kieken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungkie-ken
Wortbildung mit ›kieken‹ als Erstglied: ↗Kiekindiewelt  ·  mit ›kieken‹ als Letztglied: ↗ankieken
eWDG, 1969

Bedeutung

norddeutsch, umgangssprachlich sehen, schauen
Beispiele:
kiek mal!
können Sie denn nicht kieken! (= aufpassen!)
bildlich
Beispiel:
sich [Dativ] die Augen aus dem Kopf kieken
salopp, übertragen in den Mond, die Röhre kiekendas Nachsehen haben
Beispiel:
da weiß ich auch einen, der in den Mond kiekt! [FalladaWolf1,378]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kieken · Kieker · Kiekindiewelt
kieken Vb. ‘gucken, sehen’, mnd. kīken, ungeklärte, vielleicht lautmalende Bildung. Das nd. Verb dringt im 16. Jh. in hd. Texte ein, wird aber erst nach 1900 (von Berlin aus) in der Umgangssprache geläufig. Kieker m. ‘Fernglas’ (18. Jh.); redensartlich jmdn. auf dem Kieker haben ‘ärgerlich auf jmdn. sein und ihn daher scharf beobachten’ (19. Jh.), älter im Kieker haben (18. Jh.). Kiekindiewelt m. (19. Jh.), dafür auch hd.Guckindiewelt (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
angucken · ↗anschauen · ↗ansehen · ↗beobachten · ↗besehen · ↗betrachten · ↗blicken · ↗gucken · ↗mustern · ↗schauen · ↗untersuchen · ↗zugucken  ●  ↗glotzen  abwertend · kieken  berlinerisch · ↗(sich etwas) reinziehen  ugs. · ↗beaugapfeln  ugs. · ↗beäugen  ugs. · ↗lugen  ugs. · spannern  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ma ankieken mal raus staunen wundern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kieken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber er kiekt nicht die Spur, denn er hat nichts zu kieken, denn es passiert nichts.
Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt - Bd. 2, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1990 [1934], S. 183
Jetzt kieken sie zwar auch noch, aber es sagt keener mehr was.
Die Zeit, 16.04.1993, Nr. 16
Er hat ja laufend draußen gestanden, die Tage vorher, und schon immer gekiekt, ob es nebelig ist und wie das Wetter ist.
Die Zeit, 09.11.1990, Nr. 46
Nur ohne "Riesenschwof", und "blasse Kinder kieken" auch keine aus den Fenstern, wie im Lied von Kollo.
Der Tagesspiegel, 27.07.2001
Zitationshilfe
„kieken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kieken>, abgerufen am 06.12.2019.

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