kipplig

Alternative Schreibungkippelig
GrammatikAdjektiv
Worttrennungkipp-lig ● kip-pe-lig
Grundformkippeln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kippen · Kippe1 · Kipper1 · Kipper2 · kipp(e)lig · kippeln
kippen Vb. ‘in schräge Stellung bringen, beinahe umstürzen’, ein nd. md. Wort ungeklärter Herkunft, in hd. Texten seit dem 17. Jh. belegt. Deutungsversuche bringen nd. md. kippen mit mnl. kippen ‘fangen’ (nl. kippen ‘umstürzen’ aus dem Dt.) und anord. kippa ‘reißen, rücken’ zusammen und stellen diese mit air. scibiud ‘rücken’, lett. šk̦eberēt ‘wanken, taumeln’ zur Wurzel ie. *gei- ‘drehen, biegen’. Oder man sieht, da die genannten verwandtschaftlichen Beziehungen problematisch sind, in dem Verb eine lautnachahmende Bildung. Auch Ableitung von md. nd. Kippe1 f. ‘Spitze, Kante’ (hd. Kipfe), vgl. nd. (mundartlich) kippen ‘die Spitze abschneiden, abhauen’, wird erwogen, ohne daß damit eine etymologische Zuordnung gegeben ist. Als Rückbildung aus dem Verb wird nd. md. Kippe literatursprachlich in den Wendungen auf der Kippe stehen, auf die Kippe stellen ‘so stehen oder stellen, daß das Gleichgewicht gefährdet ist’ (18. Jh.) und in der Turnersprache ‘Aufschwung in den Stütz’; dazu (im Bergbau) ‘Lagerstelle für Abraum’ (19. Jh.). Hierher wohl auch Kippe für ‘Endstück einer Zigarette, Zigarettenstummel’ (um 1920). Kipper1 m. ‘Münzverschlechterer’ (17. Jh.), besonders in der Fügung Kipper und Wipper (17. Jh.); vgl. Kippe ‘Goldwaage, waageartige Vorrichtung für Münzen’ (17. Jh.), kippen ‘Gold wiegen’, wippen ‘mit der Waage (Wippe) auswägen’ (15. Jh.). In der verstärkenden Doppelung vielleicht ‘wer schwere, vollwichtige Münzen auswägt, aussondert, um sie in leichtere umzuschmelzen’. Oder ‘wer beschnittene und daher nicht vollwichtige Münzen mit Schwung in die Waagschale wirft, damit diese schnell nach unten gedrückt wird und das volle Gewicht zu erbringen scheint’? Später wird kippen (im Anschluß an die oben genannte Bedeutung) jedenfalls im Sinne von ‘(den Münzrand) abzwacken’ und Kipper als ‘Münzbeschneider’ verstanden. Kipper2 m. ‘Transportfahrzeug mit kippbarem Laderaum’ (20. Jh.). kipp(e)lig Adj. ‘leicht umstürzbar, nicht fest stehend’ (19. Jh.); vgl. kippeln Vb. ‘hin und her wackeln’ (19. Jh.), Iterativbildung zu kippen.

Thesaurus

Synonymgruppe
auf unsicheren Füßen stehend · ↗instabil · kipp(e)lig · nicht fest · nicht standfest · ↗unsicher · ↗unstabil · ↗wacklig  ●  ↗wackelig  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angelegenheit Stuhl

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kipplig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber weil dieses Theater kipplig ist, suchend und forschend, deswegen ist es spannend.
Süddeutsche Zeitung, 05.02.2000
Auf den ersten Metern fahre ich noch etwas unsicher, denn der BMW-Roller ist sehr kippelig.
Bild, 29.05.1998
Dabei ist Macht natürlich nicht greifbar, kein Ding, kein Ring, sondern ein höchst kippeliger Zustand.
Die Zeit, 16.11.2006, Nr. 47
Die Boote seien schmaler und dadurch kippliger geworden, sagt der 60-Jährige.
Der Tagesspiegel, 12.02.2002
Zu kippeliger Wellengang bei Windböen und zu viele Freizeitsegler auf dem Revier standen dagegen.
Die Welt, 04.04.2003
Zitationshilfe
„kipplig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kipplig>, abgerufen am 13.12.2019.

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