klamm

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Wortbildung mit ›klamm‹ als Erstglied: ↗klammheimlich  ·  mit ›klamm‹ als Letztglied: ↗frostklamm
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
von Feuchtigkeit durchzogen, feuchtkalt
Beispiele:
klamme Betten, Decken, Wäsche
die Sachen sind ganz klamm, fühlen sich klamm an
Fußbodentrocken sei der Raum, sagte er, wenn auch etwas klamm [GrassKatz71]
2.
steif vor Kälte
Beispiele:
ich habe klamme Finger
er rieb sich die klammen Hände
ein klammer Maikäfer
Ich bin ganz klamm vor Kälte [AnderschSansibar142]
3.
umgangssprachlich knapp an Geld, Material
Beispiele:
ich bin heute ein wenig klamm
als Robert aus der Gefangenschaft kam, hatte sie ... Mantel und Schuhe für ihn besorgt und durch die klammen Zeiten aufbewahrt [H. KantAula76]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

klamm Adj. ‘feucht, feuchtkalt, vor Kälte erstarrt’, mhd. klam ‘eng, dicht, gediegen, massiv’ (in dieser Bedeutung noch obd.), mnd. klam ‘eng, fest zusammenhaltend, vor Kälte erstarrt’, mnl. clam, nl. klam ‘feucht, klebrig’, engl. clammy ‘feuchtkalt, klebrig, zäh’ führen mit den unter ↗klemmen und ↗klimmen (s. d.) behandelten Verben und vielleicht auch mit griech. glámōn (γλάμων) ‘triefäugig’, lit. glẽmės ‘zäher Schleim’ auf ie. *glem-, eine Nasalerweiterung der Wurzel ie. *gel- ‘(sich) ballen, Gerundetes, Kugeliges’. Die Ausgangsbedeutung ‘fest zusammengedrückt’ führt zu ‘klebrig, zäh’ (vor Feuchtigkeit) oder zu ‘erstarrt’ (vor Kälte).

Thesaurus

Synonymgruppe
feucht · ↗feuchtkalt · klamm · ↗nasskalt
Oberbegriffe
Synonymgruppe
(einen) finanziellen Engpass haben · Geldsorgen haben · finanziell in der Klemme sitzen · gerade nicht zahlen können · in Geldnot · in finanzieller Verlegenheit (sein) · klamm  ●  (bei jemandem ist) Ebbe in der Kasse  fig. · gerade kein Geld haben  variabel · (es) gerade nicht klein haben  ugs., ironisch · bei jemandem sieht es finanziell (momentan) nicht so rosig aus  ugs., variabel · in pekuniärer Verlegenheit  geh. · knapp bei Kasse  ugs. · knapp dran  ugs.
Assoziationen
  • arm · auf öffentliche Unterstützung angewiesen · ↗bedürftig · ↗dürftig · ↗finanzschwach · ↗hilfebedürftig · ↗mittellos · ↗notleidend · ohne das Nötigste · ↗prekär · sozial schwach · ↗unvermögend · verarmt · ↗ärmlich
  • Bonität · ↗Liquidität · ↗Solvenz · ↗Zahlungsfähigkeit · Zahlungspotenzial · kaufmännische Solidität
  • (nur) wenig Geld (zur Verfügung) haben · (sehr) aufs Geld achten müssen · (sich) (etwas) nicht leisten können · (sich) nichts erlauben können · (sich) nichts leisten können · haushalten müssen · sein Geld zusammenhalten müssen  ●  (sich) nach der Decke strecken (müssen)  fig. · keine großen Sprünge machen können  fig. · aufs Geld gucken müssen  ugs. · es nicht so dicke haben  ugs. · jeden Cent zwei mal umdrehen (müssen)  ugs. · nicht drinsitzen  ugs. · nichts zu verschenken haben  ugs.
  • (finanziell) am Ende · (seine) Rechnungen nicht mehr (be)zahlen können · ↗bankrott · ↗insolvent · ↗mittellos · ohne Geld (dastehen) · ↗pleite · ↗zahlungsunfähig  ●  ↗abgebrannt  ugs. · ↗blank  ugs. · ↗illiquid(e)  geh.
  • überschuldet  ●  (kurz) vor der Insolvenz stehen  variabel · (tief) in den roten Zahlen (stecken)  ugs., fig. · in den Miesen  ugs.
  • alles ausgegeben haben · kein Geld mehr haben · keinen Cent mehr haben · nicht einen Cent haben  ●  auf dem Trockenen sitzen  fig.
Synonymgruppe
frostklamm · klamm · ↗steif · steifgefroren · ↗verfroren

Typische Verbindungen
computergeneriert

Euro-Land Euro-Staat Euroland Eurostaat Finanzlage Finger Gemeindekasse Haushaltskasse Haushaltslage Inselrepublik Kasse Kassenlage Kassenwart Kiez-Klub Kiezklub Klamotten Klub Kommune Landeshaushalt Landeskasse Rennstall Sozialkasse Staatskasse Stadtkasse Stadtkämmerer Stadtsäckel Vereinskasse chronisch finanziell notorisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›klamm‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Inzwischen waten wir schon mehr als drei Stunden durchs Watt, meine Hände sind klamm.
Die Zeit, 17.10.2012, Nr. 41
Die Bank war so klamm, daß ohnehin kein Geld abgeführt wurde.
Bild, 30.12.2004
Daneben sind die Banken auch an etlichen der klammen Unternehmen beteiligt.
Der Tagesspiegel, 04.04.2002
Wenn Lisa die Hände aus den Jackentaschen nahm, wurden ihre Finger klamm.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 39
Sie, die solchen Winter nicht gewohnt waren, froren zum Erbarmen bei der schweren Arbeit mit klammem Segelzeug.
Wissen und Leben, 1959, Nr. 12
Zitationshilfe
„klamm“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/klamm>, abgerufen am 11.12.2018.

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