfungen handelt, kann nicht mit Sicherheit entschieden werden.

Thesaurus

Synonymgruppe
feixen · ↗keckern · kichern · ↗prusten  ●  ↗lachen  Hauptform · ↗gackern  ugs. · ↗gickeln  ugs. · ↗johlen  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • (sich) unverhohlen freuen · aus seiner Schadenfreude keinen Hehl machen · ↗feixen · frech grinsen · ↗lachen (über)  ●  ↗auslachen  Hauptform · (sich) einen abgrinsen (müssen)  ugs.
Assoziationen
  • grinsen · ↗lächeln · ↗schmunzeln  ●  ↗grienen  ugs., norddeutsch
  • Annäherungsversuch · ↗Geschäker · ↗Getändel · ↗Schäkerei  ●  ↗Flirt  Hauptform · ↗Anmache  ugs.
  • Humor · ↗Komik · ↗Witz
  • Gefeixe · ↗Gegacker · ↗Gekicher · ↗Gelächter · ↗Lachen
  • (die) Art wie jemand lacht · ↗Lache
  • (sich) (auf dem Boden) wälzen vor Lachen · ↗(sich) (beinahe) totlachen · (sich) (die) Seiten halten (müssen) vor Lachen · (sich) ausschütten vor Lachen · (sich) biegen vor Lachen · (sich) den Bauch halten vor Lachen · (sich) festhalten müssen vor Lachen · ↗(sich) kaputtlachen · (sich) kugeln (vor Lachen) · (sich) nicht / kaum noch halten können vor Lachen · Tränen lachen · Tränen weinen vor Lachen · aus vollem Halse lachen · dröhnend lachen · einen Lachanfall haben · einen Lachflash haben · ↗grölen (vor Lachen) · herausplatzen vor Lachen · hysterisch lachen · schallend lachen · wiehernd lachen  ●  (sich fast) in die Hose machen vor Lachen  ugs. · (sich) 'nen Ast lachen  ugs. · (sich) (auf dem Boden) kugeln vor Lachen  ugs. · (sich) (beinahe) wegschmeißen (vor Lachen)  ugs. · (sich) (fast) bepissen vor Lachen  derb · (sich) bekringeln (vor Lachen)  ugs. · (sich) beömmeln  ugs. · (sich) flachlegen vor Lachen  ugs. · (sich) halbtot lachen  ugs. · ↗(sich) kranklachen  ugs. · (sich) kringeln (vor Lachen)  ugs. · (sich) krumm und bucklig lachen  ugs. · (sich) krumm und schieflachen  ugs. · (sich) nicht mehr / kaum noch einkriegen vor Lachen  ugs. · (sich) scheckig lachen  ugs. · (sich) schepp lachen  ugs., variabel · ↗(sich) schieflachen  ugs. · (sich) schlapplachen  ugs. · ↗(sich) weglachen  ugs. · fast sterben vor Lachen  ugs. · ↗geiern  ugs., regional · in die Tischkante beißen vor Lachen  ugs. · ↗losgrölen  ugs. · ↗losprusten  ugs. · loswiehern  ugs. · rumgeiern  ugs. · ↗wiehern  ugs.
  • Wieso lachst du jetzt (überhaupt)?  ●  Was gibt's denn da zu lachen?  ugs.
Synonymgruppe
glucksen · in sich hineinlachen · kichern

Typische Verbindungen
computergeneriert

Kobold Schulmädchen albern flüstern gackern glucksen grinsen gurren hinein hysterisch höhnisch juchzen kichern kieksen kreischen krächzen lallen plappern prusten quatschen rülpsen schadenfroh schmunzeln schwatzen tuscheln vergnügt verlegen verschämt verstohlen wispern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kichern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann kichert Mama so blöd und stellt mir voll viele Fragen.
Der Tagesspiegel, 22.12.2001
Die alten Männer rissen Witze vor den sieben Brunnen, und die alten Weiber kicherten verschämt.
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 293
Sie kichern den verheirateten Schwestern etwas zu, das diese dreist in die offene Frage übersetzen, ob ich verheiratet sei.
Die Zeit, 24.10.1980, Nr. 44
Wenn er den Mund allzu voll nimmt, brauche ich nur auf seinen Ton einzugehen, und er fängt an zu kichern.
Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 252
Und dann kichern sie und er schnarcht schwer in den hellen Tag hinein.
Döblin, Alfred: Berlin Alexanderplatz, Olten: Walter 1961 [1929], S. 298
Zitationshilfe
„kichern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kichern>, abgerufen am 21.03.2019.

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