Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

klönen

Grammatik Verb · klönt, klönte, hat geklönt
Aussprache  [ˈkløːnən]
Worttrennung klö-nen
Wortbildung  mit ›klönen‹ als Erstglied: Klönschnack · Klönsnack  ·  mit ›klönen‹ als Letztglied: Geklöne · ausklönen · beklönen · herumklönen · verklönen · vollklönen · vorklönen
 ·  mit ›klönen‹ als Grundform: Klön
DWDS-Artikel des Tages am 10.08.2022
Wann haben Sie zuletzt so richtig schön geklönt? Falls Sie eine Antwort darauf haben, kommen Sie wahrscheinlich aus dem Norden Deutschlands. Das Verb „klönen“ verdanken wir ursprünglich dem Niederdeutschen (Platt). Das Niederdeutsche ist kein Dialekt, sondern als eigene Regionalsprache anerkannt und wird daher auch, gemeinsam mit den in Deutschland gesprochenen Minderheitensprachen Dänisch, Friesisch, Sorbisch und Romanes, im Sinne der Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen gefördert und geschützt. Eine wichtige Rolle beim Spracherhalt spielen dabei schriftliche Erzeugnisse der Sprache. Ein bekannter niederdeutscher Schriftsteller, Fritz Lau, hat heute seinen 150. Geburtstag.

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [meist D-Nord , gelegentlich D-Mittelwest , umgangssprachlich] ⟨jmd. klönt mit jmdm.⟩, ⟨Personen klönen (miteinander)⟩ ein ungezwungenes, angenehmes Gespräch führen
  2. 2. [CH ] ⟨jmd. klönt (über jmdn., etw.)⟩ Unzufriedenheit äußern, sich beschweren
ZDL-Vollartikel

Bedeutungen

1.
meist D-Nord , gelegentlich D-Mittelwest , umgangssprachlich jmd. klönt mit jmdm., Personen klönen (miteinander)ein ungezwungenes, angenehmes Gespräch führen
Synonym zu plaudern (1)
Kollokationen:
mit Adverbialbestimmung: ausgiebig, entspannt klönen
Beispiele:
Im Anschluss an das Konzert haben Gäste übrigens die Möglichkeit, gemütlich einen Kaffee zu trinken, ein Stück Stollen zu essen und miteinander zu klönen. [Schweriner Volkszeitung, 21.11.2019]
Denn hier trifft man auf Gleichgesinnte, man kann sich austauschen, ein wenig klönen. [Hamburger Abendblatt, 23.02.2022]
In geselliger Runde wird geklönt, gelacht, Kaffee getrunken, genascht und vor allem gestrickt. [Neue Westfälische, 21.10.2021]
Früher in der Schule war das so, dass in der letzten Reihe meist herumgealbert wurde. Wer da saß, folgte oft nicht sonderlich stark dem Unterricht, spielte mit dem Gameboy herum oder klönte mit dem Nachbarn. [Der Prignitzer, 26.09.2020]
Beim monatlichen offenen Treff[…] können Frauen und Männer Gleichgesinnte kennenlernen sowie bei Kaffee und Kuchen miteinander klönen, Gesellschaftsspiele spielen und Ideen schmieden. [Rhein-Zeitung, 18.12.2019]
2.
CH jmd. klönt (über jmdn., etw.)Unzufriedenheit äußern, sich beschweren
Beispiele:
In der Vergangenheit wurde ständig geklönt, wie schlecht es uns geht. [Basler Zeitung, 10.08.2016]
Mindestens aus ganz persönlicher Sicht schaut Tuena deshalb positiv in die Zukunft: »Ich kann nicht klönen.« Er sei gesund, habe Arbeit und könne sich nun auch wieder mit gewissen Einschränkungen mit Freunden treffen. [Neue Zürcher Zeitung, 27.05.2020]
Tatsächlich klönt die Branche. Beinahe jedes Spital kämpft mit der Profitabilität. In St. Gallen diskutiert man über Schliessungen, in Biel schreibt man seit Jahren Verluste, in Bern und Basel spricht man von schwierigen Situationen. [Basler Zeitung, 20.09.2019]
Wirte klönen offenbar immer. Wenn sie viele Gäste haben, klönen sie über Arbeit; wenn sie wenige Gäste haben, klönen sie über mangelnde Arbeit, sie klönen über Leute, die rauchen wollen, und Leute, die nicht rauchen wollen, sie klönen, dass in der Stadt nichts läuft, und klönen, wenn in der Stadt etwas läuft. [Basler Zeitung, 19.06.2009]
Wer wenig Lust verspürt, mit all jenen mitzujammern, die unaufhörlich über diesen Unfrühling klönen, der soll sich doch einfach an dem erfreuen, was in voller Pracht da ist: dem Winter. [Basler Zeitung, 13.04.2006]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

klönen Vb. ‘sich behaglich unterhalten, gemütlich plaudern’. Das nd., daher vorwiegend im Nordd. gebrauchte Verb bedeutet ‘mit durchdringender Stimme reden’, im 18. Jh. dann ‘anhaltend jammern, klagen’ und ‘weitschweifig reden’. klönen ist lautmalender Herkunft und vergleichbar mit nl. kleunen ‘klopfen, schlagen’, afries. klinna ‘klingen, schallen’, klann ‘Klang’, aengl. clynnan ‘tönen, klopfen’, für die alle eine Ausgangsbedeutung ‘Ton, Schall, Geräusch machen’ anzunehmen ist.

Klon · klonen
Klon m. durch ungeschlechtliche Vermehrung entstandene erbgleiche Nachkommenschaft, Entlehnung (20. Jh.) von gleichbed. engl. clone, zuvor ‘Pflanze aus ungeschlechtlicher Vermehrung’ (um 1900), einer gelehrten Übernahme von griech. klōn (κλών) ‘Schößling, Zweig, Sproß’. klonen Vb. ‘genetisch identische Kopien von Lebewesen künstlich herstellen’ (20. Jh.), engl. to clone.

Thesaurus

Synonymgruppe
(miteinander) reden · (sich) unterhalten · Small Talk machen · Smalltalk machen · ein paar Worte wechseln  ●  plaudern  Hauptform · (ein) Quätschchen machen  ugs. · Konversation machen  geh. · babbele  ugs., hessisch · babbeln  ugs., regional · klönen  ugs., norddeutsch · konversieren  geh., veraltet · parlieren  geh., französierend · plauschen  ugs. · quasseln  ugs. · quatern  ugs., regional · quatschen  ugs. · ratschen  ugs., bayr. · schnacken  ugs., norddeutsch
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›klönen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›klönen‹.

Zitationshilfe
„klönen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kl%C3%B6nen>.

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