klappen

Grammatik Verb
Aussprache  [ˈklapn̩]
Worttrennung klap-pen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. ⟨etw. nach oben, unten klappen⟩ etw. wie eine Klappe nach oben, unten bewegen
    1. ⟨mit etw. klappen⟩ etw. hin- und herbewegen
    2. sich hin- und herbewegen
  2. 2. (durch Öffnen oder Schließen) ein leichtes, hartes Geräusch hervorbringen
  3. 3. [umgangssprachlich] ⟨etw. klappt⟩ etw. gelingt, glückt, wird gut durchgeführt
    1. ⟨etw. kommt zum Klappen⟩ etw. kommt zur Entscheidung
  4. 4. [salopp] ⟨jmdn. klappen⟩ jmdn. erwischen
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. nach oben, unten klappenetw. wie eine Klappe nach oben, unten bewegen
Beispiele:
den Deckel in die Höhe klappen
den Kragen nach oben klappen (= hochklappen)
er klappte seinen Sitz nach unten
Er klappte den Kragen seines Hemdes nach innen [ BöllWort188]
mit etw. klappenetw. hin- und herbewegen
Beispiele:
Er klappte mit den zerfälteten Lidern [ Feuchtw.Nero48]
ein Schmetterling klappte mit den Flügeln [ UnruhNike244]
sich hin- und herbewegen
Beispiel:
die Kinnladen [der Puppe] fingen an zu klappen [ StormPole Poppensp.4,54]
2.
(durch Öffnen oder Schließen) ein leichtes, hartes Geräusch hervorbringen
Beispiele:
eine Tür klappte leise, hörbar
seine Schritte klappten auf dem Korridor
ihre Sandalen klappten auf dem Fußboden
er klappte mit den Absätzen (= schlug die Absätze zusammen)
man hörte das Klappen eines Bodenfensters
Die Gören klappten mit den Schranktüren [ MarchwitzaUnter uns49]
3.
umgangssprachlich etw. klapptetw. gelingt, glückt, wird gut durchgeführt
Beispiele:
die Generalprobe hatte geklappt
die Sache muss, wird klappen
ich wollte mich mit ihm treffen, aber leider hat es (damit) nicht geklappt
nichts wollte heute klappen
wenn alles klappt, komme ich morgen
vielleicht wird es nächstes Jahr klappen
saloppder Laden klappt (= funktioniert)
es hat alles glänzend, großartig, vorzüglich, wie am Schnürchen geklappt
etw. kommt zum Klappenetw. kommt zur Entscheidung
Beispiel:
morgen kommt es zum Klappen mit meinem Vertrag, Termin
4.
salopp jmdn. klappenjmdn. erwischen
Beispiele:
der Dieb wurde geklappt
er war bei einem Einbruch (polizeilich) geklappt worden
wenn ich dich dabei klappe!
den habe ich geklappt
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

klappen · klapp · klapf · Klapp · Klapf · Klaff · Klappe · Fliegenklappe · Scheuklappen · Klapphut
klappen Vb. ‘schallen, klatschen, einen kurzen, leichten Knall von sich geben, mit einem Knall zusammenschlagen’, übertragen ‘gelingen’. Die lautmalende nd.-md. Form zu klaffen (s. d.) wird im 16. Jh. in der Literatursprache üblich und übernimmt dessen alte, aufgegebene Bedeutung. Vgl. auf-, zu-, umklappen ‘hörbar öffnen, schließen, wenden’. Aus den Vorstellungen des gleichzeitigen Zusammenschlagens, -klingens, -treffens, des hörbaren (mit klapp) Einrastens von Werkstücken sowie des (mit klapp) Auftreffens auf ein Ziel entwickelt sich (beginnend im 16. Jh.) die übertragene Bedeutung ‘passen, gut ablaufen, gelingen, glücken’. S. auch klappern. klapp, hd. klapf Interjektion schallnachahmend für einen Knall, Krach, Schlag (17. Jh., doch wohl älter). Mit Sekundärablaut klipp klapp für ein klapperndes Geräusch (17. Jh.). Substantiviert Klapp, hd. Klapf, Klaff m. ‘Krach, schallender Schlag, Ohrfeige’, spätmhd. klaf, klapf. Vgl. ahd. anaklaph m. ‘lärmender Vorstoß, Angriff’ (Hs. 12. Jh.), nhd. Donnerklapp, -klapf ‘Donnerschlag’ (16. Jh.). Klappe f. ‘Verschluß’, eigentlich ‘Vorrichtung, die mit leichtem Geräusch zusammenschlägt bzw. auf etw. auftrifft’ (17. Jh.), dann ‘Gegenstand, der etw. öffnet, schließt oder verdeckt’; vgl. ahd. klapfa ‘Riemenpeitsche’ (Hs. 12. Jh.). Fliegenklappe f. (18. Jh.). Scheuklappen Plur. ‘seitlich der Augen bei Pferden angebrachte Sichtblende’ (18. Jh.), übertragen ‘fehlendes Interesse für Realitäten und daher Befangensein in den eigenen Meinungen’ (19. Jh.). Klapphut m. ‘flach zusammendrückbarer Zylinder’ (19. Jh.), Übersetzung von frz. chapeau claque.

Thesaurus

Synonymgruppe
funktionieren · gelingen · glücken  ●  aufgehen (Plan, Rechnung)  fig. · (sich) ausgehen  ugs., österr. · gutgehen  ugs. · hinhauen  ugs. · klappen  ugs. · laufen wie geplant  ugs.
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
funktionieren  ●  (es) tun  ugs. · funktionuckeln  ugs. · funzen  ugs. · gehen  ugs. · klappen  ugs. · laufen  ugs.
Synonymgruppe
(klar) gehen · dabei bleiben (es) · in Ordnung gehen · klappen (mit)  ●  (den) Termin halten  Jargon, Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›klappen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›klappen‹.

Verwendungsbeispiele für ›klappen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Durch diese Geschichte klappte dann mit der Zeit gar nichts mehr. [Schwarzer, Alice: Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1977 [1975], S. 70]
Der Hund versuchte den Fuß zu erschnappen, aber das klappte nicht mehr. [Regener, Sven: Herr Lehmann, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2006 [2001], S. 14]
Und wer das nicht will, bei dem klappt es nicht. [Die Zeit, 27.04.2000, Nr. 18]
Es hat dann aber gut geklappt, und ich war sogar als erste fertig. [Die Zeit, 03.12.1998, Nr. 50]
Endlich hat es geklappt, wo wir es schon fast aufgegeben hatten! [Arjouni, Jakob: Happy birthday, Türke!, Zürich: Diogenes 1987 [1985], S. 5]
Zitationshilfe
„klappen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/klappen>.

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