klauben

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungklau-ben (computergeneriert)
Wortbildung mit ›klauben‹ als Erstglied: ↗Klauberei  ·  mit ›klauben‹ als Letztglied: ↗abklauben · ↗aufklauben · ↗ausklauben · ↗herausklauben · ↗hervorklauben · ↗zusammenklauben
 ·  formal verwandt mit: ↗Wortklauberei
eWDG, 1969

Bedeutungen

a)
mühsam und einzeln etw. sammeln, auflesen
Beispiele:
landschaftlich, umgangssprachlich Holz, Reisig klauben
landschaftlich, umgangssprachlich die Kartoffeln aus der Erde klauben
landschaftlich, umgangssprachlich das Kind hatte die Rosinen aus dem Kuchen geklaubt (= herausgepickt)
landschaftlich, umgangssprachlich sie klaubte die Perlen ihrer zerrissenen Kette vom Boden, die Krümel von ihrem Rock
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlich ich musste mir erst den Sinn aus dem Satz klauben (= mit Mühe heraussuchen)
b)
mühsam und einzeln etw. aussortieren, auslesen
Beispiele:
landschaftlich, umgangssprachlich Bohnen, Erbsen klauben
Bergmannssprache erzhaltige Stücke, Kohle aus dem Geförderten klauben
c)
österreichisch
Beispiel:
Beeren klauben (= pflücken)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

klauben · Klauberei · Klauber · Wortklauberei · Wortklauber
klauben Vb. ‘mühsam und einzeln zusammensuchen, auflesen, von der Schale befreien’, (obd.) ‘pflücken, sammeln’, ahd. klūbōn (10. Jh.), mhd. klūben, klouben ‘pflücken, stückweise ab-, auflesen’, mnd. klūven, mnl. clūven, nl. kluiven stehen ablautend und gedehnt zu dem unter ↗klieben (s. d.) behandelten starken Verb. klauben wird heute oft in Präfixbildungen wie ab-, auf-, aus-, heraus-, herum-, zusammenklauben näher bestimmt. Klauberei f. ‘ins einzelne gehende Arbeit, mühsame Kleinarbeit’ (18. Jh.) und Klauber m. ‘wer klaubt’ (vgl. mhd. würfelkloubære ‘Würfelspieler’) sind heute vor allem in den Kompositionsbildungen Wortklauberei f. ‘kleinliche, engstirnige Auslegung eines Textes, übertriebenes Festhalten am Wortlaut’ (Mitte 18. Jh.) und Wortklauber m. vertreten.

Thesaurus

Synonymgruppe
(von Hand) aussortieren · klauben

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abfall Acker Asche Ball Boden Finger Haar Hosentasche Kartoffel Karton Korb Müll Netz Rest Sand Schutt Stein Tasche auf aufklauben herausklauben hervor mühsam zusammen zusammenklauben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›klauben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das kann es doch nicht gewesen sein, aus Millionen Büchern ein paar hundert Bände geklaubt, gerettet zu haben - für wen?
Die Zeit, 10.10.1997, Nr. 42
Vor zwei Jahren kam er einmal kaum mehr nach, die Fische aus dem Netz zu klauben.
Süddeutsche Zeitung, 21.08.2001
Gute Platten klaubten sie sich aus dem Altmaterial bei Löhrer-Wessel.
Kempowski, Walter: Tadellöser & Wolff, München: Hanser 1971 [1971], S. 144
Die Arbeiter vom Holzplatz neben dem Bahnhof klaubten die Wagenstücke von den Schienen.
Strittmatter, Erwin: Pony Pedro, Berlin: Kinderbuchverl. 1959, S. 47
Mitten durch das Knattern der Gewehre klaubte sein flinkes Gehör die seltenen hellen Kommandos seines Hauptmanns.
Roth, Joseph: Radetzkymarsch, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1978 [1932], S. 5
Zitationshilfe
„klauben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/klauben>, abgerufen am 16.10.2018.

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