kitzeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungkit-zeln
Wortbildung mit ›kitzeln‹ als Erstglied: ↗Kitzler · ↗kitzelig · ↗kitzlig
 ·  mit ›kitzeln‹ als Letztglied: ↗abkitzeln · ↗bauchkitzeln · ↗durchkitzeln · ↗herauskitzeln · ↗totkitzeln · ↗wachkitzeln
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
jmdn., etw. kitzelnbei jmdm. durch leichtes, streichelndes Berühren einen Juckreiz hervorrufen, der meist Lachen verursacht
Beispiele:
jmdn. an den Fußsohlen kitzeln
jmds. Fußsohlen kitzeln
jmdn. mit einem Grashalm kitzeln
etw. kitzelt jmdn.
Beispiele:
der Kragen kitzelt mich am Hals
das kitzelt in der Nase
sein kitzelnder Schnurrbart
ein kitzelndes Gefühl
ein dauerndes, störendes Kitzeln
2.
umgangssprachlich, übertragen jmdn., etw. reizen
Beispiele:
der Gedanke kitzelte ihn, ihm die Wahrheit zu sagen
die Neugier hatte sie gekitzelt, die Briefe zu lesen
jmds. Eitelkeit kitzeln (= jmdm. schmeicheln)
etw. kitzelt den Gaumen (= schmeckt sehr gut)
der Bratenduft kitzelte (ihn) in der Nase, kitzelte seine Nase (= roch sehr gut)
eine unvermutete Lust kitzelte mich, dieses Phänomen zu beseitigen [HagelstangeSpielball182]
es kitzelt jmdn., etw. zu tun, es kitzelt jmdn. nach etw.es reizt, gelüstet jmdn., etw. zu tun, jmd. möchte gern etw. tun
Beispiele:
es kitzelte ihn, ihm die Wahrheit zu sagen, diese Erfahrung zu machen, das auszuprobieren
es hat mich richtig gekitzelt, in dieses Fach zu gucken
es kitzelte ihn danach
ein kitzelndes Verlangen
Kitzelt dich nach Namen und Ehre? [SchillerRäuberIII 2]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kitzeln · Kitzel · kitz(e)lig · Kitzler
kitzeln Vb. ‘durch Berühren und Streicheln der Haut Juckreiz und Lachen erzeugen’, ahd. kizzilōn (8. Jh.), kuzzilōn (nur obd. 10. Jh.), mhd. kitzeln, kützeln, asächs. kitilon, mnd. kettelen, mnl. nl. kittelen, engl. (mundartlich) to kittle, anord. kitla, schwed. kittla ist wohl als eine laut- und bewegungsnachahmende affektische Bildung des Germ. anzusehen. Kitzel m. ‘dem Juckreiz ähnliche Reizempfindung’, übertragen ‘Erregung, Spannung’ (15. Jh.), in älterer Zeit auch Kützel; vgl. ahd. kuzzil (10. Jh.). kitz(e)lig Adj. ‘bei streichelnder Berührung der Haut leicht zu Juckreiz und Lachen geneigt, empfindlich, heikel, spannend, nervenerregend’ (15. Jh.). Kitzler m. Schwellkörper des weiblichen Geschlechtsorgans, der bei Berührung sexuelle Erregung auslöst, ‘Klitoris’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
kitzeln · ↗krabbeln · ↗kribbeln

Typische Verbindungen zu ›kitzeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bauch Duft Ego Eitelkeit Feder Fußsohle Gaumen Grashalm Hals Intellekt Kinn Küssen Lachmuskel Nacken Nase Nerv Nerve Neugierde Rachen Sonnenstrahl Zeh Zwerchfell heraus herauskitzeln hervorkitzeln kitzeln kratzen raus streicheln wach

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kitzeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›kitzeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In der Luft lag Staub, und der Staub knirschte zwischen meinen Zähnen, und im Hals kitzelte es.
Die Zeit, 17.07.2013, Nr. 29
Da gebe ich noch einmal alles und kitzle die letzten Reserven raus.
Der Tagesspiegel, 09.05.2001
Sie tanzten durchs Zimmer, malten Bilder aus buntem Glas und kitzelten auf der Haut.
Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 259
Eine alte Frau mit schneeweißem Haar hielt das einjährige Kind auf dem Arm und sang ihm etwas vor und kitzelte es.
o. A.: Einhundertachtundachtzigster Tag. Samstag, 27. Juli 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 18609
Am Ende muß man ihn fangen und kitzeln und herumschleudern.
Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 122
Zitationshilfe
„kitzeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kitzeln>, abgerufen am 21.02.2020.

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