klammern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungklam-mern (computergeneriert)
Wortbildung mit ›klammern‹ als Erstglied: ↗Klammeraffe · ↗Klammeräffchen  ·  mit ›klammern‹ als Letztglied: ↗anklammern · ↗aufklammern · ↗ausklammern · ↗einklammern · ↗festklammern · ↗umklammern · ↗zusammenklammern
 ·  mit ›klammern‹ als Grundform: ↗verklammern
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
sich an etw., jmdn. klammernsich an etw., jmdm. mit allen Kräften so fest wie möglich festzuhalten suchen
Beispiele:
sich an ein Geländer, gekentertes Boot, an eine rettende Planke klammern
das Kind klammerte sich angstvoll an den Rock der Mutter
sich verzweifelt, voller Angst an jmds. Arm, Schulter klammern
der Ertrinkende klammerte sich an ihn
sich mit seinen Händen, Fingern an jmdn., etw. klammern
jmds. Hände klammern sich an jmdn., etw.
übertragen an etw., jmdm. seinen Halt suchen
Beispiele:
sich an einen Gedanken, an ein Wort, eine Hoffnung, Illusion klammern
sie klammert sich an jeden Strohhalm (= sucht ihren Halt in jeder noch so geringen Hoffnung)
sie gehört zu denen, die einem nachlaufen und sich an einen klammern [NossackSpirale286]
2.
Beispiel:
eine Wunde klammern (= eine Wunde mit Wundklammern zusammenhalten)
3.
etw. an etw. klammernetw. an etw. mit Klammern so befestigen, dass es jederzeit loslösbar ist
Beispiele:
die Wäsche an die Leine klammern
ein Blatt Papier an eine Pappe klammern
4.
Sport beim Ringen, Boxen den Gegner (mit Klammergriff) umfassen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Klammer · klammern · einklammern · ausklammern · Klampe · Klampfe1
Klammer f. ‘Instrument zum Zusammenhalten, Schriftzeichen, mathematisches Zeichen’, mhd. klamere, klam(m)er, mnd. klāmer, klammer, anord. klǫmbr ‘Klammer, Klemme, Schraubstock’, norw. klomber ‘Klemme, Felsschlucht’ gehen mit den Verben mhd. klamben ‘fest zusammenfügen, verklammern’, anord. klembra ‘klemmen, drücken’, engl. to clamber ‘klimmen, mühsam klettern’ auf ie. *glembh-, eine nasalierte Labialerweiterung der Wurzel ie. *gel- ‘(sich) ballen, Gerundetes, Kugeliges’ zurück (Weiteres s. ↗klimmen). klammern Vb. ‘mit einer Klammer zusammenfügen’ (16. Jh.). einklammern Vb. ‘in Klammern einschließen’ (17. Jh.). ausklammern Vb. ‘aus einer Klammer herausnehmen, beiseite lassen’ (19. Jh., geläufig erst 20. Jh.). Hierher die Lautvariante Klampe f. aus dem Nd. ‘Verbindungs-, Befestigungsstück, Klammer’, mnd. klampe, mnl. clamp, nl. klamp. Entsprechend hd. (bair. rhein.) Klampfe1 f. ‘Klammer, Haken, Öse’; vgl. spätmhd. klampfer f. ‘Klammer’.

Thesaurus

Synonymgruppe
befestigen · ↗einspannen · ↗feststecken · ↗fixieren · ↗halten · klammern
Synonymgruppe
(fest)klammern (an) · Halt finden · ↗festhalten
Synonymgruppe
(sich) klammern (an) · ↗feig · ↗kleinmütig · ↗mutlos · ↗schüchtern · ↗ängstlich  ●  ↗feige  Hauptform · (sich) nichts trauen  ugs., regional · ↗duckmäuserisch  ugs. · ↗hasenfüßig  ugs. · ↗hasenherzig  ugs. · keine Eier in der Hose haben  derb · keinen Arsch in der Hose haben  ugs. · ↗memmenhaft  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sehr) anhänglich · ↗anschmiegsam  ●  klammern(d)  negativ · wie eine Klette hängen (an)  abwertend

Typische Verbindungen
computergeneriert

Besitzstand Ertrinkender Geländer Hoffnung Hoffnungsschimmer Illusion Klau Laternenpfahl Macht Planke Reling Rettungsring Schiffbrüchiger Status quo Strohhalm aneinander aneinanderklammern angstvoll anklammern ausklammern einklammern fest festklammern hartnäckig krampfhaft sklavisch verbissen verzweifelt weinend ängstlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›klammern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie haben außerdem gelernt, dass es falsch ist, sich an Symbole zu klammern.
Der Tagesspiegel, 27.03.2000
Der niedergeschlagene Deutsche klammert sich an seinen Charakter, um weiter hoffen zu können.
Süddeutsche Zeitung, 04.08.1998
Aber noch versuchte sie sich krampfhaft an den zuerst angeschlagenen lustigen Ton zu klammern.
Morris, Gerda: Brigitte wehrt sich, Düsseldorf: Iltis 1952, S. 233
Man klammerte sich noch an die Ordnung, aber die Stempel lagen schon offen herum, sodass jeder sie benutzen konnte.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 348
An meine Mutter, ihr jüngstes Kind, die goldblonde Ilse, hatte sie sich mit aller Kraft ihrer Sehnsucht geklammert.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 4664
Zitationshilfe
„klammern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/klammern>, abgerufen am 12.12.2019.

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