klügeln

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung klü-geln
Wortbildung  mit ›klügeln‹ als Erstglied: ↗Klügelei · ↗Klügler  ·  mit ›klügeln‹ als Letztglied: ↗ausklügeln · ↗herausklügeln
eWDG, 1969

Bedeutung

grübeln, (allzu) scharf nachdenken
Beispiele:
er klügelt an einer neuen Theorie
die klügelnde Vernunft
Rede nicht, klügle nicht, sondern tu, wie man dich heißt [Th. MannJoseph3,201]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

klug · klügeln · ausklügeln · Klugheit
klug Adj. ‘gescheit, begabt, umsichtig, schlau’. Das Adjektiv mnd. klōk ‘behende, schnell, schlau, verständig’, mnl. cloec ‘tapfer, schlau’, nl. kloek verbreitet sich Mitte des 12. Jhs. vom Niederrhein aus nach Osten und Südosten und wird im Hd. geläufig, vgl. mhd. kluoc (Komparativ kluoger), (md.) klūc ‘fein, zierlich, tapfer, höflich, schlau, listig’. Die Herkunft ist ungewiß. Auszugehen ist offensichtlich von einer Bedeutung ‘kräftig, tapfer’, die in ‘schlau, verständig’ übergeht. Eine Verbindung von germ. *klōka- mit air. glicc ‘weise, einsichtsvoll’ und Anschluß an eine Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *gel- ‘(sich) ballen, Gerundetes, Kugeliges’ (s. ↗kleben) mit einer vorauszusetzenden Ausgangsbedeutung ‘glatt und beweglich wie eine Kugel’ ist unwahrscheinlich. Auf mögliche etymologische Zusammenhänge im Germ. verweist E. Piirainen Germ. *frōð- und germ. *klōk- (1971). klügeln Vb. ‘klug tun, grübeln, scharf nachdenken’, geläufiger ausklügeln Vb. ‘scharfsinnig ausdenken’ (16. Jh.; beide vermutlich von Luther). Klugheit f. ‘Begabung, Umsicht, Besonnenheit’, mhd. kluocheit, (md.) clūcheit, klūgheit ‘Feinheit, Zierlichkeit, feines Benehmen, Verständigkeit, Weisheit, Schlauheit’, mnd. klōkhēt.

Typische Verbindungen zu ›klügeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›klügeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›klügeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Fieberhaft gründen sie zur Zeit Arbeitsgruppen zu den neuen Fallpauschalen, schicken ihre Ärzte zu Fortbildungsseminaren, klügeln Organisationsreformen aus.
Süddeutsche Zeitung, 06.06.2001
In einer Schicksalsstunde der Nation gibt es kein Klügeln und keine Rechthaberei.
Kurz, Robert: Schwarzbuch Kapitalismus, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 344
Zitationshilfe
„klügeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kl%C3%BCgeln>, abgerufen am 09.08.2020.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Klügelei
klug
Klüftung
kluftig
Kluft
klugerweise
Klugheit
Klügler
klüglich
klugreden