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kindlich

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GrammatikAdjektiv
Aussprache 
Worttrennung kind-lich
Wortbildung  mit ›kindlich‹ als Erstglied: Kindlichkeit  ·  mit ›kindlich‹ als Letztglied: frühkindlich · unkindlich
eWDG

Bedeutung

in der Art eines Kindes, einem Kinde entsprechend
Beispiele:
ein kindliches Gesicht, Lachen, Wesen, Eifer, Spiel
eine kindliche Stimme, Zartheit, Unschuld, Natürlichkeit, Heiterkeit, Fröhlichkeit, Phantasie
eine kindlich ungeübte Hand
kindlicher Gehorsam gegenüber den Eltern
eine kindlich reine Seele haben
an Tieren hat er eine kindliche Freude
ein kindliches Vertrauen zu jmdm. haben
die Dichterin kannte die kindliche Psyche genau
er verlor seine Eltern in noch kindlichem Alter
etw. mit kindlicher Neugier betrachten
der Lehrer richtete sich nach dem kindlichen Auffassungsvermögen seiner Schüler
kindlich sein, aussehen
sich kindlich benehmen, freuen
kindlicher Trotz sei in ihr ausgebrochen [ JahnnHolzschiff168]
Warum war er seiner Mutter denn niemals in kindlicher Liebe verbunden gewesen? [ NollHolt2,251]
Don Giulio konnte noch recht kindlich lachen [ C. F. Meyer1,287]
einfältig, naiv
Beispiele:
ein kindliches Gemüt
eine kindliche Vertrauensseligkeit, Naivität
mit kindlicher Einfalt alles glauben
seine Vorstellungen sind kindlich
ihre Angst erschien mir geradezu kindlich
jmdn. noch recht kindlich finden
daß man … eine kindliche Verkennung der Sachlage bei Hergenröther nicht annehmen dürfe [ ZuchardtSpießrutenlauf309]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Kind · Kindheit · kindisch · kindlich · Kindlichkeit · Kindbett · Kindergarten · Kinderhort · Kinderstube · Kindeskind · Kindskopf
Kind n. ‘Nachkomme (Sohn oder Tochter), Junge oder Mädchen’, ahd. kind ‘Kind, Sohn, Nachkomme, junger Mann, Knabe, Zögling’ (8. Jh.), mhd. kint und (als frühe Entlehnungen aus dem Hd., vgl. Simon Sprachmischung im Heliand (1965) 26 ff.) asächs. kind, mnd. mnl. kint, nl. kind führen auf ein mit ie. -to- gebildetes Partizipialadjektiv zur Verbalwurzel ie. *g̑en(ə)- ‘erzeugen, gebären’ (zur Bildungsweise s. auch alt). Germ. Verwandte sind (mit anderer Dentalableitung) anord. kind ‘Geschlecht, Kind, Stamm’, aengl. cynd ‘Geschlecht, Geburt, Art, Gattung’, engl. kind, ablautend anord. kundr ‘Sohn, Verwandter’, kunnr ‘verwandt’, got. -kunds ‘herstammend’ sowie die unter König (s. d.), eigentlich ‘Mann eines (vornehmen) Geschlechts’, behandelten Formen. Außergerm. entsprechen als to-Partizipien, aber in ihrer Form deutlich auf eine zweisilbige Wurzel weisend, aind. jātáḥ, lat. nātus (alat. gnātus) ‘geboren’. Zur Wurzel gehören ferner griech. gígnesthai (γίγνεσθαι) ‘werden, entstehen’, lat. gignere (genitum) ‘(er)zeugen, gebären, hervorbringen’, genus ‘Abstammung, Geschlecht, Gattung, Art und Weise’ (s. Genus und die dort genannten Verwandten). Auf Grund der aus früher Zeit überlieferten Gewohnheit, kniend zu gebären, sowie des Brauches, ein Kind dadurch anzuerkennen, daß es sich der Vater aufs Knie setzt, wird vielfach ursprüngliche Identität der Wurzel ie. *g̑en(ə)- ‘erzeugen, gebären’ und *g̑en(ə)- ‘erkennen, kennen’ (s. können) mit ie. *g̑enu-, *g̑neu- ‘Knie’ (s. Knie) angenommen. Das würde aber den Verbalwurzeln einen denominativen Charakter beilegen, der kaum annehmbar ist. – Kindheit f. ‘Lebenszeit des Menschen von der Geburt bis zur Geschlechtsreife’, ahd. kindheiti (8./9. Jh.), kindheit (Hs. 12. Jh.), mhd. kintheit. kindisch Adj. ‘wie ein Kind, albern’, ahd. kindisc ‘kindlich, jung’ (9. Jh.), mhd. kindisch, kindesch, auch schon ‘albern’. kindlich Adj. ‘wie ein Kind’, ahd. kindlīh (11. Jh., zuvor kindlīhho Adv., 9. Jh.), mhd. kintlich; dazu Kindlichkeit f. (18. Jh.). Kindbett n. ‘Wochenbett’, ahd. kindbette (um 1000), mhd. kintbette. Kindergarten m. ‘Kindertagesstätte’, 1840 von F. Fröbel als Bezeichnung für seine Vorschule für kleine Kinder geprägt. Kinderhort m. ‘Tagesstätte für Schulkinder, in der sie die unterrichtsfreie Zeit verbringen’, meist nur Hort (s. d.), 1871 nach dem Vorbild von Kindergarten gebildet. Kinderstube f. ‘Schule’ (15. Jh.), ‘Aufenthaltsraum für Kinder’ (18. Jh.), übertragen ‘gute Manieren, gutes Benehmen’ (19. Jh.). Kindeskind n. ‘Enkel, Nachkomme’, mhd. kindes kint. Kindskopf m. ‘lustig-alberner Mensch, der sich wie ein Kind gebärdet’ (18. Jh.), im 17. Jh. dagegen wie Kinderkopf verwendet.

Bedeutungsverwandte Ausdrücke

kindlich · kindsköpfig · unreif  ●  kindhaft selten · kindisch abwertend · puerilistisch selten · infantil geh., abwertend · pueril fachspr.
Assoziationen

jungenhaft · kindlich · knabenhaft · minderjährig · mädchenhaft · teeniehaft  ●  kindhaft selten · teeniemäßig ugs.
Assoziationen
  • adoleszent · halbwüchsig · heranwachsend · jugendlich · juvenil
  • (eine) Lolita · Kindfrau · Unschuldsengel  ●  süßes Früchtchen fig. · Nymphchen geh. · Nymphe geh., bildungssprachlich
  • naiv · unberührt · unschuldig  ●  prälapsarisch fachspr., sehr selten · unverbildet geh.
  • im jugendlichen Alter · jugendlich · minderjährig · noch nicht 18 · noch nicht erwachsen · noch nicht voll geschäftsfähig · noch nicht volljährig · unerwachsen · unmündig · unter 18 Jahren  ●  an der Schwelle zum Erwachsensein geh. · an der Schwelle zum Erwachsenwerden geh. · unter 18 ugs.
  • (...) Jahre alt sein · (...) Jahre jung sein · (...) Lenze zählen (lit. oder veraltet) · (...) geboren sein · (...) sein · Jahrgang (...) sein · es auf (...) Jahre bringen · im Jahr(e) (...) geboren sein  ●  (...) Jahre zählen veraltet · (...) Jahre auf dem Buckel haben ugs.
  • Babyface · Jungengesicht · Jungmädchengesicht
  • (erst) zarte (...) Jahre alt (sein) · jung · jung an Jahren (lit.)
  • das (ganze) Leben (noch) vor sich haben · jung (sein) · jung an Jahren  ●  (gerade) den Kinderschuhen entwachsen variabel · jung und hübsch ugs. · jung und schön ugs. · jung und unschuldig ugs. · jung und unverbraucht ugs.

Typische Verbindungen zu ›kindlich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kindlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›kindlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie sahen sich einmal um, von einem kindlichen Stolz erfüllt. [Wiechert, Ernst: Das einfache Leben, München: Ullstein Taschenbuchverl. 2000 [1946], S. 365]
Er schlief mit einem kindlichen Lächeln in den Tod hinüber. [Jünger, Ernst: In Stahlgewittern, Stuttgart: Klett-Cotta 1994 [1920], S. 247]
Nicht anders ist es mit dem »Hineinversetzen« in das kindliche Bewußtsein. [Hartmann, Nicolai: Der Aufbau der realen Welt, Berlin: de Gruyter 1940, S. 1071]
Dieser jüngste Sohn wird zwar 1491 nicht erwähnt, aber das könnte man auf sein kindliches Alter zurückführen. [Albrecht, Hans: Benedictus de Opitiis. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1951], S. 21620]
Ich fühlte mich mit 14 so vollkommen erwachsen, aber zugleich kommt mir mein 14jähriger Sohn noch so kindlich vor. [Die Zeit, 26.11.1998, Nr. 49]
Zitationshilfe
„kindlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kindlich>.

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